Got a nice paperback edition from Picador. There is a German radio dramatisation online. Link below. There's also an 8-part TV-Series 'The Name of the Rose (2019) in the works, with John Turturro as William, and Rupert Everett as Inquisitor

‘Am 16. August 1968 fand ich ein Buch das sich als getreue Wiedergabe der Handschrift von einem Mönch aus dem 14. Jahrhundert präsentierte…’ Der Roman beginnt mit einer ‘found footage‘ oder besser gesagt ‘found bookage‘ Rahmengeschichte. Umberto Eco (1932-2016) zeigt von Anfang dass es um die Sichtweise oder Interpretation von Dingen geht. Er war Professor der Semiologie in Bologna. Die ‘Wissenschaft der Zeichen’, auch Semiotik genannt, beschäftigt sich mit kulturellen Codes. Beispiel: Man kann man eine Kathedrale als architektonisches Meisterwerk oder Haus Gottes sehen. Oder beides. Oder keins von beiden. Modern life is complicated, right? Aber wenn man Eco Glauben schenken will, war das Leben schon im Mittelalter ziemlich kompliziert. Mittelpunkt der Story ist ein Franziskanermönch namens William von Baskerville. Sein Name ist eine Anspielung auf den Detektiv Sherlock Holmes. Sein Begleiter ist der Novize Adson von Melk, dessen Name ebenfalls kein Zufall ist: Adson = Watson. Die beiden kommen im Jahr 1327 in ein Benediktinerkloster in Norditalien. Dort werden reihenweise Mönche ermordet. William von Baskerville versucht, den Mörder ausfindig zu machen und stößt dabei auf ein komplexes Netz von Intrigen. Es geht mitunter um ein legendäres, verschollenes Buch von Aristoteles. Schlüsselort der Ereignisse ist eine ungewöhnliche Bibliothek im Turm des Klosters.

‘Die Bibliothek ist ein großes Labyrinth, ein Symbol für das Labyrinth der Welt. Trittst du ein, weißt du nicht, wie du wieder herauskommst. Man soll die Säulen des Herkules nicht antasten’, sagte Alinardus. ‘Also wisst Ihr nicht, wie man in die Bibliothek hineingelangt?’, fragte William. ‘Oh, doch’, kicherte der Alte. ‘ Viele wissen es. Du musst durchs Ossarium unter dem Friedhof. Hast du nicht den Altar in der Seitenkapelle gesehen? Sein Sockel ist aus Skeletten. Vierter Schädel von rechts, drück in die Augen und du bist im Ossarium. Aber geh nicht hin. Ich bin nie hingegangen. Der Abt will es nicht.’ Wir überließen den Greis seinen Gedanken und gingen zum Refektorium. Adson wandte sich an William: ‘Was haltet Ihr von seinen Worten?’ ‘Er genießt den göttlichen Wahn der Hundertjährigen’, sagte William. ‘Es ist schwer zu sagen, was an seinen Worten richtig ist und was falsch. Doch ich glaube, er hat uns einen Wink gegeben, wie man ins Aedificium gelangt. Ich habe mir die Seitenkapelle angesehen, aus der Malachias gestern abend kam. Es gibt da wirklich einen Altar, dessen Sockel mit Skulpturen von Totenköpfen bedeckt ist. Wir werden es nachher prüfen.’ (Gekürzte Romanpassage)

Ich habe auch die Verfilmung Der Name der Rose (1986) mit Sean Connery gut in Erinnerung. Trailer folgt. Momentan ist auch die 8-teilige TV-Serie Der Name der Rose (2019) in Produktion, mit John Turturro als William of Baskerville, und Rupert Everett als der Inquisitor Bernardo Gui. Umberto Ecos Debütroman Der Name der Rose (1980) wurde weltweit mittlerweile 50 Mio. mal verkauft. Was zeigt dass man den Geschmack der Öffentlichkeit nicht unterschätzen sollte, so wie es Boulevardjournalismus oftmals tut. Dass sich die Radiosender SWR / NDR und BR die Mühe gemacht haben, ein mehrstûndiges Hörspiel nach dem Roman zu produzieren, zeigt dass man für die Existenz öffentlich-rechtlicher Medien dankbar sein sollte.

 

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Umberto Eco: ‘Der Name der Rose’ als Hörspiel online Das Hörspiel Teil 1 (SWR / NDR / BR) mit Heinz Moog (als Erzähler, der alte Adson von Melk), Pinkas Braun (als William von Baskerville), Christian Schulz (als junger Adson), Peter Lieck (als Venantius von Salvemec), Rolf Boysen (als Malachias von Hildesheim), Paul Hoffmann (als Jorge von Burgos), Martin Umbach (als Benno von Uppsala), Marcus Boysen (als Berengar von Arundel), Wolfgang Reichmann (als Salvatore), Wolfgang Reichmann (Severin von Sankt Emmeran), Helmut Stange (Remigius von Varagine), Richard Münch (als Bernardo Gui), Stefan Wigger (Nicolas von Morimond), Elektra de Salvo (Bauernmädchen in das sich Adson verliebt) u. a. Link für Teil 2. und Teil 3. Produktion: 1986

Verfilmung Ein Trailer für Jean-Jacques Annauds Spielfilm Der Name der Rose (1986) mit Sean Connery (als William von Baskerville), Christian Slater (als Adson von Melk), Ron Perlman (als Salvatore) u. a.

Reisen auf den Spuren des Romans ‘Der Name der Rose’ Als Inspiration für das Kloster diente die eindrucksvolle, über 1000 Jahre alte Abtei Sacra di San Michele in Norditalien. Besucher willkommen.

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Foto: Meine englische Ausgabe vom Picador Verlag

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