It's the 60th anniversary of the Ealing comedy The Titfield Thunderbolt (1953) which, certainly among railway fans, is a cult movie. The Technicolor film has been restored and is out on DVD and Blu-ray with extras like making of features etc.

Der Film The Titfield Thunderbolt (1953) der dieses Jahr sein 60. Jubiläum hat, scheint in Deutschland unbekannt zu sein, ist aber in England beliebt, wie 78 Rezensionen beim englischen Amazon zeigen. Unter englischen Eisenbahn-Fans ist es ein Kultfilm und es gibt sogar Events wo Szenen aus dem Film mit echten Eisenbahnen nachgespielt werden. Für das Thema vom Verlust alter Eisenbahnlinien in ländlichen Gegenden scheint es auch in Deutschland Interesse zu geben: Die Liste von deutschen Museumsbahnen ist lang und folgt am Ende des Artikels. Wer sich für alte Eisenbahnen interessiert, wird am Titfield-Express Spaß haben. Es ist eine Komödie, und zwar im exzentrischen Stil der englischen Ealing Studios, von denen in Deutschland wohl der Film Adel verpflichtet (1949) mit Alec Guinness am bekanntesten ist. Ganz so genial ist der Humor von Titfield nicht, aber der Film übermittelt auf sympathische Weise einige sozialgeschichtliche Aspekte. Am Anfang sieht man idyllische Szenen englischen Landlebens im Dorf Titfield, mit Leuten die an Markttagen ihre Waren per Zug in die nächste Stadt bringen. Das Idyll währt nicht lange, denn die Eisenbahnlinie soll geschlossen werden und ein Busunternehmen von nun an den Job übernehmen. Die Dorfbewohner sind entrüstet, tun sich zusammen und wollen die Linie selber betreiben. Das Verkehrsministerium ist bereit, ihnen einen Monat Zeit zu geben um das zu organisieren, um dann am Ende des Monats den Service zu überprüfen. Die geschäftstüchtigen Busunternehmer Pearce & Crump tun jedoch alles um den Erfolg des Zuges aufzuhalten. Anlass für Szenen in denen Autos und Dampfwalzen die Eisenbahn blockieren etc. Ein weiterer Gag, typisch Ealing, ist dass die Dorfbewohner ihren finanziellen Investor damit locken dass er eine Bar mit alkoholischen Getränken im Zug betreiben kann. Mit den fehlschlagenden Sabotageversuchen wird der Film zunehmend slapstickhaft: Am Tag vor der Prüfung wird die Lokomotive absichtlich entgleist und das Titfield-Team klaut als letzte Hoffnung aus dem Museum eine uralte Lokomotive aus den Gründerzeiten der Eisenbahn. Dieser alte Titfield Thunderbolt fährt zu guter Letzt – und mit dem seligen Spinnertum einer Ealing-Komödie – sogar über die Pflastersteinstraßen der Stadt um rechtzeitig zur Arbeit anzutreten. Szenen die mit viel technischem Aufwand vielleicht gut in einen Mary Poppins Film passen würden.

Trotzdem fanden wir Titfield insgesamt charmant. Dabei hilft auch das Sommerwetter das die Technicolor-Aufnahmen vom ländlichen England der frühen 50er Jahre in ein schönes Licht taucht. Bei all dem heutigen Interesse an historischen Eisenbahnlinien (auch in Deutschland, wo es ca. 80 Museumsbahnen gibt) die in manchen ländlichen Gegenden mächtig den Tourismus ankurbeln, fragt man sich ob Regierungen damals etwas voreilig bei den Schließungen von Eisenbahnlinien waren? Klar, Leute begannen damals auf Autos umzusteigen und irgendwann gab es vielleicht nicht mehr genug Zugpassagiere um die Kosten zu decken. Aber musste man dabei tatenlos zusehen? Wir wissen nicht wie die Preise damals waren, aber war Benzin vielleicht so billig dass Auto die öffentlichen Verkehrtsmittel vom Markt drängten? Heute nehmen die meisten Leute die in London arbeiten, wieder den Zug, denn Autofahren in der Stadt wurde durch Gebühren zum teuren Vergnügen gemacht. Andererseits ist der heutige Erfolg von Museumsbahnen nicht staatlich vorgeschrieben worden, sondern beruht auf Nachfrage und darauf dass Leute die gute alte Eisenbahn von alleine für sich wiederentdeckt haben. Und das hat auch etwas für sich.

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Infos Für Eisenbahnfans sind ehemalige Drehorte von Titfield Thunderbolt heute Geheimtipps und kultige Reiseziele in der Gegend um Bath wie der Somerset & Dorset Viadukt von Midford Halt railway station. Gefilmt wurde vorrangig in den Dörfern Freshford und Monkton Combe in Sumerset, aber auch einige Szenen im Temple Meads Bahnhof von Bristol. Die Lok oben im Bild ist eine GWR 1400 Class, und die uralte Lok die später im Film aus dem Museum geklaut wird, ist die ebenfalls echte LMR 57 Lion die im Jahr 1838 gebaut wurde und heute im Museum of Liverpool steht.

Filmmaterial Es gibt auf YouTube einen ganz netten Fan-Trailer in dem Szenen aus dem Film mit heutigen Aufnahmen der Drehorte zusammengeschnitten werden. Fürs 60. Jubiläum wurde The Titfield Thunderbolt (1953) restauriert und ist auf Blu-ray und DVD mit Extras wie The Making of im Onlinehandel erhältlich.

Urlaubsinspiration Für Eisenbahnfans, hier eine Wiki-Liste von ca. 80 Museumsbahnen in Deutschland. Und eine Liste von Museumsbahnen in England.

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