The American poet Sylvia Plath died 50 years ago today, on the 11th of Febuary 1963. We find it moving that her poem November Graveyard was probably inspired by Heptonstall churchyard in Yorkshire where she would be buried later. Just a few miles from Haworth and the Brontë sisters.

Heute vor 50 Jahren starb die amerikanische Dichterin Sylvia Plath (1932 – 1963). Sie wurde nur 30 Jahre alt, hat aber den Roman Die Glasglocke (1963) und viele bemerkenswerte Gedichte hinterlassen. Wir haben uns anlässlich ihres Todestags den biografischen Spielfilm Sylvia (2003) mit Gwyneth Paltrow und Daniel Craig angesehen. Wir haben die DVD, aber der Film ist auch auf YouTube, Link folgt, und wir empfehlen ihn. Mehr dazu gleich. Wir möchten zuerst ein Gedicht von Sylvia Plath vorstellen. Es existiert zum Glück eine Aufnahme mit ihrer Stimme und Darbietung des Gedichts. Jemand hat das auf YouTube mit Bildern aus ihrem Leben zusammengestellt und wir finden das bewegend, nicht zuletzt wegen der Gedichtsthematik von einem Friedhofsbesuch. Es deutet einiges darauf hin dass November Graveyard von dem Friedhof inspiriert wurde, auf dem Sylvia später begraben wurde. Das Grab ist auf obigem Foto in der Mitte, mit einer gelben Blume davor zu sehen. Es befindet sich auf dem Friedhof einer Kirche in dem kleinen, abgelegenen Dorf Heptonstall in Yorkshire. Übrigens nur ein paar Kilometer entfernt von Haworth wo die Brontë-Schwestern lebten. Sylvia Plath lebte nicht in Heptonstall und starb hier auch nicht, aber sie besuchte den Friedhof öfters zusammen mit ihrem Ehemann und Dichter Ted Hughes, der aus dem Nachbarsdorf Mytholmroyd stammte und dessen Eltern auf dem Friedhof von Heptonstall begraben sind. In November Graveyard deutet auch die Erwähnung des Moors und andere Naturbeschreibungen darauf hin dass das Gedicht nicht nur von Yorkshire sondern genau von diesem Friedhof in Heptonstall handelt. Für uns persönlich haben Friedhöfe keine negativen Konnotationen sondern, namensgerecht, eher etwas friedliches. So eine stoische Sichtweise entspräche nicht Sylvia Plaths Persönlichkeit, sie beschreibt den Friedhof mit Adjektiven wir stur und mürrisch. Und damit bringt sie die Atmosphäre wohl perfekt auf den Punkt. Hier ist Sylvias Stimme:

November Graveyard

The scene stands stubborn: skinflint trees
Hoard last year’s leaves, won’t mourn, wear sackcloth, or turn
To elegiac dryads, and dour grass
Guards the hard-hearted emerald of its grassiness
However the grandiloquent mind may scorn
Such poverty. No dead men’s cries

Flower forget-me-nots between the stones
Paving this grave ground. Here’s honest rot
To unpick the heart, pare bone
Free of the fictive vein. When one stark skeleton
Bulks real, all saints’ tongues fall quiet:
Flies watch no resurrections in the sun.

At the essential landscape stare, stare
Till your eyes foist a vision dazzling on the wind:
Whatever lost ghosts flare,
Damned, howling in their shrouds across the moor
Rave on the leash of the starving mind
Which peoples the bare room, the blank, untenanted air.

Info  Deutscher Wiki-Artikel über Sylvia Plath / und das Dorf Heptonstall in Yorkshire wo ihr Grab ist /  Der biografische Spielfilm Sylvia (2003) kann auf YouTube angesehen werden, ist aber auch günstig als DVD im Onlinehandel erhältlich, leider nur auf Englisch. Es wäre gut den Film zu synchronisieren und im deutschen Fernsehen zu zeigen. Es ist immer schwer, echte Menschen in Filmen darzustellen, besonders wenn es sich um komplexe Persönlichkeiten handelt von denen jeder seine eigenen Vorstellungen hat. Aber Gwyneth Paltrows Porträt is eindrucksvoll und hat sicher dazu beigetragen, unser Interesse an Sylvia Plath zu wecken. Der Film ist von den Bildern und der Musik her sehr schön – aber zunehmend auch sehr traurig: Sylvia Plath hatte mit verschiedenen Problemen, wie klinischen Depressionen zu kämpfen. Dass sie Selbstmord beging, hätte mit der richtigen Unterstützung vermutlich verhindert werden können. Vielleicht trägt ihre Geschichte und der Film Sylvia zu mehr Aufmerksamkeit für diese Thematik bei.