1990 German radio dramatisation online of Umberto Eco‘s novel Foucault's Pendulum (1988). All you wanted to know about the Templars, Illuminati, Cabalists, Rosicrucians...but never dared to ask. Production from public broadcasters WDR

Aufwendige, über drei Stunden lange Produktion. Mit renommierten Sprechern wie Matthias Haase, Christian Brückner und Karl Michael Vogler. Link folgt am Ende des Blogposts. Im Foto ist meine englische Ausgabe vom Roman den Umberto Eco 1988 veröffentlichte, also acht Jahre nach seinem weltweiten Bestseller Der Name der Rose (1980). Man merkt dass er lange an dem Buch gearbeitet hat, denn es wirkt als ob er sein allumfassendes Magnum Opus über Verschwörungstheorien schreiben wollte. Das ist in vieler Hinsicht gut, wenn auch streckenweise fast zuviel des ‘Guten‘. Im Rahmen einer Story über einen esoterischen Buchverlag – dessen Mitarbeiter zum Opfer von Verschwörungstheorien werden die sie selber in die Welt gesetzt haben – erwähnt Umberto Eco hier mitunter die Tempelritter, die Rosenkreuzer, Freimaurer, Illuminaten, Katharer, Kabbalisten, Jesuiten, Theorien der hohlen Erde…um nur einige der Themen zu nennen, auf die Eco oftmals sehr detailliert eingeht. Wenn ich den Roman mit einem Satz beschreiben müsste, würde ich sagen, er wirkt auf den ersten Blick wie eine Mischung aus ‘Der Heilige Gral und seine Erben‘ (1982) und Dan Browns ‘Da Vinci Code‘ (2003). Aber ein Satz reicht bei Eco nie aus. Denn schon beim zweiten Blick merkt man, dass Eco eigentlich das Gegenteil von obengenannten Autoren beabsichtigt. Er will nichts vorgaukeln (wie erstgenanntes ‘Sachbuch‘) und er will nichts romantisieren (wie es Dan Brown im Prinzip tut) sondern Verschwörungstheorien als Unsinn entlarven und entmystifizieren. Das kuriose ist, dass Eco dabei nicht voll und ganz erfolgreich ist. Könnte man vielleicht sogar sagen, dass er unbeabsichtigt zur erneuten Mystifizierung der Themen beiträgt? You can‘t win! Hier eine Romanpassage:

Im Jahre 1912 tritt ein Germanenorden hervor, der eine ‘Ariosophie‘ propagiert, soll heißen, eine Philosophie der arischen Überlegenheit. Sechs Jahre später, 1918, gründet ein gewisser Baron von Sebottendorff eine Filiale, die Thule-Gesellschaft, einen Geheimbund, eine soundsovielte Variante der Strikten Observanz neutemplerischer Prägung, aber mit starken rassistischen Zügen: pangermanisch, neo-arisch. Und 1933 wird derselbe Sebottendorff schreiben, er habe gesät, was Hitler dann habe reifen lassen. Tatsächlich taucht das Hakenkreuz erstmals im Umkreis der Thule-Gesellschaft auf. Und wer gehört sofort zu dieser Thule-Gesellschaft? Rudolf Heß, Hitlers Schatten! Und dann Alfred Rosenberg! Und Hitler selbst! Und sicher habt ihr in der Zeitung gelesen, dass Heß sich noch heute in seinem Spandauer Gefängnis mit esoterischen Wissenschaften beschäftigt. Sebottendorff schreibt 1924 ein Büchlein über Alchimie und bemerkt, dass die ersten Experimente mit Atomspaltung die Wahrheit des Großen Werkes beweisen. Und er schreibt auch einen Roman über die Rosenkreuzer!

Umberto Eco: ‘Das Foucaultsche Pendel’ als WDR-Hörspiel von 1990 online Das Hörspiel mit Matthias Haase (als Casaubon), Karl Michael Vogler (als Jacopo Belbo), Christian Brückner (als Diotallevi), Otto Sander (als Oberst Ardenti), Anne-Marie Kuster (als Lorenza), Doris Plenert (als Amparo), Christoph Bantzer (als Aglie), Aljoscha Sebald (als Bramanti). In weiteren Rollen: Wolfgang Haubner, Barbara Schmidt-Troschke, Julia Wieniger, Omar Kalouti, Enrique Keil, Dirk Plönissen, Frank Stöckle, Michael Schenk, Christa Birkner, Bruno Winzen, Esther Linkenbach, Anne Wild und Oliver Krämer. Hier die Links für Teil 2 und Teil 3 und Teil 4. Übersetzung: Burkhart Kroeber. Bearbeitung: Richard Hey. Komposition: Matthias Thurow. Ton & Technik: Herbert Kuhlmanns; Matthias Thurow; Elke Tratnik  Regieassistenz: Thomas Werner. Regie: Otto Düben. Produktion: Westdeutscher Rundfunk / Bayerischer Rundfunk. Hinweis: Das Hörspiel startet mit einem 25 Min. langen Monolog (Rahmengeschichte) der wie ein Hörbuch wirkt, aber dann kommen die anderen Sprecher

 

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Der heilige Gral in der Popkultur Neben oben erwähnten Da Vinci Code (2005) ist der Heilige Gral, auf die eine oder andere Art, Thema von Filmen wie Monty Pythons Die Ritter der Kokosnuss (1975), John Boormans Excalibur (1981) Indiana Jones und der letzte Kreuzzug (1989), Terry Gilliams König der Fischer (1991), Die Nebel von Avalon (2001) nach Marion Zimmer Bradley, Das Blut der Templer (2004) und dem gleichnamigen Roman von Wolfgang Hohlbein, und Das verlorene Labyrinth (2012), Clip, nach dem Roman von Kate Mosse

Radio-Doku DLF-Sendung zum Tod von Umberto Eco. Mit Sprachwissenschaftler Prof. Dr. Jürgen Trabant

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