Catalani‘s opera ‘La Wally’ (1892) is based on the German novel ’Die Geierwally’ (1873) about a farmer’s daughter called Walburga ‘Wally’ Stromminger and her friendship with a bird of prey, an eagle - commonly called ’Geier’ (vulture) back then

‘Nun gut, so gehe ich denn, so weit der Klang der Glocken reicht, bis hin zum weißen Schnee…’ Wilhelmine von Hillerns Roman ’Die Geierwally’ (1873) inspirierte zahlreiche Verfilmungen und auch eine Oper. Obige Zeilen wurden, in der italienischen Orginalfassung, berühmt durch Maria Callas in Alfredo Catalanis Oper ‘La Wally’ (1892). Gleich mehr dazu. Vom Bayerischen Rundfunk ist ein exzellentes Radiofeature über die Autorin und ihren berühmten Roman online. Link folgt. Ebenfalls für das Hörbuch. Die einzige Verfilmung die es zur Zeit online gibt, ist ’Die Geierwally’ (1940), die aus Zeiten des Dritten Reichs stammt, aber dennoch von vielen Film-kritikern positiv bewertet wird, mitunter als ‘das eindrucksvolle Porträt einer nicht angepassten Frau’ (Der Spiegel). Das passt zur heißblütigen Titelheldin Walburga ‘Wally’ Stromminger. Sie wächst allein mit ihrem Vater auf einem Tiroler Bauernhof auf. Er ist ein wohlhabender aber brutaler Mann, der seiner Tochter harsch und lieblos behandelt. Aber sie lässt sich nicht unterkriegen. Man nennt sie die Geierwally weil sie es – im Gegensatz zu den jungen Männern der Gegend – wagte, ein Geier-nest an einer gefährlichen Bergwand auszuheben. Die Signifikanz wird im folgenden BR-Feature erklärt: Dies war keine sinnlose Mutprobe, sondern musste damals von Bergbauern gemacht werden, um ihre Lämmer vor den Klauen der Raubvögel zu beschützen. Im Feature wird auch erklärt dass es sich bei dem Geier – wie man damals alle Raubvögel nannte – eigentlich um einen Adler handelt. Jedenfalls wird Wally im Roman von dem Raubvogel angegriffen und verletzt. Sie tötet ihn mit Mühe und Not, schafft es aber, ein Vogelbaby zu retten. Es wird ihr bester und treuester Freund, genannt Hansl, und beschert der Geierwally ihren Namen. Der Stolz ihres Vaters hält jedoch nicht lange an. Er will, aus wirtschaftlichen Gründen, dass Wally einen Mann namens Vinzenz Gellner heiratet. Wally weigert sich. Sie liebt insgeheim den Bären-Joseph genannten Jäger Joseph Hagenbach, der später in der Geschichte eine wichtige Rolle spielen wird. Ihr Vater verbannt sie zur Strafe aufs Hochjoch, eine hochgelegene, unwirtliche Berglandschaft, wo sie als Hirtin den Sommer verbringen muss. Mit ihrem Geier als einziger Begleiter. Der Beginn von abenteuerlichen und tragischen Ereignissen
Fünf Stunden war Wally gestiegen, bald über ganze Felder duftiger Alpenkräuter, bald über fußtiefe Schneefelder und breite Moränen hin. Die durchwachte Nacht lag ihr lähmend in den Gliedern, und fast verzagte sie, das Ziel ihrer Fahrt zu erreichen. Hände und Füße zitterten ihr, denn fünf Stunden mit solch einem tückischen Berg um sein Leben kämpfen ist eine harte Arbeit. Schwere Tropfen perlten auf Wallys Stirn – da plötzlich wie mit einem Zauberschlage stand sie vor einer Wolkenwand. Sie war um eine Felsenecke gebogen, die sich vor die Sonne geschoben hatte, und nun umfing sie dichter Nebel, und ein eisiger Hauch trocknete ihr den Schweiß von der Stirn. Ihre Füße rutschten bei jedem Schritt, so spiegelglatt war hier der Boden. Sie stand auf Eis. Sie hatte den Gletscher betreten, die höchste Zacke des Hochjochkamms. Hier wuchs nur noch dürftiges Berggras zwischen Geröll und Schnee hervor, ringsum bläulich schimmerndes Eisgeklüft, reine, dies Jahr noch von keinem Menschen- oder Tierfuß beschmutzte Schneeflächen, tiefer Winter. Fröstelnd schauderte Wally zusammen. Dies war der Vorhof zur Eisburg Murzolls, von der im Ötztal so viele Sagen gehen. Es wehte sie fast gespenstig an aus diesen öden Eismauern, Höhlen und Verliesen, wie alte Schauer der Kindheit, als wohne hier wirklich der finstere Gletschergeist, mit dem die Luckard sie so oft zu Bett geschreckt, wenn sie eigensinnig war. (Passage aus dem Roman ‘Die Geierwally’ (1873) von Wilhelmine von Hillern)

Radio-Dokumentationen Ein interessantes Feature vom Bayerischen Rundfunk vom Jahr 2020 über den Roman ‘Die Geierwally’ (1873) und die Autorin Wilhelmine von Hillern. Eine Sendung von Justina Schreiber, hier im Gespräch mit der Historikerin Katharina Waldhauser. Länge: 24:23 Min. Und eine etwas kürzere Deutschlandfunk-Sendung von 2021 über die Filmpremiere des Heimatfilmklassikers ’Die Geierwally’ (1956)

 

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Oper mit Maria Callas In der Titelrolle von Alfredo Catalanis Oper ‘La Wally’ (1892), hier mit Ebben! Ne andrò lontana (Nun gut, so gehe ich denn), mit Bezug auf oben erwähnte Verbannung von Wally auf das einsame Hochjoch. Für das Bild wählte ich eine andere Aufnahme, 1960 mit Renate Tibaldi, mit Bergmotiv auf der LP

Verfilmung online Momentan ist der oben erwähnte Spielfilm ’Die Geierwally’ (1940) online. Mit Heidemarie Hatheyer (1918-1990) als Wally, und Sepp Rist (1900-1980) als Bären-Joseph. Gute Film- und Tonqualität

Hörbuch online Teil 1 der Lesung des Romans ’Die Geierwally’ in zwei Teilen, hier Teil 2. Gesamt ca. 6 St.

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