We like the Blues, and we like Albert King (1923-1992) whose 90th birthday is today. We also like that pointy guitar of his. It's a Flying V, from Gibson. He later had a custom-built V called Lucy. and a special song for it called I Love Lucy. Link below

Wir sind Blues-Fans, wir mögen Albert King, und auch die alten Gitarren-Klassiker auf denen die bluesigen Klänge entstanden die Rockmusiker von Eric Clapton bis Stevie Ray Vaughan beeinflussten. Die Gibson Flying V war und ist nicht so verbreitet wie andere Gibson-Modelle, zum Beispiel die Les Paul, die zum Markenzeichen von Leuten wie Jimmy Page wurde, oder die Gibson SG die man von AC/DCs Angus Young kennt. Uns fiel die Flying V wahrscheinlich erstmals bei Andy Powell von Wishbone Ash auf, oder vielleicht bei Tom Petty. Gelegentlich auch mal bei den Stones, zumindest in Filmen, wie vom 1969-Konzert Stones in the Park. Aber für uns passt die Flying V, rein vom Aussehen her, nicht so besonders zu so spindeldürren Gitarristen, denn die V wirkt aufgrund ihrer expandierenden Flügelform – daher auch die Beschreibung als fliegendes V – ziemlich groß. Weit besser geeignet für Albert King der, mit Verlaub, wie ein Wandschrank gebaut war. Der Mann war der Flying V auch sehr treu, spielte sie auf so gut wie allen Aufnahmen und Konzerten. Er hatte später eine speziell für ihn gebaute Flying V die er Lucy nannte. Die war zwar von einem privaten Gitarrenbauer und somit nicht von Gibson, hatte aber die gleichen Maße und sah, bis auf einen anderen Gitarrenkopf, genau wie die Gibson aus – und klang auch so. Wobei der Sound von Albert King auch sehr auf seiner ureigenen Spielart beruhte. Wo heute fast jeder Gitarrist ein Dutzend elektronische Effekte benutzt um einen ‘individuellen Klang’ zu kriegen, arbeiteten die alten Bluesleute noch viel mit dem schieren physischen Einsatz und der Finesse mit denen die Gitarrensaiten bearbeitet und dem Holz der Instrumente Klänge entlockt wurden. Für so etwas eignet sich die Flying V, die mit ihrem massiven Körper einen dichten und in Bezug auf Frequenzen, einen ziemlich ‘mittigen’ Klang hat, sehr gut. Das originelle Design der Flying V stammt aus den 50er Jahren, in der Tat, die Gitarre feierte 2008 ihr 50. Jubiláum. Der damalige Gibson-Präsident Ted McCarty wollte die Marke Ende der Fünfziger modernisieren, Seinerzeit hatten E-Gitarren noch weitgehend den Sanduhr-Look von Cellos und Akustikgitarren. Vielleicht war das schnittige Design von 50er Jahre Automobilen mit ‘Haifischflossen’ ein Einfluss auf die Form der Flying V, vielleicht waren es die pfeilförmigen Flugzeuge die damals die Aufbruchsstimmung eines Raumfahrtzeitalters verkörperten. Würden die Musiker mitziehen? 

High flying birds: Gibson's 1950's Flying V design has been called futuristic and may have been influenced, consciously or unsconciously, by the shape of jet plane wings or shark fin shaped automobiles. But Mother Nature beat them all to it

Offenbar war die Flying V ihrer Zeit etwas zu weit voraus: Der Markt war von den Instrumenten seinerzeit überhaupt nicht angetan. Im Jahr 1958 wurden nur 100 Flying Vs gebaut, und einige davon wurden von Händlern gar nicht erst zum Verkauf angeboten sondern als Gimmick, wie Aushängeschilder an Ladenfronten festgeschraubt. Die wurden allerdings öfters geklaut, hauptsächlich weil Flying V Besitzer sonst nirgendwo Ersatzteile für ihre Gitarre finden konnten. Das halten wir für mildernde Umstände! Aufgrund ihrer Seltenheit sind ganz normale Flying Vs aus den Jahren ’58 und ’59 heutzutage oft über 100.000 Euro wert, und weit mehr wenn sie von bekannten Musikern stammen. Albert King war einer der wenigen der dieses Gitarrenmodell in den Fünfziger Jahren exponierte, was letztendlich viel dazu beitrug dass die Flying V im Jahr 1967 neu herausgebracht wurde. Zu dem Zeitpunkt war es dann auch Jimi Hendrix der die V in Mode brachte. Nicht zuletzt durch sein mit psychedelischen Mustern verziertes Model. Hendrix war öfters live mit der V zu sehen, und es wird weitgehend angenommen dass er die Flying V bei den Studioaufnahmen von All Along the Watchtower benutzte. Schwer, hundertprozentig zu bestätigen, weil er oft allein im Studio arbeitete. Bei Albert King bestehen hingegen nicht die geringsten Zweifel, er sang sogar ein Lied über seine Flying V, Es heißt I Love Lucy, hier ein YouTube Clip, und es ist voll mit humorvollen Innuendos wie:

I remember the first time I took Lucy to a night club, all the fellows ran up and wanted to run their fingers up and down her neck. I said: Aah! You do that, you make me mad as hell – because I love her, I love Lucy, yes I do. And if you put you hands on my Lucy, there ain’t no telling what I might do to you’  (Albert King with Booker T & & The MGs)

Richtig so. Pfoten weg! Dies ist übrigens ist eins der Lieder auf der Best Of Kompilation oben im Foto. Zusammen mit anderen Klassikern wie Born under a Bad Sign und achtzehn anderen. Dieses Album von Stax Records ist auch deshalb empfehlenswert weil ein Booklet mit 8 Seiten an Liner Notes und Infos über Albert King dabei ist. Bleibt die Frage, wer besitzt zur Zeit eigentlich Albert Kings Flying V Gitarren? Unseres Wissens, kein anderer als der Actionfilm-Schauspieler Steven Segal, der ein großer Blues-Fan ist, sogar selber ein ziemlich guter Gitarrist. Und als Kampfsportspezialist wird er sicherlich gut darauf aufpassen dass Albert Kings Flying Vs nicht abhanden kommen. Zum Abschluss heute eine schöner 30 Jahre alter Videoclip in dem man den jungen Gitarristen Stevie Ray Vaughan & Albert King zusammen im Studio sieht. Zwei unserer Lieblingsgitarristen und zwei Leute die zu Lebzeiten auch als sympathische Typen rüberkamen

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Info   Obiges Lied Don’t Lie to Me ist von der DVD Albert King & Stevie Ray Vaughan in Session, mit 10 Liedern und 60 min. Spieldauer. Ebenfalls im Onlinehandel erhältlich ist das Album The Very Best of Albert King, mit 20 Liedern als Download oder CD, siehe obiges Foto / Es gibt einen deutschen Wiki-Artikel mit weiteren Infos über Albert King / und ebenfalls ein Wiki-Artikel über das Flying V Gitarrenmodell von Gibson

Avenita Kulturmagazin