Isabelle Adjani is very good as Emily in André Téchiné's biopic Les Sœurs Brontë (1979). Emilys poem Love and Friendship is represented here as a dialog on the moors between her and her sister Anne. Music featured throughout the movie is a song by Robert Schumann from a poem by Goethe. There's a link for the song, and a fan trailer for the movie below

Isabelle Adjani spielte in Les Sœurs Brontë die Rolle von Emily Brontë, von der auch ein Gedicht vorkommt, als Dialog mit ihrer Schwester Anne

Love and Friendship

Love is like the wild rose-briar,
Friendship like the holly-tree—
The holly is dark when the rose-briar blooms
But which will bloom most constantly?

 

The wild rose-briar is sweet in spring,
Its summer blossoms scent the air;
Yet wait till winter comes again
And who will call the wild-briar fair?

 

Then scorn the silly rose-wreath now
And deck thee with the holly’s sheen,
That when December blights thy brow
He still may leave thy garland green.

 

André Téchinés biografischer Spielfilm über die Brontë-Schwestern enthält viele interessante Details, zum Beispiel der häufige Einsatz eines deutschsprachigen Lieds – nach einem berühmten deutschen Dichter. Gleich mehr darüber. Erstmal zu Emilys Gedicht über Liebe und Freundschaft. Das Gespräch mit den Kernaussagen des obigen Gedichts passiert im Film als Emily bei einem Spaziergang auf dem Moor Anne bei einem Bach sieht. Sie pflückt dort Blumen und sagt zu Emily: Sieh mal, hier blüht wilder Rosenstock, schön, nicht? Emily sagt, es ist eine Heide-Rose, im Volksmund auch Hunds-Rose genannt. Anne: Du magst sie doch? Emily dreht sich um, geht ein paar Schritte zu einer Stechpalme, auf Englisch holly genannt, und sagt: Nein, diese Stechpalme ist mir lieber. Anne: Wirklich? Aber die Stechpalme hat doch nichts besonderes, sie sieht traurig aus. Emily: Du siehst nur die äußere Erscheinung der Dinge, du begeisterst dich für deinen Rosenstrauch doch nur weil er zur Zeit so schöne Blüten trägt. Aber bald wird er alle seine Blüten verlieren. Kannst du im Winter immer noch sagen, wie schön die Rose ist? Die Stechpalme dagegen ist immer grün. Der wilde Rosenstock, das ist die Liebe, und nur ein einziges mal kann diese Liebe blühen. Ich verachte sie und trete sie mit den Füßen, ich pfeife auf ihre Nichtigkeit. Die Stechpalme, das ist die Freundschaft, sie wird noch sein wenn unser Winter kommt. Und mit diesen Worten steckt Emily ein paar Stechpalmenblätter in Annes Haare. 

Der französische Regisseur André Téchiné hat mit Les Sœurs Brontë (1979) einen sehenswerten Film gedreht, zu einer Zeit als die Brontë-Schwestern noch nicht ganz so angesagt waren wie heute. Der Film romantisiert die drei jungen Schriftstellerinnen nicht, sondern konzentriert sich auf ihr alltägliches Leben bevor sie bekannt wurden. Erst am Ende sehen wir wie Charlotte Brontë in London erstmals ihre Verleger trifft, die bis dahin, aufgrund ihres Pseudonyms Currer Bell, davon ausgegangen waren dass der Autor des Romans Jane Eyre (1847) ein Mann war. Emily hingegen stirbt ohne die geringste Ahnung dass ihr Roman Sturmhöhe (1847) zum Weltklassiker werden sollte. Der Film deutet an dass die negativen Kritiken die sie zu Lebzeiten noch mitbekam, ihr ziemlich zusetzten. Trotz ihrer nach außen hin harten, unsentimentalen Persönlichkeit – exzellent dargestellt von Isabelle Adjani. Aber der Film gibt auch Emilys Schwestern viel Spielraum. Der jungen vernuftbetonten Anne Brontë, gespielt von Isabelle Huppert, und Charlotte Brontë von der sympathischen, vor kurzem verstorbenen Marie-France Pisier (1944-2011). Der Film benutzt seine zwei Stunden Spieldauer auch um sich mit dem problematischen Bruder der Schriftstellerinnen, Branwell Brontë, zu beschäftigen. Man sieht einiges von Emilys stoischer Loyalität Branwell gegenüber wenn Emily zum Beispiel bei Wind und Wetter draußen vor der Wirtschaft Black Bull darauf wartet, ihren von Alkohol und Opium ausgezehrten Bruder nach Hause zu tragen. Dies ist kein Hollywood-Film mit Happy End, aber es ist ein eindrucksvoller Film in den offensichtlich viel Arbeit und Herzensblut von André Téchiné geflossen ist. Was das oben erwähnte deutsche Lied anbelangt das im Film öfters auftaucht: Es ist Ach neige, du Schmerzenreiche von Goethe, ein Lied aus Faust, wo es von Gretchen im Kerker gesungen wird. Es ist das erste Lied das man in Les Sœurs Brontë (1979) hört, mit den Zeilen:

Die Scherben vor meinem Fenster
Betaut’ ich mit Tränen, ach!
Als ich am frühen Morgen
Dir diese Blumen brach.

Diese Zeilen in der Vertonung von Robert Schumann erscheinen im obigen YouTube-Clip ab 2:40 min, und das Lied taucht mehrmals im Film auf. Was obiges Foto von Isabelle Adjani als Emily mit ihrem großen, treuen Hund namens Keeper anbelangt, können wir uns an diese spezifische Szene nicht erinnern. Entweder haben wir sie verpasst oder sie ist Teil der ursprünglichen 3 Stunden langen Fassung des Films der fürs Kino auf ca. zwei Stunden gekürzt wurde. Es wäre interessant die geschnittene Stunde Filmzeit irgendwann mal – zumindest als Extramaterial – sehen zu können. Vielleicht könnte man den Film dann auch für eine dreiteilige TV-Serie schneiden? Momentan ist der Film nur teuer als französischer Import-DVD erhältlich, wobei die Blu-ray wenigstens englische Untertitel hat.

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Weitere Infos  Ein Trailer für den Spielfilm Les Sœurs Brontë (1979) von André Téchiné

Avenita Kulturmagazin