Floyd song The Red Queen is one of those 'the one that got away' outtakes that would have been fine as an album track on a number of late 60s, early 70s Floyd LPs. We checked out some background info about the Zabriskie Point (1970) soundtrack in Floyd member Nick Mason's autobiography

Pink Floyd nahmen für Michelangelo Antonionis Zabriskie Point (1970) Musik in Albumlänge auf deren Großteil jedoch weder im Film noch auf dem Soundtrack erschien. Nachfolgend ein, zwei gute Floyd-Lieder die Leser vielleicht noch nie gehört haben aber wahrscheinlich mögen werden. Plus Info dazu aus der Autobiografie Inside Out von Floyd-Mitglied Nick Mason. Mindestens einer der damals unveröffentlichten Outtakes hätte gut als Albumtrack auf Floyd-LPs wie Atom Heart Mother oder Meddle gepasst. Nicht nur die Musik, auch der Text ist interessant. Die Schachthematik (Red Queen = schwarze Königin) ist von Lewis Carrolls Kinderroman Alice hinter den Spiegeln (1871) inspiriert.

He made his way to the border
In the shadow under the trees
Down by a stream in a hollow
Turn your head, feel the breeze
.
And the Red Queen was waiting for the news
For the White King to move
And the balance hung upon the head of one who tried
To stay within the shadows
And keep his undercover secret tight
.
They let him in by a back way
Into a chamber reserved for the Queen
She took the note that he gave her
Opened it slowly and started to read
.
Run to the treasury and bring me back some gold
Give it to the pawn who came, she cried
She says the white King thinks the game of chess is wrong
And all the courtiers crowded her
And this is what she told the gathered round
.
Go to the store by the dungeon
Take all the red paint, take all the white
Make up a newborn colour
Cover your neighbor we’ll be all right
.
There will be no game today, she cried across the board
Everyday will be a holiday
And all the pieces cheered as tidings spread abroad
And the Pink Queen sat and smiled at the cat who smiled back
.

Das Lied macht mit Erwähnungen vom Weißen König und vom Bauern (auf Englisch: pawn) mehrere Anspielungen auf die Alice im Wunderland Story, genauer gesagt, deren Fortsetzungsroman, in dem Alice hinter dem Spiegel eine Parallelwelt mit lebendigen Schachfiguren findet. Im Lied beschließen die Schachfiguren, aus den Farben Weiß und Rot eine neue Farbe, anzumischen, alle Figuren Rosa anzumalen, den Wettkampf ruhen zu lassen und Urlaub zu machen. Willkommen im Hippieparadies! Für die Zabriskie Point Aufnahmen ging die Band im Dezember 1969 nach Rom und wohnte auf Einladung der Filmfirma MGM im luxuriösen Massimo d’Azeglio Hotel. Wegen der Auslastung des Studios musste die Band allerdings sämtliche Aufnahmen des Nachts, zwischen Mitternacht und neun Uhr morgens machen. Die Bandmitglieder waren in musikalischer Topform, mit vielen Ideen, hatten aber Probleme damit, es Regisseur Antonioni Recht zu machen. Roger Waters ging nachmittags mit den Tonbändern zum römischen Filmstudio-Komplex Cinecittà, nur um wiederholt von Antonioni gesagt zu bekommen dass die Musik ihm ein zu melancholisch oder ‘zu stark’ klänge. Ursprünglich sollten Pink Floyd den gesamten Soundtrack machen, so wie sie es für den exzellenten Soundtrack von dem Film More (1969) gemacht hatten. Antonioni hatte auch ihr neustes Album Ummagumma (1969) gehört, von dem ihm besonders das atmosphärische Lied Careful with That Axe, Eugene gefiel. In der Tat, das einzige Floyd-Lied das letztendlich im Film eine nennenswerte Rolle spielt ist Come In Number 51, Your Time Is Up, de facto ein Remake von Eugene unter einem anderen Namen. Das Lied passt tatsächlich gut zum Ende von Zabriskie Point, als die Luxusvilla in der Wüste in die Luft fliegt und die Explosion mit 18 Kameras und per Zeitlupe in einer mehrere Minuten langen Szene festgehalten wird. Für die meisten anderen Filmszenen wählte Antonioni letztendlich Musik von anderen Bands wie Grateful Dead, den Rolling Stones und Jerry Garcia. Das passt in den meisten Fällen ganz gut zum Film, aber dabei ließ sich Antonioni auch einiges entgehen, wie die Zabriskie Point Komposition The Violent Sequence von Pink Floyd Keyboarder Richard Wright (1943-2008), ein Lied das später unter dem Namen Us and Them auf dem Floyd Album Dark Side of the Moon (1973) zum Millionenseller werden sollte. Der Film hingegen war kein Erfolg, er litt daran dass Michelangelo Antonioni (1912-2007) mit seinem vorherigen Filmerfolg Blow Up (1966) eine schwer zu erfüllende Erwartungshaltung geschaffen hatte. Wobei wir Zabriskie Point (1970) für einen interessanten und unterbewerteten Film über amerikanische Counterculture der späten 60er Jahre halten. Pink Floyd scheint das ähnlich gesehen zu haben, Richard Wright sagte: We really dug the film, but we didn’t agree with the way he used the music’.

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Weitere Infos  Der der komplette Zabriskie Point Soundtrack ist als Doppel-CD erhältlich, mit insgesamt 19 Liedern von verschiedenen Bands, wobei Pink Floyd mit 7 Kompositionen vertreten ist. Der Film  ist auf DVD erhältlich, hat beim deutschen Amazon eher schlechte, beim britischen Amazon eher gute Rezensionen. Er kann online zur Zeit auch auf YouTube ausgecheckt werden. Nick Masons Buch ist auf Deutsch erhältlich. Hinweis: Obige Fotos von Zabriskie Point Darstellern Mark Frechette & Daria Halprin sind nicht vom Buch

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