A 2002 BBC radio dramatisation of the novel 'Neuromancer' (1984) by William Gibson is online. Link below. Photo: My HarperCollins paperback edition: 'The sky above the port was the color of television, tuned to a dead channel'

‘Der Himmel über dem Hafen hatte die Farbe eines Fernsehers, der auf einen toten Kanal geschaltet war…’. Der Roman den der damals 35-jährige Autor im Jahr 1984 veröffentlichte ist ein SciFi-Meilenstein. Vom Kultroman entwickelte sich Neuromancer im Laufe der Jahre zum millionenfach verkauften Bestseller. Seit 2017 ist eine Verfilmung von Tim Miller, Regisseur von Deadpool, im Gespräch. Aber solche Projekte können sich hinziehen. Bis dahin setzt das aufwendige BBC-Hörspiel den Standard für Adaptionen. Hörspiel-Fans wissen, dass solche Produktionen nicht so leicht zu überbieten sind. Link folgt am Ende des Blogposts. Im Foto ist meine englische Romanausgabe. Die Story wirkt wie eine Mischung aus Raymond Chandler und George Orwell. Im Mittelpunkt ist ein Hacker namens Henry Case. Er hat seine Auftraggeber hintergangen, hat gestohlene Daten auf eigene Faust verkauft. Zur Strafe hat man sein Nervensystem vergiftet. Jetzt kann er sich jetzt nicht mehr in den Matrix genannten Cyberspace hineinschalten. Case, der zuvor ‘für die körperlosen Freuden des Cyberspace gelebt hatte’, schlägt sich seitdem in einer unter Hackern verpönten rein körperlichen Existenz durch.

Case war vierundzwanzig. Mit zweiundzwanzig war er ein Konsolen-Cowboy gewesen, einer der besten im Sprawl. Er war bei den ganz Großen in die Lehre gegangen. Mit ständigem Adrenalinüberschuss, einem Nebenprodukt seiner Jugend und seines Könnens, hing er an einem speziellen Cyberspace-Deck, das sein entkörpertes Bewusstsein in die Konsens-Halluzination der Matrix projizierte – ein Dieb, der für andere, reichere Diebe arbeitete, für Auftraggeber, die die erforderliche exotische Software lieferten, um schimmernde Firmenfassaden zu durchdringen und Fenster zu reichen Datenfeldern aufzutun. Er beging den klassischen Fehler, obwohl er sich geschworen hatte, gerade den um jeden Preis zu vermeiden: Er bestahl seine Auftraggeber. (Gekürzte Romanpassage)

Case sucht nach Möglichkeiten, sein Nervensystem zu reparieren. Durch ein Treffen mit einem kybernetisch modifizierten Mädchen namens Molly Millions und ihrem Arbeitgeber, dem ehemaligen US-Soldaten Armitage, bekommt Case eine Chance. Im Gegenzug muss er für Armitage arbeiten. Zusammen mit Molly und einem gefährlichen Kriminellen namens Peter Riviera sollen sie einen Datenspeicher stehlen auf dem das gesamte Bewusstsein der Cyberspace-Legende McCoy Pauley, genannt Dixie Flatline, gespeichert ist. So kommen sie auf die Spur eines gigantischen und geheimen Projekts: Zwei AI-Wesenheiten namens Wintermute und Neuromancer sollen miteinander verknüpft werden – um eine Superintelligenz ins Leben zu rufen. Erstaunlich an Gibsons Roman Neuromancer ist mitunter dass er im Jahr 1984 etwas sehr ähnliches wie das Internet beschreibt. Bevor das Internet wie wir es kennen, existierte. William Gibson, Jahrgang 1948, erfand das Wort Cyberspace, gründete das Cyberpunk-Genre und prägte den Begriff Matrix im Zusammenhang mit virtueller Existenz. Der Einfluss auf den Sci-Fi-Film Matrix (1999) ist unübersehbar. Viel Spaß beim Hörspiel.

 

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William Gibson: ‘Neuromancer’ als Hörspiel online Das BBC-Hörspiel mit Owen McCarthy (als Case), John Shrapnel (als Ratz), Nicola Walker (als Molly Millions), James Laurenson (als Armitage), David Webber (als Maelcum), Colin Stinton (als Dixie Flatline), David Webber (als Maelcum), David Holt (als Peter Riviera), Ann-Marie Wayne (als Lady 3Jane), Peter Marinker (als Ashpool), John Shrapnel (als Neuromancer), Andrew Scott (als Finn), Iain Dunnett (Musik), Mike Walker (Drehbuch), Andy Jordan (Regie). Produktion von 2002

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