There's a BBC radio dramatisation of Jane Eyre online. Link below. For the photo we used a 1969 edition from Paul Hamlyn with 57 illustrations, 19 in colour. Click for a closer look

Der Roman Jane Eyre (1847) ist weltberühmt, diente als Vorlage für mehrere Filme und ist momentan auch als Hörspiel online. Link folgt am Ende des Blogposts. Es ist eine aufwendige BBC-Produktion mit atmosphärischer Geräuschkulisse und vielen Sprechern, u. a. Ciarán Hinds als Mr. Rochester. Für Brontë-Fans habe ich eine meiner Romanausgaben ins Bild gesetzt die der eine oder andere Leser vielleicht noch nicht kennt. Es ist eine illustrierte Ausgabe mit 57 Bildern, 19 davon in Farbe. Links im Bild die Szene in der Jane den nach Thornfield zurückkehrenden Mr. Rochester zum ersten Mal trifft. Sie weiß nicht, wer der Reiter ist, und Rochester hat sie auch noch nie gesehen. Das Pferd scheut, Rochester fällt und Charlotte Brontë gibt ihrem Alterego Jane die erste Gelegenheit, einem schwierigen aber reformierbaren Mann unter die Arme zu greifen. Ein Bildungsroman wie er im Buche steht, eine der schönsten, spannendsten Liebesgeschichten der Literaturgeschichte. Das Hörspiel beginnt, wie der Roman, mit Janes Kindheit, erst als Waisenmädchen in einer Familie die sie schlecht behandelt und dann auch noch in ein Waisenhaus mit einem fiesen Pfarrer abschiebt. Trotz der harschen Bedingungen schlägt sich die zehnjährige Jane durch und schafft es im Laufe der Zeit, als mittlerweile achtzehnjährige Lehrerin, ihren eigenen Lebensweg zu gehen. Sie schafft den Absprung vom Waisenhaus, indem sie per Zeitungsannonce eine Anstellung als Dienstmädchen sucht und daraufhin ein Angebot von einem Gut namens Thornfield bekommt.

‘Ist hier in der Nähe ein Ort namens Thornfield?’, fragte ich den Gastwirt, der auf mein Klingeln erschienen war. ‘Ist Ihr Name Jane Eyre? Ja, es wartet jemand auf Sie.’ Ein Mann stand in der offenen Tür und auf der von Laternen erhellten Straße konnte ich die Umrisse eines einspännigen Gefährts sehen. Ich fragte ich, wie weit es bis Thornfield sei. ‘So um die sechs Meilen.’ ‘Und wie lange fahren wir?’ ‘Vielleicht anderthalb Stunden’ Er schloss die Wagentür, kletterte auf seinen Sitz, und wir fuhren los. Wir kamen nur langsam voran, und ich hatte reichlich Zeit zum Nachdenken. Ich ließ das Fenster herab und blickte hinaus. Millcote lag hinter uns. So weit ich erkennen konnte, fuhren wie durch eine Art Weideland, aber überall waren vereinzelte Häuser zu sehen. Die Straßen waren aufgeweicht und die Nacht war nebelig. Der Kutscher ließ sein Pferd die ganze Strecke im Schritt gehen, und aus den anderthalb Stunden wurden zwei. Endlich wandte er sich um und sagte: ‘Wir sind jetzt nicht mehr weit von Thornfield.’ Ich blickte wieder hinaus. Wir fuhren an einer Kirche vorbei, ich sah den niedrigen, breiten Turm der sich gegen den Himmel abzeichnete. Dann sah ich eine Reihe von Lichtern auf einer Anhöhe; es war ein winziges Dorf. Nach etwa zehn Minuten stieg der Kutscher ab und öffnete ein Tor. Wir fuhren über den Fahrweg eines Parks und an der Front eines Hauses entlang. Kerzenschein fiel durch eins der Bogenfenster, alle übrigen waren dunkel. Der Wagen hielt vor der Haustür. Eine Dienerin öffnete; ich stieg aus und betrat Thornfield Hall. (Gekürzte Romanpassage aus ‘Jane Eyre’)

Two more of my editions: Left, a Penguin edition from 1966, with the portrait of Charlotte Brontë by George Richmond. Plus a 2003 Penguin edition. Both with extensive introductions from Q. D. Leavis und Michael Mason respectively

Aber das ist erst der Anfang. Die Geschichte hat märchenhafte Elemente à la Cinderella und Die Schöne und das Biest, aber auch Elemente aus dem Leben der Brontë-Schwestern. Im Foto sind übrigens zwei weitere Jane Eyre Ausgaben aus meiner Sammlung. Die ältere Penguin Ausgabe (1966), links, hat einen Ausschnitt von George Richmonds Charlotte Brontë Porträt auf dem Cover. Auf der neueren Penguin Ausgabe (2003) ist ein Gemälde namens The Governess (1851) von Rebecca Solomon. Beide Ausgaben haben, was in Deutschland leider selten der Fall ist, viel Zusatzmaterial. Jeweils mehr als 20 Seiten an Einführungen von Q. D. Leavis und Michael Mason respektive. Hier bekommt man neben einem kompetenten Überblick und faszinierende Details. Ich wusste bis dahin z. B. nicht dass Charlotte Brontë keine illustrierte Ausgabe wollte, weil Jane und Rochester von ihr spezifisch als nicht besonders gut aussehend beschrieben wurden (ein Unterschied zu den meisten Filmversionen) und sie meinte dass Illustrationen somit nicht besonders bei Lesern ankämen. Ein interessanter Punkt der mich ermutigt, eine zusätzliche Interpretation, zu den zahllosen schon existierenden Interpretationen, des Romans zu wagen: Geht es bei Jane Eyre nicht auch darum dass innere Schönheit wichtiger ist als äußere?

 

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Charlotte Brontë: ‘Jane Eyre’ als Hörspiel online Das BBC-Hörspiel Teil 1 mit Sophie Thompson (als Jane Eyre), Ciaran Hinds (als Mr Rochester), John Duttine (als St John Rivers), Julian Glover (als Mr Brocklehurst), Anne Stallybrass (als Mrs Fairfax), Elizabeth Bell (als Mrs Reed), Daniel Main (John Reed), Elaine Claxton (Bessie / Helen), Frances Jeater (als Miss Temple), Vivienne Rochester (Bertha), Oona Beeson (Adela), Tina Gray (als Grace Poole / Hannah), Gareth Armstrong  (als Carter), Gavin Muir (als Mason), Angela Down (als Diana), Kristin Milward (Blanche). Hier Link für Teil 2 und Teil 3 und Teil 4. Hörspielbearbeitung: Michelene Wandor. Regie: Cherry Cookson. Produktion vom Jahr 1994

Neu! Charlotte Brontë: ‘Jane Eyre’ deutsches Hörspiel von 2005 online Das NDR/RB-Hörspiel Teil 1 mit Sascha Icks (als Jane Eyre), Christian Redl (Mr Rochester), Marike Petrich (Jane Eyre als Kind), Sylvester Groth (St John Rivers), Witta Pohl (Mrs Fairfax), Dietrich Mattausch (Mr Brocklehurst), Dorothea Gädeke (Miss Temple), Lea Sanft (Adele), Katharina Burowa (Blanche Ingram), Franziska Schubert (Helen Burns), Gabriela Maria Schmeide (Diana Rivers), Verena Güntner (Rosamond Oliver), Siegfried W. Kernen (Briggs), Jens Wawrczeck (Richard Mason) u. a. Hier Link für Teil 2 und Teil 3. Musik: Ramesh Shotham & Annie Whitehead. Bearbeitung & Regie: Christiane Ohaus. Produktion: SR/Deutschlandradio Kultur/NDR/RB 2005

Verfilmung Deutscher Trailer für Spielfilm Jane Eyre (2011) mit Mia Wasikowska und Michael Fassbender

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