Mikhaíl Bulgakov is best known for his novel The Master and Margarita, which inspired Patti Smith and the Stones. His novel The White Guard, set during the Russian civil war, has been adapted as a BBC radio dramatisation. Link & infos below

Er machte Drogenerfahrungen, lebte in einer Kommune, inspirierte Patti Smith und die Rolling Stones. Infos dazu im nachfolgenden Blogpost. Sein Debütroman Die weiße Garde (1925) spielt zu Zeiten der russischen Revolution. Das BBC-Hörspiel nach dem Roman ist drei Wochen online. Link folgt. Die Story ist autobiografisch geprägt. Der in der Ukraine geborene russischsprachige Autor Michail Bulgakow (1891-1940) kam 1918 als Militärarzt nach Kiew, kurz bevor die Stadt in Chaos versank und zum Schlachtfeld verschiedener Fraktionen des Bürgerkriegs wurde. Bolschewisten, ukrainische Nationalisten und zarentreue Weißgardisten kämpften um die Herrschaft der Stadt. Bulgakow beschreibt das Leben einer intellektuellen Mittelklassefamilie inmitten der blutigen Umwälzungen: ’’Es war groß und fürchterlich, das Jahr 1918 n. Chr, das zweite nach Beginn der Revolution. Es war reich an Sonnenschein im Sommer, reich an Schnee im Winter. Hoch am Himmel standen zwei Sterne: der abendliche Hirtenstern Venus und der rote, flimmernde Mars…”. So die ersten Zeilen des Roman, frei aus dem Englischen übersetzt. Die Sterne haben hier offenbar eine symbolische Bedeutung denn sie werden auch am Ende des Romans erwähnt. Im Mittelpunkt sind die drei Geschwister der Familie Turbin: Der 28-jährige Militärarzt Alexei, sein 17-jähriger Bruder Nikolka und ihre 24-jährige Schwester Elena. Die Turbins, die Unterstützer des Zaren sind, harren in ihrem Familienhaus in Kiew aus.

The story centers on a middleclass family in Kiev living through revolutionary upheavals. Above, a scene from a Russian TV adaption. The St Vladimir statue features in the novel too

Die Beschreibung des Turbin-Hauses im Roman ähnelt dem echten Haus in dem Bulgakow als Kind und später als Arzt lebte und wo er 1920 Die weiße Garde schrieb. Das Bulgakow-Haus in Kiew ist heute ein Museum mit vielen Artefakten, Büchern und Fotos von Bulgakow. Ein weiteres wichtiges Museum ist in Moskau, der Stadt in der Bulgakow ab 1921 bis zu seinem Tod lebte und arbeitete. Gleich mehr dazu. Heute ist Bulgakow in einem politischen Spannungsfeld zwischen Russland und Ukraine, in dem Sinn dass beide ihn als ihren Schriftsteller beanspruchen. Wegen dem Krim-Konflikt – zu dem ich nicht meinen Senf gebe – hat sich dieses Tauziehen noch verschärft, wie ich online einem New York Times Artikel namens ’’Conflict uncovers a Ukrainian identity crisis over deep Russian roots” entnehme. Der Roman hat also durchaus Verbindung zu aktuellen Themen. Links im Bild ist die berühmte Wladimir-Statue von Kiew, die am Ufer des Flusses Dnjepr in Richtung Moskau schaut, eine Szene aus der russischen TV-Verfilmung White Guard (2012). Die Statue kommt auch im Roman vor, dessen letzte Zeilen – in denen die Sterne wieder erwähnt werden – frei übersetzt folgendermaßen lauten: ’’Am Ufer des Flusses leuchtete das Wladimir-Kreuz über der blutigen, schneebedeckten Erde hoch in den dunklen Himmel. Von weitem sah es aus als hätte das Kreuz sich in ein bedrohlichen Schwert verwandelt. Aber vor dem Schwert braucht man sich nicht zu fürchten. Alles vergeht – Schmerz, Blut und Hunger. Auch das Schwert wird vergehen. Aber die Sterne bleiben erhalten, selbst wenn die Schatten unseres Daseins und unserer Taten von der Erde verschwunden sind. Alle Menschen wissen das, und trotzdem richten wir unsere Augen nicht auf die Sterne. Warum?”.

BBC-Hörspiel / Radio dramatisation Das 2-teilige BBC-Hörspiel The White Guard ist momentan 3 Wochen online. Eine aufwendige Produktion in der mitunter Schlachtszenen dargestellt werden und in der auch Opernmusik vorkommt. Ich konnte sie auf Anhieb nicht identifizieren, aber in Bulgakows Romanvorlage werden u. a. Verdis Aida, Tchaikowskis Eugen Onegin, Gounods Faust und übrigens auch Kiews altes Opernhaus erwähnt. Zu Beginn des Hörspiel sind die Brüder Alexei und Nikolka in einem Wirtshaus in Kiew und sprechen über die komplexe Kriegssituation, in der auch deutsche und k.u.k.-Truppen involviert waren

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Bulgakow und Rockmusik Patti Smith ist Fan des Autors. Ihr LP-Titel Banga (2012) wurden von Bulgakows Roman Der Meister und Margarita inspiriert, darin ist Banga der Name des Hundes von Pontius Pilatus. Siehe Clip mit Patti Smith Interview dazu. Auch der Stones Song Sympathy for the Devil, siehe Clip, wurde von dem Buch inspiriert und erwähnt in den Zeile ‘I stuck around St. Petersburg when I saw it was a time for a change. Killed the Tsar and his ministers Anastasia screamed in vain‘ spezifisch die russische Revolution

Bulgakow und Drogen (und Daniel Radcliffe) In der Geschichtensammlung Aufzeichnungen eines jungen Arztes (1925), die von seinen Erfahrungen in einem Dorfkrankenhaus handelt, beschreibt Bulgakow wie er abhängig von Morphin wurde, das er anfangs nur als Schmerzmittel benutzte. Er hatte unter Drogeneinfluss einige Visionen die später in den Roman Der Meister und Margarita einflossen. Die engl. TV-Serie A Young Doctor’s Notebook (2013) mit Harry Potter Star Daniel Radcliffe basiert auf Bulgakows Geschichten

Wussten Sie schon?  Die eingangs erwähnte Kommune in der Bulgakow lebte, war eine große Wohnung in Moskau in der er 1921-24 mit seiner Ehefrau Tatiana Lappa und ca. einem Dutzend anderer Künstler lebte und arbeitete. Heute ist es das Bulgakow Museum in Moskau in der in der Bolshaya Sadovaya Straße 10.

Hörspiel verpasst? Die Sachen werden öfters wiederholt, ich werde im Blog Bescheid sagen

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