Mansfield Park was published 200 years ago. In an essay for the Penguin edition, above, Tony Tanner calls it one of the most profound novels of the 19th century. In it Austen quotes William Cowper, and also Walter Scott's The Lay of the Last Minstrel. Loreena McKennitt has put it to music. See clip

Am 9. Mai 1814 wurde Jane Austens Mansfield Park veröffentlicht. Nicht so bekannt wie andere ihrer Romane, vielleicht weil bisher noch keine super erfolgreiche Verfilmung, vom Kaliber von Austens Stolz und Vorurteil, gemacht wurde. Wir mögen das BBC-Hörspiel, links im Bild. Eine aufwendige Produktion, mit Musik die speziell fürs Hörspiel komponiert wurde. Apropos Musik, wir suchen in Austen-Romanen gerne nach Anspielungen auf Musik und Dichtung. In Mansfield zitiert Fanny Price den Dichter Walter Scott, den Austen verehrte. In Kapitel Neun zitiert sie zwei Zeilen von The Lay of the last Minstrel. Text von diesem Gedicht wurde auch von der Musikerin Loreena McKennitt vertont

Text: Sir Walter Scott
Gedicht: The Lay of the last Minstrel (1805)
Loreena McKennitt - An Ancient Muse (2006)
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Ein schönes Lied, besonders zusammen mit den Bildern von alten Burgen etc. Ich schätze das hätte auch Jane gefallen. Ein weiteres Gedicht das in Mansfield Park zitiert wird ist The Task von William Cowper, den Austen ebenfalls schätzte. Der renommierte Literaturkritiker Tony Tanner schrieb in der Einführung in der obigen Penguin Classics Ausgabe, dass er Mansfield Park für einen der profundesten Romane des 19. Jahrhunderts hält. In diesem Buch, das Austen im Alter von 36 im Familienhaus in Chawton begann, spiegeln sich für Tanner die Umwälzungen von einem ländlich und aristokratisch geprägten England zu einer Industriegesellschaft. Anhand der jungen Hauptfigur Fanny Price und anderen Bewohnern vom Landgut Mansfield Park, das gemäß Tanner auf Cottesbrooke Hall in Northamptonshire basiert, deutet Austen an dass traditionelle Werte Englands durch die industrielle Revolution unterminiert und korrumpiert werden. So interpretiert es jedenfalls Tony Tanner in seinem 30-seitigen und sehr lesenswerten Essay dieser Penguin Ausgabe. Austen ist vielschichtig und dies ist sicher nicht die einzige Interpretation, aber sie inspirierte uns dazu den heute 200 Jahre alten Roman Mansfield Park erneut zu lesen. Hier ein paar Zeilen:

Fanny freute sich, dass Edmund bei ihr am Fenster blieb und, gleich ihr, seine Augen zum Sternenhimmel erhob, der sich in feierlichem Glanz über die schwarzen Schatten der Wälder breitete. ‘Wie schön das ist’, sagte sie leise. ‘Dort oben ist Ruhe und wahre Harmonie. Wie klein alles andere dagegen scheint …Musik – Malerei – sogar die Poesie kann nur unvollkommene Versuche machen, es zu beschreiben. Bei diesem Anblick muss jedes Herz zur Ruhe kommen. Wenn ich in einer solchen Nacht zum Himmel aufschaue, ist  es mir, als könnte es auf der Welt keinen Kummer und keine Schlechtigkeit geben – und es gäbe auch bestimmt weniger davon, wenn die Menschen sich öfter von der Erhabenheit der Natur durchdringen ließen.’ ‘Ich  freue mich deiner Begeisterung’, sagte Edmund. ‘Es ist eine wunderbare Nacht, und mir tun die Menschen Leid, die nicht empfinden gelernt haben, was du so tief fühlst. Menschen die nicht von Jugend an zur Freude an der Natur hingeleitet wurden, sie ahnen nicht, wie viel sie verlieren.’ Fanny sah ihn an und sagte, ‘Du hast  mich denken und fühlen gelehrt, Edmund. In diesem Gegenstand warst du mein Schulmeister.’ ‘Ich hatte eine sehr gelehrige Schülerin, antwortete Edmund. ‘Sieh nur, wie hell Arktur dort leuchtet.’ ‘Ja, und der Große Bär, sagte Fanny mit Blick zum Himmel.‘Ich möchte das Sternbild Kassiopeia sehen.’ (Gekürzte Romanpassage)

Wussten Sie schon? Die englische Schriftstellerin und Austen-Verehrerin Virginia Woolf (1882-1941) erwähnte obige Mansfield-Passage 1913 in einem Essay im Times Literary Supplement. Woolf fand, dass Austen in diese Zeilen über ihren üblicherweise zurückhaltenden Schreibstil hinausging und den Geist von Schönheit und Romantik durch die Zeilen atmen ließ. Woolf wünschte sich, dass Austen dies öfter getan hätte und überlegt, wie sich ihre Romane entwickelt hätten, wenn Austen nicht mit 41 Jahren gestorben wäre.

 

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Jane Austen: ‘Mansfield Park’ als Hörspiel online Das BBC-Hörspiel Mansfield. Mit Robert Glennister (als Edmund Bertram), Amanda Root (als Fanny Price), Andrew Wincott (Henry Crawford), Tracey Wiles (Julia Bertram), Michael Williams (Sir Thomas Bertram), Kim Wall (Tom Bertram), Louise Jameson (Lady Bertram), Jane Lapotaire (Mrs Norris), Teresa Gallagher (Mary Crawford), Michael Onslow (Mr Rushworth), Cathy Sara (als Maria Bertram),Tracy Wiles (als Julia Bertram), Andrew Wincott (als Henry Crawford), Malcolm McKee (als Yates), Sunny Ormonde (als Mrs Price),Patricia England (als Mrs Rushworth), Richard Curnow (als William Price), Katherine Mount (als Susan Price), Anne-Marie Francis (als Rebecca), Hannah Gordon (Erzählerin Jane Austen), Anthea Gomez (Musik), Sue Wilson (Regie) u. a. Produktion von 1997

Film  Trailer für Verfilmung Mansfield Park (1999), besser als die ITV (2007) und BBC (1983) Verfilmungen 

Foto-Info Engl. Taschenbuch (Penguin Verlag) mit 30 Seiten Einführung von dem Literaturkritiker Tony Tanner

Mehr von uns über Jane Austen Unser Artikel über Die Rosen von Jane Austens Garten: Alba & Damazener

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