Pan edition from the 1960s. I collect these things and a nice catch would be the glorious 1955 Perma Books edition, see link in the blogpost. Actress Jane Seymour as Solitaire, above, made the movie Live and Let Die (1973) something special

Das Buch erschien 1954 und war der zweite Bond-Roman von Ian Fleming. Die Verfilmung vom Jahr 1973 der erste Film mit Roger Moore als James Bond. Das BBC-Hörspiel Live and Let Die (2019) mit Toby Jones ist brandneu und gut gemacht. Link am Ende des Blogposts. Im Foto ist die Schauspielerin Jane Seymour in der Rolle der Wahrsagerin Solitaire, die mit Tarotkarten die Zukunft voraussagt. Das Pan-Taschenbuch ist eine Ausgabe aus den 60er Jahren. Auf dem Cover greift die Hand eines Skeletts nach alten Goldmünzen, die im Roman eine Rolle spielen. Ich sammle solchen alten Ausgaben und hoffe, eines Tages die 1955 Perma Books Ausgabe im glorreichen Schundroman-Stil aufzugabeln. Oh Mann, darüber könnte man ein paar böse Witze reißen. Die Verfilmung war  erfolgreich. Roger Moore sagt in der Autobiografie My Word is my Bond (2008) dass der Film mit einem Budget von $7 Mio. weltweit $126 Mio. einnahm. Ich halte Leben und sterben lassen (1973) für einen der besseren Bond-Filme. Auch wegen dem starken Titel-Song von Paul McCartney, siehe Video-Clip der viele gute Filmszenen enthält, mitunter von der sprichwörtlich bezaubernden Jane Seymour. Inklusive der Szene in der James Bond einen fiesen Kartentrick macht um sie ins Bett zu bekommen. Apropos Magie: Das Hintergrundwissen über die karibische Voodoo-Religion, die im Roman eine zentrale Rolle spielt, schöpfte Fleming aus dem Sachbuch Der Baum des Reisenden. Eine Fahrt durch die Karibik (1950) von dem renommierten Autor Patrick Leigh Fermor.

Der nächste Schritt, las Bond, besteht in der Beschwörung der Bewohner des Voodoo-Pantheons – zum Beispiel Don Pedro, Kitta, Mondongue, Bakalou und Zandor – um durch sie Schaden anzurichten oder um Menschen in Zombies zu verwandeln (eine mutmaßliche Praktik die ursprünglich aus dem Kongo stammt), damit man sie als Sklaven benutzen kann. Des Weiteren dient die Beschwörung dem Wirken bösartiger Zauber sowie der Vernichtung von Feinden. Die Auswirkungen eines Zaubers, bei dem ein Bild des vorgesehenen Opfers, ein Miniatursarg oder eine Kröte Verwendung finden können, werden oft durch den zusätzlichen Einsatz von Gift verstärkt. Es gibt kriminelle Geheimgesellschaften mit Namen wie les Zobop und les Mackanda, benannt nach einem haitianischen Guerilla-Anführer, deren Götter anstelle eines Hahns, einer Taube, einer Ziege, eines Hundes oder eines Schweins, wie es bei den normalen Voodoo-Riten der Fall ist, das Opfer einer ‘cabrit sans cornes’ verlangen. Diese ‘hörnerlose Ziege’ steht natürlich für einen Menschen. (Gekürzte Passage, Leben und Sterben lassen)

Roger Moore (1927-2017) seen on the film set of Live and Let Die (1973). Between the lines of the book I get the impression that he got on OK rather than brilliantly with Jane Seymour

Die Passage verdeutlicht dass Ian Fleming, der stets beteuerte, reine Unterhaltungsliteratur zu schreiben, durchaus tiefgängige Themen aufgriff und recherchierte. Er kannte den Reiseautor Patrick Leigh Fermor, den er ausgiebig zitiert, persönlich. Weitere Einflüsse auf Leben und sterben lassen waren Tauchexpeditionen die Fleming mit seinem Freund, dem Meeresforscher Jacques Cousteau unternahm. Das Erfolgsrezept von James Bond war dass Ian Fleming (1908-1964) für damalige Verhältnisse sehr innovative, exotische Geschichten schrieb. George Lucas erwähnte Bond sogar als Inspiration für Indiana Jones. Mir gefallen die James-Bond-Filme die weitgehend auf den Romanvorlagen beruhen meist besser als einige spätere Verfilmungen für deren Handlung völlig neue Storys geschrieben wurden. Überlegenswert, ob man stattdessen zukünftig von einigen älteren Klassikern ein Remake drehen sollte. Im Fall von Leben und sterben lassen (1973), könnte man auch Schwächen der damaligen Verfilmung beachten, z. B. fürchterlich klischeehafte Witzfiguren wie Sheriff Pepper. Was den Hauptdarsteller betrifft, finde ich dass Roger Moore der Rolle einen originellen neuen Ansatz gab. Er ist im Foto übrigens auf dem Filmset von ‘Leben und sterben lassen’ zu sehen. Während Connery die Rolle mit 32 angefangen hatte, war Moore bei seinem ersten Bond schon 46, und hatte im Laufe von Krimiserien wie ‘Simon Templar‘ und ‘Die 2‘ einen ureigenen ironisch angehauchten Stil entwickelt. Alles in allem ist Roger Moore (1927-2017) wahrscheinlich mein Favorit, trotz starker Konkurrenz von Sean Connery und Daniel Craig. Ich vermute, mit Moores humorvoller und etwas weniger machohaften Art würde man als auch echter Spion länger im Geschäft und länger am Leben bleiben.

 

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Ian Fleming: ‘Leben und sterben lassen’ BBC-Hörspiel online Das BBC-Hörspiel Live and Let Die. Mit Toby Stephens (als James Bond), Rutina Wesley (als Wahrsagerin Solitaire), Kevin Daniels (als Mr Big), John Standing (als ‘M’), Josh Stamberg (CIA-Agent Felix Leiter), Michael A. Shepperd (als Tee-Hee), Lovensky Jean-Baptiste (als Whisperer), Ron Cephas Jones (als Quarrel), John Cothran (als Baldwin), Jonathan Cake (als Strangways), James Morrison (‘The Robber’), JD Cullum (als Dexter), Jake Green (als Halloran), Gilbert Glenn Brown (als MC), Anna Louise Plowman (als Connie), Janine Barris (als G-G), Larry Powell (als Flannel), Anna Mathias (als Mrs Stuyvesant), Lovensky Jean-Baptiste (als Blabber), Martin Jarvis (Ian Fleming). Musik / Klangeffekte: Mark Holden & Julian Nicholson. Regie: Martin Jarvis. Produktion: Rosalind Ayres. BBC 2019

Wussten Sie schon? Der Titel Leben und sterben lassen ist natürlich ein Wortspiel mit der toleranten Maxime Leben und leben lassen. Interessanterweise erschien dieser modern kingende Spruch erstmals in Friedrich Schillers Wallenstein (1799): ‘Dem eigenen Körper war er strenge; dem Soldaten ließ er vieles passieren, und gings nur nicht aus seiner Kassen, sein Spruch war: leben und leben lassen’. Darüber hinaus gehört die deeskalierende Strategie ’Leben und leben lassen’ mittlerweile zum Arsenal der sog. Spieltheorie

Guns N’ Roses Cover von Live and Let Die Nicht besser als das Original, aber verdammt gut, hier ein Live-Video. Es ist ein komplexe Komposition in der sich verschiedene Rhythmen und Melodien abrupt abwechseln, aber die Band kriegt das gut hin. Das McCartney-Cover – und auch Dylans Knockin’ on Heaven’s Door - auf den Use Your Illusion (1991) LPs gab einer Band mit eher punkigen Ursprüngen ein Classic Rock Image

Bond 25 – News! Er wird ‘No Time to Die‘ heißen und ist bekannt geworden dass es um Gentechnik und biologische Waffen geht. Regie: Cary Fukunaga. Mit Ralph Fiennes, Naomie Harris, Léa Seydoux, Ben Whishaw, Christoph Waltz. Trailer sieht gut aus. Hier der neue Bond-Song von der Sängerin Billie Eilish

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