A German radio dramatisation of 'A Clockwork Orange' (1962) by Anthony Burgess is online. Link below. I also check some mentions of Clockwork and it's figure of Alex in rock music, like Bowie, U2...and the German punk band Die Toten Hosen

Der Roman Clockwork Orange (1962) handelt von einem Teenager namens Alex der mit einer Bande von Delinquenten namens Droogs brutale Verbrechen begeht, und später im Gefängnis einer Art von Anti-Gewalttherapie unterzogen wird. Die Verfilmung von Stanley Kubrick im Jahr 1971 war kontrovers aber sehr erfolgreich. Das Hörspiel vom Mitteldeutschen Rundfunk stammt von 1995 und gewann den Kurd-Laßwitz-Preis für bestes Hörspiel. Es ist tatsächlich gut gemacht. Link folgt am Ende des Blogposts. Im Foto ist meine englische Romanausgabe von Penguin, mit dem legendären Coverd-Design von David Pelham, das heute noch auf einigen Ausgaben verwendet wird. Das Image von Alex mit Melone und Hosenträgern wurde zum Kult, gleich mehr dazu. Das Zahnrad im Auge bezieht sich auf den Romantitel, den man etwa als Die Mechanische Orange übersetzen kann. Es ist ein Oxymoron das die Widersprüchlichkeit der soziopathischen Figur des Beethoven-Fans Alex repräsentiert. Der Roman, der in einer etwa 40 Jahre entfernten Zukunft spielt, ist düster und hat eine gewisse Ähnlichkeit mit Orwells 1984, wenn auch nur insofern dass beide eine Horrorvision von einem sowjetisch beeinflussten Sozialismus heraufbeschwören. Orwell ist mit seinem Begriff Engsoz (für englischen Sozialismus) sehr deutlich. Anthony Burgess (1917-1993) ist subtiler, gibt Straßen im Roman die Namen von sozialistischen Politikern wie Wilson, Boothby und Attlee. Alex DeLarge und seine Droogs haben einen Hass auf ’die Bourgeoisie’ und sprechen Nadsat, ein Slang das eine Mischung aus Londoner Cockney und Russisch ist. Beim Lesen ist das teils herausfordernd, um nicht zu sagen nervig. Im Hörspiel, wie auch im Film, kommt es besser rüber.

‘Was soll’s denn nun sein, hm?’ Da war ich, das heißt Alex, und da waren meine drei Droogs, nämlich Pete, Georgie und Dim, der so hieß, weil er wirklich nicht helle war, und wir saßen in der Korova-Milchbar und überlegten, was wir mit dem Abend machen sollten, einem arschkalten Winterbastard, aber trocken. Die Korova-Milchbar war ein Mesto, wo sie Milch-plus ausschenkten, und ihr mögt vergessen haben, o meine Brüder, wie diese Mestos waren, wo sich heutzutage alles so skorri verändert und die Leute so schnell vergessen und auch nicht mehr viel Zeitung gelesen wird. Nun, was sie da verkauften, war Milch plus noch was. Sie hatten keine Lizenz für den Ausschank von Alkohol, aber es gab noch kein Gesetz gegen einige von den neuen Wetsches, die sie in die alte Moloko taten, und so konnte man sie mit Vellocet oder Synthemesk oder Drencrom oder anderen Sachen pitschen. Das machte dich scharf und bereit für ein bißchen schmutziges Zwanzig-gegen-einen. Und das war, was wir an diesem Abend pitschten, mit dem ich die Geschichte anfangen will. Unsere Taschen waren voll Deng, und unter dem Gesichtspunkt, noch mehr Strom zu krasten, wäre es nicht wirklich nötig gewesen, irgendeinen alten Veck in einer Seitenstraße zu toltschocken und ihn in seinem Blut schwimmen zu sehen, während wir die Einnahmen zählten und durch vier teilten, oder bei irgendeiner zitternden, grauhaarigen Titsa in einem Laden das Ultrabrutale zu machen und smeckend mit den Innereien der Geldschublade abzuziehen. (Gekürzte Romanpassage)

Ein ungewöhnliches Buch, ein interessantes Buch. Wobei ich sagen muss, dass ich weder Orwells noch Burgess’ düstere Prognosen für die Zukunft oder die Gegenwart teile. Aber beide sprechen zweifellos aktuelle Themen an. Wenn ich Clockwork Orange mit ein, zwei Worten beschreiben müsste, würde ich sagen Social Engineering. Burgess ist skeptisch gegenüber der weit verbreiteten Ansicht dass man jeden Menschen zum Wohle der Gesellschaft umerziehen kann. Man könnte Alex als einen Unverbesserlichen sehen – was wohl der Grund ist, warum Roman und Film so enthusiastisch von der Popkultur zitiert wurden. Aber man bekommt streckenweise den Eindruck dass Burgess hin und her schwankt, dass er selber nicht genau wusste, was Alex ist. Zeitweise distanzierte Burgess sich sogar von dem Roman den er in nur drei Wochen schrieb. Vielleicht ist Alex eine der literarischen Figuren die sich verselbstständigen und auch ohne den Autor ihr Unwesen treiben.
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Anthony Burgess: ‘Uhrwerk Orange’ als Hörspiel online Das MDR-Hörspiel mit Martin Olbertz (als Alex), Thomas Rudnick (als George), Peter W. Bachmann (als Dim), Winfried Glatzeder (als Schriftsteller F. Alexander), Ellen Hellwig (als Alexanders Ehefrau), Marylu Poolman (als Cat Lady), Thomas Neumann (als Jack), Wolfgang Winkler (als Betrunkener), Hartmut Lange (als Gouverneur), Wolf-Dieter Lingk (als Mr. Deltoid), (als Gefängniskaplan), Walter Niklaus (als Minister), Frank Sieckel (als Dr. Brodsky), Maria Alexander (als Frau Dr. Branom), Dieter Bellmann (Polizist), Paul Rolf Neis (Wärter), Bert Franzke (Polizist) u. a. (1995)
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Wussten Sie schon? Clockwork Orange wurde Pop: Bowie begann seine Ziggy-Konzerte mit Beethovens 9. Sinfonie als Hommage an den Film, und erwähnt in Suffragette City den Begriff Droogie. Das U2-Lied ’Alex Descends into Hell for a Bottle of Milk / Korova 1‘ ist auf der B-Seite der Single The Fly. John Bonham von Led Zeppelin trug auf Tour 1975 Klamotten, inklusive Melone, wie Alex. Weitere Anspielungen findet man bei so unterschiedlichen Musikern wie Sepultara, New Order, Guns N’ Roses, Lady Gaga…und zu guter Letzt: Die deutsche Band Die Toten Hosen wurde 1988 bei ihrem Lied Hier kommt Alex von Clockwork Orange inspiriert
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19.000 Dollar Kinoposter für Clockwork Orange Das ist Auktionspreis den ein seltenes Poster erzielte das, interessanterweise, auf obigem Romancover beruht. Story: Weil der Stoff durch Kubricks Film von 1971 viel Publicity bekam, wollte der Penguin Verlag davon profitieren und den Roman von 1962 neu herausgeben, wenn möglich mit einem Foto vom Film auf dem Cover, oder mit dem wohlbekannten Kinoposter. Aber dazu gab Kubrick keine Erlaubnis. Deshalb musste der Penguin Art Director David Pelham sich ein ganz eigenes Design einfallen lassen, siehe meine obige Romanausgabe. Dieses Cover gefiel Kubrick so gut dass er es, als heute seltenes und sehr wertvolles Kinoposter, für eine spätere Ausgabe des Films benutzte. Was den Poster-Spruch ‘for millions who were not allowed to see it until now‘ betrifft: Aus dieser Version wurden 30 Sekunden an Gewaltszenen herausgeschnitten um zu vermeiden dass der Film nur ab 18 zugelassen wurde
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2019 – Neuigkeiten über Sequel zu Clockwork Orange In Italien wurde vor Kurzem in Anthony Burgess’ Haus in Bracciano ein unvollendetes und unveröffentlichtes 200 Seiten langes Manuskript mit dem Titel ‘A Clockwork Condition’ gefunden. Es wurde von Burgess zwischen 1972 und 1973 geschrieben. Es ist eine Art Sequel zu A Clockwork Orange, allerdings nicht als Roman sondern in Form von Gedanken zu Themen (wie Gewalt und Bestrafung) die in seinem berühmten Roman von 1962 eine Rolle spielten
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