The new BBC radio play is good, link below. A modern movie version, and there is one in the works, has the problem whether to set 1984 in the past, present, future or a nondescript time

Das deutschsprachige  Hörspiel 1984 mit Stars wie Angela Winkler aus dem Jahr 1977 ist gut und kann ab sofort online gehört werden. Link unten auf der Info-Leiste. Der Stoff eignet sich gut fürs Radio denn die eigene Fantasie liefert Bilder die auf der Leinwand nicht immer einfach umzusetzen sind. Ich fand die bisherigen Verfilmungen in Ordnung, schauspielerisch gut, mit Leuten wie Richard Burton und John Hurt im englischen Film vom Jahr 1984. Aber der Film wurde, wie die ebenfalls ganz gute 1956-Verfilmung, mit einem relativ kleinen Budget gedreht. Und ein einflussreicher, weltbekannter Roman wie 1984 verdient und benötigt vielleicht sogar eine Megaproduktion in der Liga von Der Herr der Ringe. Kein so weit hergeholter Vergleich, denn 1984 handelt von gigantischen gesellschaftlichen Veränderungen. Um das im Kino glaubhaft und visuell spannend zu machen, braucht man heute viel Geld. Denn obwohl 1984 vorrangig ein philosophischer Roman ist, werden Leute im Kino ein düsteres, monumentales Sci-Fi-Epos  à la Minority Report erwarten. Das Cover von meiner Romanausgabe vermittelt dieses Gefühl von Leere, Einsamkeit und Hoffnungslosigkeit ziemlich gut. Es lohnt sich, das nachfolgende Foto zum Vergrößern anzuklicken um zu sehen, was auf dem Zettel steht. Diese Ausgabe von 1960 vom Diana Verlag – heute Teil von Random House, mit Umschlaggestaltung von Herbert Pothorn ist eine der besten die kenne.

1960 edition from Swiss publishers Diana Verlag, now part of Random House. Superb cover by Herbert Pothorn. Click to enlarge and see what's on the crumpled paper. There's a German radio drama of Orwell's '1984' online. Link below

Ich fand ich es interessant zu hören dass die Hollywood Produktionsfirma Imagine Entertaintment, mit Ron Howard und Brian Grazer, zur Zeit an einer neuen 1984 Verfilmung arbeitet. Imagine Entertainment hat Filme wie The Da Vinci Code – Sakrileg (2006) und Robin Hood (2010) u. v. a. produziert und damit wohl das richtige Kaliber für eine große Orwell-Verfilmung. Eine Alternative die ich mir für den Stoff vorstellen könnte, wäre ein Spielfilm über die Enstehung von 1984 und das Leben von George Orwell selber. Der Mann hatte ein abenteuerliches Leben und seine Erfahrungen, z. B. im Spanischen Bürgerkrieg, hatten Einfluss auf 1984. Während Orwell zeitlebens der politischen Linken zugetan war, scheute er nicht davor zurück, auch andere Sichtweisen in sein Weltbild zu integrieren. So zum Beispiel das Buch The Managerial Revolution (1941) von John Burnham, einem Erzkonservativen der den Westen zu einer langfristig hoffnungslosen Technokratie werden sah. Übrigens bereitet Orwells griffiger und ikonischer Romantitel 1984 neuen Verfilmungen das Problem zu entscheiden, ob man die Handlung in der Vergangenheit, der Gegenwart, der Zukunft oder einer zeitlich nicht festgelegten Epoche spielen lässt. In dieser Hinsicht war Orwells ursprünglicher Romantitel The Last Man in Europe flexibler. Vermutlich war er sich nicht bewusst dass er einen Klassiker schrieb der auch noch in 50 und wahrscheinlich auch noch in 100 oder 200 Jahren gelesen wird. Ich liebe die Anfangszeilen:

‘Es war ein klarer, kalter Tag im April, und die Uhren schlugen gerade dreizehn, als Winston Smith, das Kinn an die Brust gepresst, um dem rauen Wind zu entgehen, rasch durch die Glastüren eines der Hauser des Victory-Blocks schlüpfte, wenn auch nicht rasch genug, als dass nicht zugleich mit ihm ein Wirbel griesigen Staubs eingedrungen wäre.’

Was wäre eine Möglichkeit, im Kino mit der Jahreszahl 1984 umzugehen und gleichzeitig Orwells Leben in einen Film einzubauen? Vielleicht eine literarische Detektivgeschichte die in der Zukunft spielt und von jemandem handelt der Orwells Leben und die Auswirkungen seines Romans recherchiert und dabei auf Machenschaften in den 40er und 50er Jahren des 20. Jahrhunderts stößt, die in der Tat den Vorgängen in Orwells 1984 ähneln. Betrifft 1984 unsere heutige Zeit? Ich bin Optimist und sehe die Welt nicht so düster wie Orwell. Aber zumindest einer der oben im Foto aufgelisteten Grundsätze scheint zum Daseinszweck mancher Zeitungen geworden zu sein. Aber nun mal nicht von allen. Und die Vielfalt des Internets lässt propagandistischen Journalismus zunehmend alt und einsam aussehen.

 

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George Orwells 1984 als Hörspiel online Die Hörspielproduktion des Rias Berlin & Südwestfunks von 1977. Mit Angela Winkler (als Julia Gordon), Ernst Jacobi (als Winston), Dieter Borsche (als O’Brien), Erich Schellow (als Syme), Helmut Käutner (als Ladenbesitzer Mr. Charrington), Klaus Herm (als Gefangener), Edgar Ott (als Tom Parsons), Hildegard Schmahl (als Frau Parsons), Margit Lutze (als Helen Parsons), Georg Wondrak (als Johnny Parsons), Evamaria Miner und Hermann Ebeling (als Televisor-Stimmen). Musik: Friedrich Scholz. Hörspielbearbeitung: Christoph Gahl. Regie: Manfred Marchfelder. 1977

Wussten Sie schon? Gemäß seinem Sohn Richard Blair, nahm George Orwell (echter Name: Eric Blair) seinen Künstlernamen von dem Fluss namens Orwell in der Grafschaft Suffolk wo seine Eltern lebten. Grund, den Namen zu ändern war dass seine Eltern nicht seine politischen Ansichten teilten und anonym bleiben wollten. Den Vornamen George wählte er weil es ein sehr gängiger Name war, nicht zuletzt durch den damaligen König Georg VI. Privat nannten ihn zeitlebens alle die ihn persönlich kannten weiterhin Eric

Der Kinderreim im Roman 1984  In Mr. Charringtons Antiquitätenladen sieht Winston ein Bild von einer ehemaligen Kirche namens St. Clement’s Dane. Darüber kommt er mit dem Ladenbesitzer ins Gespräch über das alte englische Lied Oranges and Lemons in dem die Namen von Kirchen in London aufgezählt werde. Wie viele Kinderreime hat das Lied düstere Konnotationen – im Zusammenhang mit öffentlichen Hinrichtungen

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