Birthday of Ruth Rendell who also wrote as Barbara Vine. The House of Stairs (1988) is set in late 60s early 70s London. The Portrait of Lucrezia Panciatichi (1545) plays a role. As does The Wings of the Dove (1902) by Henry James

Es ist der Geburtstag der Autorin Ruth Rendell, die auch unter dem Pseudonym Barbara Vine schreibt. Das war nie ein Geheimnis sondern hat damit zu tun dass die Autorin verschiedene Arten von Romanen unter den zwei Namen schreibt. Die Rendell-Romane sind eher traditionelle Krimis in denen Mordfálle systematisch von Detektiven wie Inspektor Wexford gelöst werden. Als Barbara Vine, würden wir sagen, schreibt sie eher psychologische Thriller in denen die Geschichte und die Persönlichkeit von Opfern und Tätern im Mittelpunkt steht. Das trifft jedenfalls auf Das Haus der Stufen (1988) zu, in dem zwar Morde vorkommen aber kein Detektiv. Interessanterweise sind die Barbara Vine Romane in Deutschland, zumindest anhand von Amazon-Rezensionen, deutlich beliebter als die Rendell-Romane. Im englischen Sprachraum hingegen hält sich das die Waage. Auf Deutsch erscheint Das Haus der Stufen beim Diogenes Verlag, den wir gut finden, obwohl deren Cover nicht sehr nach einem Thriller aussieht. Auch Diogenes verwendet Bronzinos Porträt von Lucrezia Panciatichi (1545) auf dem Cover. Aber auf unserer englischen Penguin Ausgabe. oben im Bild, wird das Gemälde etwas spannender ins Cover integriert und durch das Treppengeländer mit dem Titel des Romans in Verbindung gebracht.

Der Originaltitel ist The House of Stairs. Das Gemälde und das Haus der Stufen kommen beide im Roman vor. Ein großer Teil des Romans spielt im London der späten 60er und frühen 70er  Jahre. Wir haben uns den Spaß gemacht und eine original Postkarte vom damaligen Swinging London hinzugefügt. Links, ein Foto von der Autorin. Sie ist gebürtige Londonerin, hat diese Ära miterlebt wenn auch, mit Jahrgang 1930, als jemand der damals schon fast zur Elterngeneration der Hippies gehörte. Sie schreibt jedoch keineswegs spießig, sie erwähnt die Rolling Stones, Marihuana, LSD, Indien-Reisen etc. Obwohl sich ihr Enthusiasmus für dererlei Ding wohl in Grenzen hält, sind sie im Roman nicht der Auslöser für die menschlichen Abgründe die sich auftun. Eine der Hauptfiguren ist eine geheimnisvolle junge Frau namens Bell die man aufgrund ihres guten Aussehens (sie hat große Ähnlichkeit mit Bronzinos Lucrezia ) auf Anhieb wohl als eine Art Hippie-Prinzessin einstufen würde. Dass Ruth Rendell, bzw, Barbara Vine es dabei nicht belässt, wird Krimilesern jetzt schon klar sein. Elizabeth, die Erzählerin des Romans, ist von Bell fasziniert, verliebt sich quasi in sie, und sieht nach 20 Jahren auf die Zeit zurück als sie mit Bell und einer Handvoll anderen jungen Leuten in einer Art Hippiekommune, dem Haus der Stufen, in London lebte. Wir mögen Romane in denen etwas an Background vermittelt wird, London ist voll mit geschichtsträchtigen Orten wie dem Electric Cinema in Portobello Road, einem von Englands ältesten Kinos, wo in der 60er Jahren Avantgarde-Filme gezeigt wurden. Oder dem Pheasantry Club, wo in den 40er und 50er Jahren Leute wie Dylan Thomas und Humphrey Bogart vorbeischauten, und wo später Rockmusiker wie Lou Reed und Queen spielten. Es ist unwahrscheinlich dass wir ohne den Roman von diesen Orten gehört hätten.

 

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Ein weiteres interessantes Element vom Haus der Stufen ist dass ein Roman von Henry James, nämlich Die Flügel der Taube (1902) eine Rolle darin spielt. Nicht nur weil Henry James ebenfalls von dem Lucrezia Panciatichi Gemälde fasziniert war, sondern auch weil der Komplott seines Romans Parallelen zu den Intrigen im Haus der Stufen hat. Die mittlerweile 85-jährige Autorin ist momentan gesundheitlich etwas angeschlagen, erlitt vor Kurzem einen Schlaganfall. Wir wünschen gute Besserung und bedanken uns für all die spannenden und unterhaltsamen Stunden die sie uns mit ihren Romanen beschert hat.

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Autorin Ruth Rendell ist am 2. Mai 2015 an den Folgen eines Schlaganfalls gestorben

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