2009 BBC radio dramatisation of John le Carré sThe Spy who came in from the Cold (1963) online. Among the speakers are stars like Brian Cox (as Alec Leamas). Above, a nice old Pan paperback from 1965 that I found - and a postcard from Berlin

Der Spionage-Klassiker von John le Carré als Hörspiel mit renommierten Sprechern wie Brian Cox, hier in der Rolle von Alec Leamas. Link folgt am Ende des Posts. Im Foto, meine englische Originalausgabe ‘The Spy who came in from the Cold’ (1963). Ausgabe von 1965 vom Pan Verlag, auf der Rückseite sind Farbfotos von Richard Burton, Oskar Werner und Claire Bloom, die in der Verfilmung mitspielten. Daneben lobende Zitate von Graham Greene und Ian Fleming. (‘A very, very fine spy story’). Dann habe ich noch eine alte Postkarte gefunden, mit dem Titel ‘Brandenburger Tor and Wall’. Ok, ich hab alles was ich brauche! Obwohl der altbekannte George Smiley eine Rolle spielt, ist in dieser Story sein Mitarbeiter Alec Leamus im Mittelpunkt. Im Film wundervoll ‘fix und fertig’ gespielt von Richard Burton, der auf der Leinwand – und auf dem Filmset – selten ohne ein Flasche Whisky zu sehen war. Wer die Story kennt, weiß natürlich dass all dies Teil von einem aufwendigen Plan vom englischen Geheimdienst ist: Leamus wird als Köder für DDR-Geheimdienstler benutzt. Und die beißen an. Wissen sie dass der vermeintlich heruntergekommene und verbitterte Überläufer ein ausgeklügeltes Spiel spielt? Leamas soll nämlich erreichen dass der ostdeutsche Geheimdienstchef Mundt, ein ehemaliger Nationalsozialist, von seinem aufstrebenden Stellvertreter Fiedler gestürzt wird, genauer gesagt, als vermeintlicher westlicher Spion enttarnt und hingerichtet wird. Aber der DDR-Geheimdienst ist sehr vorsichtig und keineswegs dumm. Man bringt Leamus zu einem abgelegenen Bauernhof und nimmt seine clever vorgespielte Story wie vor einem Gericht genau unter die Lupe. Als Zeugen tauchen unerwartete Bekannte aus England auf. Ich wünsche spannende Unterhaltung bei einer Story mit vielen Wendungen. Die Rahmenbedingungen des damaligen Kalten Kriegs sind Geschichte. Was John le Carré zeitlos macht, ist seine prägnante, auf eigenen Erfahrungen beruhende Darstellung vom moralischen Bankrott sämtlicher Geheimdienste – dem ewigen Staat im Staat.

Der erste Agent, den Leamas verlor, war eine Frau. Sie war nur ein kleines Glied in der Kette; sie führte Kurierdienste aus. Sie wurde auf offener Straße erschossen, als sie aus einem Westberliner Kino kam. Die Polizei fand den Täter nie, und Leamas war zunächst versucht, an einen Zufall zu glauben. Einen Monat darauf wurde ein Dresdner Gepäckträger, ein ehemaliger Agent aus Peter Guillams Netz, tot und verstümmelt neben einem Bahngleis aufgefunden. Jetzt konnte Leamas es nicht mehr als Zufall abtun. Nicht viel später wurden zwei Mitglieder eines weiteren Netzen verhaftet und kurzerhand zum Tode verurteilt. So ging es weiter: gnadenlos und zermürbend. Und jetzt war auch Karl tot, und Leamas verließ Berlin, wie er gekommen war – ohne einen einzigen Agenten, der einen roten Heller wert gewesen wäre. Mundt hatte gewonnen. (Romanpassage, Der Spion der aus der Kälte kam, 1963)

John le Carré: ’Der Spion der aus der Kälte kam’ als BBC-Hörspiel von 2009 online Das BBC-Hörspiel The Spy Who Came in From the Cold. Mit Brian Cox (als Agent Alec Leamas), Ruth Gemmell (Liz, Freundin von Leamas), John Rowe (als Control, der Chef von Alec Leamas), Sam Dale (als Hans-Dieter Mundt, DDR-Geheimdienstchef), Henry Goodman (als Fiedler, Stellvertreter von Mundt), Simon Russell Beale (als George Smiley, Kollege von Leamas), Richard Dillane (Peter), David Hargreaves (Ladenbesitzer), Siobhan Redmond (als Elsie), Jamie Newall (als Ashe), Liza Sadovy (als Miss Crail), Philip Fox (als Mr Pitt), Michael Feast (Peters), Benjamin Askew (CIA-Mann), Siobhan Redmond (als DDR-Tribunal-Vorsitzende), Liza Sadovy (Kommissarin). Hier Teil 2 und Teil 3. Bearbeitung: Robert Forrest. Produktion & Regie: Patrick Rayner

 

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Wussten Sie schon? Bei den Dreharbeiten für die Verfilmung Der Spion, der aus der Kälte kam (1965), hier ein Filmclip, war Elizabeth Taylor, Ehefrau des Hauptdarstellers Richard Burton als Gast anwesend. Le Carré, ebenfalls vor Ort, sagte dass ihre Präsenz nicht hilfreich war, weil sie und Burton beide viel tranken und stritten

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