A 2010 BBC radio dramatisation of Christopher Isherwood's 'Goodbye to Berlin' (1939) is online. It was, of course, basis for the musical drama film Cabaret (1972) with Liza Minnelli superb in the role of singer Sally Bowles. Above, my soundtrack LP

‘Ich bin eine Kamera mit weit geöffneter Blende, ich nehme auf, registriere, denke nichts’. Mit diesen Worten beschreibt Autor Christopher Isherwood am Anfang von Leb wohl, Berlin (1939) seinen reportagenhaften Schreibstil. Das BBC-Hörspiel von 2010 ist exzellent. Link folgt am Ende des Blogposts. Aufgenommen in Berlin. Mit dabei sind mehrere deutsche Sprecher, die dem englischen Hörspiel einen authentischen Klang geben. Der halbdokumentarische Roman, der vor 80 Jahren veröffentlicht wurde, diente auch als Vorlage für den Filmklassiker Cabaret (1972). Im Foto, meine Soundtrack-LP. Mit Liza Minnelli als Sally Bowles im Kit Kat Club: Willkommen, Mein Herr, siehe Clip. Genial gemacht. Die Story ist unterhaltsam und vermittelt gleichzeitig einen aufschlussreichen Eindruck von den Zeiten der Weimarer Republik, die bekannterweise mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten endete. Die Tatsache dass man den Roman Goodbye to Berlin, so der Originaltitel, heute auf mehreren Listen der besten Romane aller Zeiten findet, deutet darauf hin dass der Ansatz des Autors, wie eine Kamera zu sein, einiges für sich hat. Christopher Isherwood (1904-1986) war damals zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Er merkte dass man in Berlin, in den turbulenten und denkwürdigen Zeiten der frühen 30er Jahre gar nicht so viele Geschichten erfinden musste, sondern dass es interessanter war, das Leben und die Menschen dieser Stadt zu beschreiben. Und zwar ohne all zu viel moralisches Pathos. Könnte es sein dass heutige Autoren manchmal zu viele gute Absichten, und zu wenig zu berichten haben? Gute Unterhaltung beim Hörspiel.
Als wir die Tauentzienstraße entlangfuhren, wurden die Zeitungen mit dem Bericht über die Schießerei am Bülowplatz verkauft. Ich dachte an unsere Gesellschaft, wie sie dort draußen auf dem Rasen gelegen und bei Grammophonmusik Bowle getrunken hatte; und an den Polizeioffizier, der, die Pistole in der Hand, tödlich verwundet über die Stufen des Kinos stolperte und unter dem Plakat eines Lustspielfilms tot zusammenbrach. (Passage aus ‘Leb wohl, Berlin’ von Christopher Isherwood)

 

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Cabaret: Christopher Isherwoods ‘Leb wohl, Berlin’ als Hörspiel von 2010 online Das BBC-Hörspiel Goodbye to Berlin. Mit James Norton (als Christopher Isherwood), Leslie Malton (als Sängerin Sally Bowles), Nicola Schoessler (als Natalia Landauer), Matthias Horn (als Herr Landauer), Tilmar Kuhn (als Otto Nowak), Leslie Malton (als Pensionsinhaberin Fräulein Schröder), Andre Kaczmarczyk (als Bernhard Landauer), Julia Reznik (als Fräulein Mayr). Weitere Mitwirkende Peter Leonhard Braun & Radio Berlin-Brandenburg. Piano: Paulette Marla Schmidt. Sound design: Eloise Whitmore. Bearbeitung: Tina Pepler. Regie: Polly Thomas

Musik im Hörspiel? Nicht so viel, denn Goodbye to Berlin (1939) wurde erst Jahrzenhte später zum oben erwähnten Film-Musical Cabaret (1972). Aber die Musik die im Hörspiel vorkommt, ist gut gewählt und hat mir eine schöne musikalische Entdeckung beschert: das Lied Liebe ist ein Geheimnis von Hilde Hildebrand

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