I used to think of fashion magazines as my guilty pleasure but some of them have journalistically raised their game. In the US October edition of ELLE is a long article about the musician Lorde that could just as well appear in Rolling Stone

Hier an der Costa del Sol gibt es durch den internationalen Tourismus Zeitschriften aus aller Welt. Ich muss gestehen dass Modezeitschriften meine Guilty Pleasures sind. Wobei ich diesmal gar nicht so ein schlechtes Gewissen habe, denn neben den üblichen schönen Fotos und Klamotten gibt es in der amerikanischen Oktober-Ausgabe von Elle einen langen Artikel und ein Interview mit der Popmusikerin Lorde. Der Artikel von Jessica Pressler ist gut, könnte ebenso im Musikfachmagazin Rolling Stone erscheinen. Hilfreich ist dass Lorde, die aus Neuseeland stammt und durch Lieder wie Royals bekannt ist, tatsächlich eine interessante Person ist. Im Gegensatz zu den meisten jungen Popstars, für die heutzutage Produktionsteams Musik, Texte und Image fabrizieren, hat Lorde komplette Kontrolle über ihre Karriere. Als die Plattenfirma ihr vorschlug, das spartanische Arrangement ihres Lieds Royals für den amerikanischen Musikmarkt musikalisch auszufüllen, lehnte sie das ab. Gute Entscheidung, denn das Lied wurde in zahlreichen Ländern Nummer Eins, erreichte auch in Deutschland die Top-10. Der echte Vorname der 17-jährigen Lorde ist Ella und so nennen Leute in ihrem Umfeld sie bis heute. Der Künstlername Lorde ist vielleicht etwas griffiger als ihr gebürtiger Nachname Yelich-O’Connor. Mutter und Vater sind jeweils kroatischer und irischer Herkunft. Lordes Mutter ist eine neuseeländische Dichterin und inspirierte Tochter Ella schon in jungen Jahren sich für Bücher zu interessieren. Die Familie aus der neuseeländischen Küstenstadt Devonport war nicht wohlhabend, aber als Belohnungen für Ella und ihre drei Geschwister gab es Ausflüge zu Secondhand-Buchläden wo die Kinder sich aussuchen durften was sie wollten. Lorde ist bis heute Bücher-Fan und sucht gerne nach seltenen Ausgaben im Internet. Die Tatsache dass viele Leute erstaunt sind dass Lorde mit nur 17 Jahren als die neue Kate Bush gilt – die ebenfalls sehr jung Erfolg hatte – kommentiert sie folgendermaßen: Sie sagt dass diese Leute offenbar nicht mit vielen 17-Jährigen gesprochen haben, denn sie findet, vielleicht nicht zu Unrecht, dass man zu keiner anderen Zeit im Leben so intelligent und interessant ist wie in diesem Alter. Sie selber ist übrigens mit einem fürchterlich alten Mann, dem 24-jährigen Fotografen James Lowe liiert. Einen weiteren interessanten Punkt den sie anspricht ist Feminismus. Leser werden vielleicht schon bemerkt haben dass sich heute absolut jede Popsängerin als Feministin bezeichnet. Das trifft auch auf Lorde zu, wobei sie zumindest in frühen Interviews den Mut hatte, das verblüffende Paradox anzusprechen dass viele dieser Sängerinnen sich in ihren Texten und Videos als kaum etwas anderes als ein Sexobjekt darstellen. Lorde nannte in ihren frühen Interviews auch eine ganze Reihe von Namen auf die dieses Paradox möglicherweise zutrifft. Sie werden im Elle-Artikel erwähnt. Ich lasse es denn mit ein, zwei dieser Stars hat Lorde mittlerweile ihren Frieden geschlossen. Ich reg’ mich über so etwas ohnehin nicht auf, erwarte von (männlichen oder weiblichen) Popstars nicht den Stein der Weisen. Aber Lorde ist eine der interessanteren Figuren der Musikszene. Nachfolgend ein Lied von ihr das mir gefällt.

 

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Weitere Infos  Obwohl Lorde normalerweise ihre eigenen Texte schreibt, ist ihre Coverversion des Tears for Fears Lieds Everybody Wants to rule the World gut gemacht und gefällt mir besser als das Original / Der Artikel und das Interview mit Lorde sind in der US Ausgabe von Elle Oktober 2014

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