There's a long and very perceptive article by George Packer about Angela Merkel (ca. 14.500 words) in the March 2015 edition of Vanity Fair, France. The article portrays her as someone who's uncharismatic but clever and thoughtful

Normalerweise sind Leute wie George Clooney und Angelina Jolie auf dem Cover. Auf der März 2015 Ausgabe ist die Bundeskanzlerin. Im Magazin ist ein langer Artikel, ca. 14.500 Worte, über sie. Vanity Fair, gegründet 1913, hat einen guten Mix aus Unterhaltung und ernsten Themen. Dies ist einer der besten Artikel über Angela Merkel den ich seit Langem gelesen haben. Das schön gestaltete Cover deutet darauf hin, dass die Magazin-Macher eine eher positive Sicht von Merkel haben. Deutsche Magazine hingegen haben eine merkwürdige Art, Politiker fast immer mit Sorgenfalten oder anderen negativen Konnotatioen zu zeigen, siehe das kontroverse Spiegel-Cover vor Kurzem. Dabei ist mein Eindruck, zumindest hier an der Costa del Sol,wo auch viele andere Leute aus aller Welt leben, dass Angela Merkel im Großen und Ganzen ziemlich beliebt im Ausland ist. Der Vanity Fair Artikel erschien, soweit ich sehe, ursprünglich im New Yorker, aber ich begrüße es. wenn gute Artikel übersetzt und mehrfach verwendet werden. Vanity Fair hat dafür vermutlich gutes Geld bezahlt. So bleiben gute Journalisten im Geschäft. Ich finde englischen und amerikanischen Journalismus weniger polemisch als deutschen. Der Vanity Fair Artikel versucht nicht, den Leser von irgendetwas zu überzeugen, sondern übermittelt stattdesen interessante Informationen, auf die man sich dann seinen eigenen Reim machen kann. Jemand der sich intensiv mit Merkels Biografie beschäftigt hat, wird vielleicht schon vieles davon kennen, aber ich persönlich wusste zum Beispiel nicht, dass Angela Merkel und Volker Schlöndorff, Filmregisseur u. a. von Die Blechtrommel, sich ziemlich gut kennen. Der Artikel beschreibt mehrere Begegnungen der beiden. Insgesamt bekommt man hier den Eindruck von Merkel als Person, die von Natur aus, und vielleicht auch absichtlich, sehr uncharismatisch ist. Was ironischerweise das Geheimnis ihres Erfolgs ist. Denn wer das heutige Weltgeschehen verfolgt und dabei mitdenkt, kommt fast unweigerlich zu dem Schluss, dass bedachtes Vorgehen mehr Wert ist als Charisma und medienkompatible Phrasen. Neben dem Artikel von George Packer (englischer Originaltitel The Quiet German) enthält diese Ausgabe von Vanity Fair auch unterhaltsame Features zu anderen Themen, so wie ein Interview mit dem Rockmusiker Marilyn Manson und ein Artikel über den renommierten französischen Liederschreiber Étienne Roda-Gil (1941-2004) der mit Leuten wie Roger Waters zusammenarbeitete und u. a. Lieder für Françoise Hardy, Julien Clerc und  Vanessa Paradis schrieb.

 

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Radio-Doku über das Angela-Merkel-Porträt für Vogue Magazin Ein DLF-Sendung über das Gemälde der amerikanischen Malerin Elizabeth Peyton von der Kanzlerin für Vogue in 2017. Mein Kommentar: Ich mag den Deutschlandfunk, finde aber dass die Sendung dem exzellenten Gemälde etwas arg kritisch gegenübersteht

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