It's 40 years since the end of the Vietnam War (1955-1975). There's a BBC radio documentary, link below, with and about the Saigon DJ Adrian Cronauer. Played by Robin Williams, above, in the movie Good Morning, Vietnam (1987)

Vor vierzig Jahren endete der Vietnamkrieg (1955-1975). Zu dem Anlass ist ein BBC-Doku online. Es handelt von dem DJ Adrian Cronauer, dem Vorbild für die Filmrolle von Robin Williams in Good Morning, Vietnam (1987). Der heute 76-jährige Cronauer spricht im Doku über seine Zeit als DJ für US-Soldaten in Saigon. Im Doku wird auch viel Musik der damaligen Zeit gespielt. Angesichts des tragischen Zusammenhangs mit dem Krieg, ist es eigentlich erstaunlich dass aus einer, auf den ersten Blick, trivialen Story so ein guter Film wurde. Das hat viel mit Robin Williams (1951-2014) zu tun, kaum jemand verkörpert die Konvergenz von Komik und Tragik mehr als er. Das interessante an der DJ-Story ist dass Popmusik, ein Stück archetypisch moderner, westlicher Jugendkultur hier in einen völlig neuen Kontext gesetzt wird. Der Soundtrack einer Wohlstandsgesellschaft spielt auf einmal im Dschungel, unter feindlichen und oftmals tödlichen Bedingungen. Für junge US-Soldaten, die damals im Schnitt 19 oder 20 Jahre alt waren, bekam manch ein Popsong in Vietnam eine andere Bedeutung als er in Amerika oder England hatte. DJ Adrian Cronauer erwähnt zum Beispiel das Lied We Gotta Get out of This Place von den Animals. Ursprünglich eine Hymne von jungen Leuten die sich aus einem als dröge empfundenen Industrie- und Arbeitermilieu lösen wollten. Aber Texte wie ‘Wir müssen hier raus’ bekamen in Vietnam natürlich eine noch prägnantere Bedeutung, denn für die jungen Soldaten ging es nicht nur um einen Szenenwechsel sondern ums nackte Überleben. Man darf – bei aller Oppositions zu fragwürdigen Kriegseinsätzen in fernen Ländern – nicht vergessen dass die jungen Soldaten damals nicht in Vietnam sein wollten sondern mussten, es gab Wehrpflicht und man wurde gnadenlos eingezogen. Außer wenn man aus reichen, einflussreichen Familen stammte die Strippen ziehen konnten.

Obiger Videoclip stammt übrigens von einem anderen Vietnam-Film, Hamburger Hill (1987). Der Soundtrack von Good Morning, Vietnam ist exzellent, aber wir vermuten dass man vermeiden wollte, die selben Lieder wie andere Filme zu verwenden. Im Doku erwähnt DJ Adrian Cronauer weitere Lieder die bei GIs damals besonders gut ankamen, zum Beispiel Leaving on a Jet Plane von Peter, Paul and Mary. Auch hier wieder die Thematik von jemandem der weit weg geht. Manche schönen Lieder bekamen für Cronauer einen besonders traurigen Kontext, zum Beispiel What Becomes Of The Broken Hearted von Jimmy Ruffin. Ein Soldat erzählte Cronauer dass dieses Lied im Radio spielte als einer seiner Kamaraden in seinen Armen starb nachdem ihr Boot bei einer Flussfahrt in feindliches Feuer geriet. DJ Adrian Cronauer war damals, 1965-66 in Saigon, um die 27 Jahre alt. Es überrascht nicht dass seine Loyalität bis heute den Soldaten gilt für die er damals Kultfigur war. Er hat in den Jahren und Jahrzehnten nach dem Krieg Tausende dieser Soldaten persönlich getroffen. Er sagt dass sie sich bis heute gegenseitig oft mit der Formel ‘Welcome Home‘ grüßen. Grund dafür ist dass Willkommensgrüße, aufgrund damaliger Antikriegsstimmung, für heimkehrende Soldaten selten waren und sie auf diese Weise zumindest gegenseitig Solidarität zeigten.

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Weitere Infos  Das Doku Good Morning Vietnam Revisited auf BBC-Radio, momentan 3 Wochen online. Englischer Trailer für den Spielfilm mit Robin Williams. Als Special Edition DVD auch auf Deutsch erhältlich.

Übrigens Im Doku spielen im Hintergrund klassische Songs von den Stones, Hendrix, Doors…ein Lied, nämlich Woolly Bully, ein Party-Klassiker von Sam The Sham & Pharaohs hatten wir seit Jahren gesucht aber nie gefunden weil wir das Lied mit dem falsch gehörten Namen Bulle, Bulle in Erinnerung hatten

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