Far from the Madding Crowd (1874) may be our favourite Thomas Hardy novel. One with light at the end of the tunnel. One that got away. The 1998 ITV film was good, and so is the new BBC radio play. Ready for some flute playing? Link below

Ein brandneues Hörspiel nach Thomas Hardy ist online. Link folgt am Ende des Blogpost. Die Romanvorlage Far from the Madding Crowd (1874) wurde auf Deutsch als Am Grünen Rand der Welt veröffentlicht und ist, anhand der Berwertungen bei Amazon.de, Thomas Hardys am besten bekannter Roman in Deutschland, außer Tess. Was nicht überrascht, denn es gibt zwei deutsch synchronisierte Filmfassungen von Tess, während die beiden Far from the Madding Crowd Verfilmungen nur auf Englisch erhältlich sind. Schade, denn vor allem der ITV-Fernsehfilm aus dem Jahr 1998 wäre meiner Meinung nach ein Erfolg im deutschen Fernsehen. Ich habe auch den Kinofilm mit Julie Christie und Alan Bates, der in Deutschland merkwürdigerweise als Die Herrin von Thornhill (1967) veröffentlicht wurde, mir aber nicht ganz so gut gefällt wie die neuere Version. Ich mag eigentlich alles von Thomas Hardy,  auch seine Gedichte und Kurzgeschichten und natürlich den Romanklassiker Tess (1891), aber in vieler Hinsicht ist Am Grünen Rand der Welt mein Lieblingsroman. Vielleicht weil man hier, nach allen üblichen Schicksalsschlägen die Leute in Hardy-Romanen durchmachen müssen, Licht am Ende des Tunnels sieht. Der Schafhirte Gabriel Oak der zu Beginn der Geschichte 28 Jahre alt ist, schlägt sich immer irgendwie durch, selbst wenn alles den Bach runtergeht, und kriegt am Ende sogar seine Traumfrau. Auch wenn Hardy es dem Burschen auf dem Weg dahin nicht einfach macht. Interessant ist, wie er folkroristische Elemente einsetzt; so kommen im Roman Ausschnitte von Volksliedern vor, wie Seeds of Love, am Esstisch der Schäfer gesungen. Hier eine Version die Loreena McKennitt von diesem alten englischen Folksong

‘I sowed the seeds of Love, It was all in the spring…’ Far from the Madding Crowd (1874) Kapitel 23. Eventide - A Second Declaration.

Thomas Hardys Geschichte ist auch voll mit Details über Landleben und Landwirtschaft, in diesem Fall Schafzucht. Ich habe, zum Aufwärmen für diesen Blogpost, mal wieder in den Roman geschaut, den wir als englische Ausgabe von Penguin Classics besitzen, und die ersten vier der recht kurzen Kapitel gekesen. Allein schon auf diesen ca. dreißig Seiten erfährt man eine Menge über das Schäferleben im 19. Jahrhundert. Wie sie nahe ihrer Herde auf den Feldern in winzigen Wohnwagen, genannt Sheperd’s Hut wohnten, und was für Heilmittel die Schäfer im Regal hatten, Magnesium zum Beispiel. Oder über den Nutzen von hurdles, tragbare Zäune, die man als Schafscheide zum Grasen aufbauen kann, oder auch vereinzelt an kalten Stellen, als Windschutz für die Tiere. Auf den ersten 30 Seiten lernt man auch,wie sehr ein Schäfer davon abhängt, einen guten erfahrenen Hund zu haben. Gabriel Oak ist ein super kompetenter Schäfer, aber Pech mit einem Hund zerstört gleich zu Anfang der Geschichte seine gerade in Schwung kommende Karriere als selbständiger Landwirt – und er muss wieder ganz unten als Tagelöhner anfangen. Aber der Junge lässt sich nicht runter-kriegen, und ist obendrein sogar eine Art Vorläufer von Jethro Tulls Ian Anderson: Das Flötenspiel mit dem sich Farmer Oak die einsamen Stunden vertreibt, ist ein Glücksfall für Hörspielproduzenten, die hier Musik, ebenso wie Geräusche von Wind, Grasrascheln, Schafen usw. einsetzen und so eine gute Klangkulisse für die Geschichte schaffen. Das Hörspiel beginnt, als eine Art Rahmen, damit dass Bauern um einen Tisch sitzen und über die Story von Gabriel Oak sprechen. Bald darauf sind wir mit ihm auf einer einsamen Landstraße, wo er zufällig die schöne, aber auch sehr eigensinnige Bathsheba Everdene trifft. Willkommen in Hardy-Country.

 

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Thomas Hardys ‘Am grünen Rand der Welt’ als BBC-Hörspiel von 2012 online Das BBC-Hörspiel Far from the Madding Crowd. Mit Shaun Dooley (als Gabriel Oak), Alex Tregear (als Bathsheba), Toby Jones (als Boldwood), Patrick Kennedy (als Troy), Lizzy Watts (als Liddy), Hannah John-Kamen (als Fanny), Robert Blythe (als Maltster), Joe Sims (als Jan), Sam Alexander (als Joseph), Patrick Brennan (als Henery), Don Gilet (als Billy), Harry Livingstone (als Cain), Tracy Wiles (Aunt), Amaka Okafor (Maryann). Hier Teil 2 und Teil 3. Musik: Colin Guthrie, Chris Davies, Lauren Swift. Bearbeitung: Graham White. Regie: Jessica Dromgoole

Bedeutung und Ironie des Romantitels Den Originaltitel Far from the Madding Crowd nahm Thomas Hardy von einer Zeile des berühmten englischen Gedichts Elegy written in a Country Churchyard (1750) von Thomas Gray. Die Zeile bedeuted in etwa ‘fern ab von der geifernden Menschenmenge’. Sinngemäß auch ‘fernab vom Irrsinn des Stadtlebens’ - denn das Gedicht ist mitunter eine Ode an das Landleben. Da sich das Landleben bei Thomas Hardy jedoch als keineswegs problemlos erweist, steckt in dem Romantitel eine Prise Ironie

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