One aspect of Christie novels for us is social history, like a guy being called 'a maidservant's prayer''. Heard that one lately? The BBC radio play of 'Cards on the Table' (1936) is good

Der Christie-Roman Mit offenen Karten (1936) wird oft als einer ihrer besten genannt, und wohl auch von Agatha selber so eingeschätzt. Sie sagt ja in ihrem Vorwort, es sei einer von ‘Poirots Lieblingsfällen’. Der Roman enthält eine ganze Reihe von persönlichen Bezügen, Neben Hercule Poirot der ermittelt, taucht auch Ariadne Oliver auf, hier als eine Art Alter Ego von Agatha Christie. Die Autorin nimmt sich damit selber etwas auf die Schippe, beschreibt Ariadne z. B. als übergewichtig und jemand der Romane mit merkwürdigen Titeln á la  Das Geheimnis der toten Goldfische schreibt. Obwohl die Geschichte in London beginnt, finden auch Szenen in Wallingford statt, einem idyllischen südenglischen Städtchen in dem Agatha und ihr Ehemann in den 30er Jahren ein Haus gekauft hatten. Und dann spielt natürlich das Kartenspiel Bridge eine Rolle. Versteht sich von selbst dass Christie es spielte: In Agatha Christie: An Autobiography (1977) erzählt sie von einem Bridge-Turnier an dem sie auf einer Schiffsreise von Amerika nach England teilnahm. In diesem Krimi tauchen Bridge-Begriffe wie Dummy und Grand Slam  auf und haben eine gewisse Signifikanz für den Fall.

Als die Gesellschaft in den Salon zurückkehrte, stand dort ein Bridgetisch. Es wurde Kaffee serviert. »Wer spielt Bridge?«, fragte Mr Shaitana. »Mrs Lorrimer, das weiß ich. Und Dr. Roberts. Spielen Sie, Miss Meredith?« »Ja. Allerdings nicht so fürchterlich gut.«»Ausgezeichnet. Und Major Despard? Gut. Wie wär’s, wenn Sie vier hier spielen?« (Zeilen aus dem Roman Mit offenen Karten, Agatha Christie)

Das Buch enthält sogar Abbildungen von traditionellen Bridge-Abrechnungskarten (score cards) mit Honours und Tricks. Wie im obigen englischen Bildtext angedeutet, finde ich an Christie-Romanen – und dieser ist immerhin über 75 Jahre alt – auch zeitgeschichtliche Aspekte interessant: Produkte wie das Messing-Poliermittel Brasso gibt es heute noch, wogegen ein Ausdruck wie a maidservant’s prayer, also etwa Dienstbotinnen-Schwarm, als Beschreibung für einen Mann selten, wenn nicht gar völlig ausgestorben sein dürfte. Der Mann den es in Cards on the Table (1936) als ersten erwischt, ist der als mephistophelisch beschriebene Mr. Shaitana. In dem Kartenspiel das er arrangiert, konkurrieren die Detektive Poirot und drei Mitstreiter mit vier anderen Spielern die, gemäß Shaitana, alle schon mal einen Mord begangen haben. Das hatte Mr. Shaitana faszinierend gefunden. Aber wer von seinen vier Bridge-Spielern ist die unauffällige Person die ihm zum Verhängnis wurde? Jetzt muss ich selber meine Karten auf den Tisch legen und gestehen, dass ich kein Bridge Spieler bin. Aber das hielt mich nicht davon ab, das folgende BBC-Hörspiel zu genießen.

 

 

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Agatha Christie: ‘Mit offenen Karten’ als Hörspiel von 2002 online Das BBC-Hörspiel Cards on the Table. Mit John Moffatt (als Hercule Poirot), Stephanie Cole (als Ariadne Oliver), Christopher Godwin (als Mr. Shaitana), Donald Sinden (als Colonel Race), Ioan Meredith (als Superintendent Battle), Helen Longworth (als Anne Meredith), Mary Wimbush (als Mrs. Lorrimer), David Timson (als Dr Roberts), Nigel Anthony (als Major Despard), Sarah Paul (als Rhoda Dawes), Marlene Sidaway als (Mrs. Luxmore), Ewan Bailey (als Stephens). Hörspielbearbeitung: Michael Bakewell. Regie: Enyd Williams. Produktion von BBC Radio 4

Info zum obigen Foto Zwei meine Agatha-Christie-Taschenbücher, links, von Fontana Books (1969), eine Vintage-Reihe die ich sammle, und eine 1996 Ausgabe vom HarperCollins Verlag

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