Tending the land is called agriculture, a good word because it reminds us of the connection between farming and culture. This Andalusian field of straw bales inspired us to look at examples of music, art and movies inspired by farming

Wir fuhren gestern Morgen ein paar Kilometer von der Küste landeinwärts, da ist man hier in Andalusien schnell in ländlichen und auch landwirtschaftlichen Gegenden. Hier werden nicht nur typisch mediterrane Gewächse wie Olivenbäume angebaut sondern auch Getreide. Die im Feld gestapelten Ballen aus Gerstenstroh zeigen dass Erntezeiten hier viel früher sind als in Deutschland, wo das erst im Herbst passiert. Wir fanden den Anblick schön, und obwohl wir etwas anderes vorhatten, holten wir uns von einem verduzten Bekannten in der Nähe eine Gitarre und hielten die Szene fest – denn bald werden die Strohballen in Scheunen gebracht und dienen als Futter und Einstreu für Tiere. Wir nahmen die Gitarre als Symbol für die etwas in Vergessenheit geratene Verbindung von Landwirtschaft zu Kunst, Musik und vielem mehr. Nachfolgend Beispiele. Was Musik anbelangt, hat das Country Genre die ländliche Verbindung schon im Namen, ebenso wie die Vorläufer Bluegrass, Hillbilly und Mountain music. Sprichwörtlich die Musik von Leuten auf dem Land, umgeben von Gras und Bergen. Man muss in diesen Genres nicht lange suchen um ländliche Motive in der Musik und auf LP-Covers zu finden. Da wir gerade von Strohballen sprachen, wäre das Cover von Willie Nelsons Album Country Music (2010) ein Beispiel, mit einer schönen, alten Scheune die darauf wartet dass die Jungs mit Traktor und vollbeladenen Anhängern kommen. Übrigens nicht nur Jungs. Unserer Erfahrung nach, arbeitet zur Erntezeit die ganze Familie, wobei oft eine Tochter des Bauern den Traktor fährt und den Jungs das Aufstapeln der Ballen überlässt. Es dauerte nicht lange bis Landromantik von Country auf Rockmusik übergriff. Ein LP-Cover wie Wake of the Flood (1973) von Grateful Dead ist ein schönes Beispiel, ein Mann mit Sichel und Korn. Die Hippie-Band Traffic nahmen einen alten englischen Folk Song, der vom Lebenszyklus des Korns handelt, als Titellied ihres Albums John Barleycorn Must Die (1970), hier ein Blick auf die LP, mit einer Garbe, also bebündeltem Korn auf dem Cover. Dass die Garbe einst ein starkes Sinnbild war, zeigt die Tatsache dass sie bis zum heutigen Tag in den Wappen vieler Städte auftaucht, wie Berlin-Heiligensee, um nur ein Beispiel zu geben. Garben machte man bis Maschinen erfunden wurden die Stroh und Heu automatisch zu Ballen pressen können, wie im obigen Bild. Allerdings verwenden die meisten Bauern heute die größeren Rundballenpressen, siehe GIF. Die runden Ballen sehen gut im Feld aus, können allerdings nicht mehr bei Hand sondern nur noch mit Maschinen bewegt werden.

This field a mile further along demonstrates the eternal cycle of agriculture: The heaps under the olive trees are spread and used as fertilizer. They consist of cow manure and...straw, which goes back into the earth where it came from

In der Kunst ist Ackerbau und Viehzucht seit Jahrtausenden Inspiration für Maler. Schon die alten Ägypter malten Bilder die zeigen wie man Kühe mekt. Wer Kühe hat, braucht Gras, Heu, Stroh und Korn. Gerste für die Kühe, und Weizen, Roggen und Hafer für die Menschen. Deshalb sind Ernteszenen die häufigsten in der Kunst. Zumindest bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts. Van Gogh malte Korngarben im Feld bei der Ernte in der Provénce (1888). Der Impressionist Camille Pissarro malte die Heuernte in Éragny (1901), die zeigt wie sehr Frauen damals in landwirtschaftliche Arbeiten einbezogen waren. Der englische Maler Samuel Palmer zeigt wie man damals das Licht des herbstichen Vollmonds nutzte um auch Nachts zu arbeiten, siehe The Harvest Moon (1833). Bei der Ernte in nordeuropäischen Ländern ist man besonders unter Zeitdruck die Ernte trocken in die Scheune zu bringen weil Regen viel Schaden an Korn, Stoh und Heu anrichtet, es zum Beispiel verschimmeln lässt. Landwirtschaftliche Gemälde können auch sozialen Kommentar liefern, wie zum Beispiel Die Ährenleserinnen (1857) von Jean-François Millet. Es zeigt wie die ärmsten von den Armen nach der Ernte im Feld nach Resten von Korn suchen. Das Bild weigert sich, eine romantische Darstellung vom Landleben zu präsentieren und war deshalb bei Establishment unbeliebt. Symbolik auch bei dem amerikanischen Maler Winslow Homer dessen The Veteran in a New Field (1865) einen Veteranen des Bürgerkriegs zeigt der nach geschlagenen Schlachten ein neues Feld in Angriff nimmt. Man nannte den Tod nicht grundlos den Sensenmann. In der Tat waren damals viele Bauern als Soldaten rekrutiert worden, die nach dem Krieg zu ihrer Höfen zurückkehrten. Der Kreis von Kunst, Landwirtschaft und Musik schließt sich in diesem Fall denn Winslow Homers Gemälde wurde von Rockstar Tom Petty auf dem Album Southern Accents (1985) verwendet. Das Titellied wiederum wurde eindrucksvoll von Johnny Cash gecovert, der auf dem Albumcover mit seinem Gitarrenkoffer vor – wo sonst – einer alten Scheune steht. Das Thema Landwirtschaft in der Literatur ist umfangreich und verdient einen längeren Artikel. Autoren wie Ganghofer, Gotthelf, Gulbranssen, Thoma, Halldór Laxness, Marcel Pagnol, Laurie Lee und viele andere schrieben über Landleben. Unser Favorit ist wahrscheinlich immer noch Thomas Hardy, dessen Roman Am grünen Rand der Welt (1874) gerade unter dem Originaltitel Far from the Madding Crowd (2015) neu fürs Kino verfilmt wurde, hier ein Trailer, der somit etwas zum Thema Film beiträgt. Weitere Filme mit Landthematik werden zukünftig besprochen. Zum Abschluss für heute eine Kommentar zu unserem zweiten Foto. Dieses Feld war nur ein paar Kilometer vom obigen Strohballenfeld entfernt und verdeutlicht ganz gut den ewigen Kreislauf der Landwirtschaft: Die Haufen die unter den Olivenbäumen liegen, werden verteilt und zum Düngen benutzt. Sie bestehen aus einer Mischung von Kuhmist und….Stroh, das somit wieder zurück in die Erde kommt wo es anfangs herkam. Es mag kompliziertere Dinge auf der Welt geben, aber kaum etwas hat der Menschheit über Jahrtausende so einen guten Dienst getan.

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Weitere Infos YouTube Clip vom oben erwähnten alten englischen Folk Song John Barleycorn Must Die von der Band Traffic. Wenige Lieder haben eine tiefere Verbindung zum Thema Landwirtschaft: Es beschreibt das Schicksal von John Barleycorn, der personifizierten Form einer Getreidepflanze, nämlich Gerste (engl. barley) und die Arbeiten (schneiden, binden, aufgabeln, dreschen etc.) bei ihrer Ernte

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