Trees are among the most frequent images on LP covers, especially in the 60s and 70s, inspired by the 'back to nature' zeitgeist. In the blogpost: 25 examples incl. Dylan, Stones, Krautrock, Metal. Plus 2016 tour dates for Wishbone Ash

Links im Bild das Album Pilgrimage (1971) von Wishbone Ash. Ein einfaches aber originelles Design von der Firma Hipgnosis, die auch viele Cover für Bands wie Pink Floyd und Zeppelin gestaltet hat. Nachfolgend im Artikel ist die aufgeklappte Gatefold-LP und die These dass Bäume das häufigste Motiv von Plattenhüllen der 60er und 70er Jahre sind. Es gibt Hunderte. Nachfolgend eine Auswahl von 25 LPs von Leuten wie Dylan, Neil Young, Stones, Beatles, Jethro Tull, Tangerine Dream etc. Außerdem Infos über Wishbone Ash, die zur Zeit auf Tour in Europa sind. Die Häufigkeit von Bäumen auf LPs fällt auf Anhieb nicht unbedingt auf, weil sie oft nur Hintergrund oder Rahmen für Fotos von den Musikern sind. Die Baum-Motive könnten etwas mit dem Back to Nature Zeitgeist der Hippie-Epoche zu tun haben, jedenfalls sind sie nicht zufällig. Davor, in den 50er Jahren, wurden die meisten LP-Cover in Studios vor einer Leinwand gemacht und danach grafisch bearbeitet, hier ein typisches 50er Jahre LP-Cover aus dem Fotostudio. Im ähnlichen Stil waren auch die meisten LPs von Stars wie Elvis Presley, Johnny Cash, Little Richard etc. Der Stil hatte optisch viel für sich und war schneller und billiger als Außenaufnahmen, für die Fotografen bekanntlich durch die Landschaft fahren, und unter unkontrollierbaren Licht- und Wetterbedingungen arbeiten müssen. Aber davon ließ sich die frühe Generation von Folk-und Hippie-Musikern nicht abhalten, sie wollten sich auch vom Design her neu, anders und irgendwie natürlich präsentieren. Die Musiker wollten auch Kontrolle über ihr Image haben, anstatt von Plattenfirmen wie eine Packung Cornflakes vermarktet zu werden. Eins der frühsten alternativen LP-Cover mit Baum-Motiv ist von Joan Baez (1964), ein erfolgreiches Album das Nummer 12 in den US-Charts erreichte. Das Cover wirkt fast wie ein romantisches Gemälde von Caspar David Friedrich: Natur pur. Nur Joan…und ihr Freund der Baum.

Fans of Wishbone Ash might want to have a closer look at the inside gatefold with 68 pics. Click to enlarge. The tree from the cover is in there too, seemingly a coloured b/w photo

Wer einen näheren Blick auf die 68 Fotos in der Wishbone Ash Gatefold-LP will, kann das Foto zum Vergrößern anklicken. Darunter ist auch der Baum vom Cover, scheinbar ein koloriertes Schwarzweiß-Foto. Bei einer chronologischen Reihenfolge von LPs mit Bäumen kommt man nach Joan Baez jedoch zuerst zu den Beatles und Rubber Soul (1965), mit einem Blätterwald im Hintergrund, aufgenommen im Garten von Lennons Haus in Weybridge, Surrey. Ein starkes Foto auch auf Between the Buttons (1967) von den Rolling Stones, aufgenommen nach einer allnight Recording-Session, an einem kalten Morgen auf Londons Primrose Hill. Ist das Baum-Motiv Zufall? Nein, wir hätten auch das Cover für Paint in Black wählen können. Um den Baum auf John Wesley Harding (1967) von Bob Dylan gibt es sogar eine kleine Verschwörungstheorie, nämlich dass die Gesichter der vier Beatles darin versteckt sind, vage zu erkennen nahe dem Schriftzug wenn man die LP umdreht. Auf dem LP-Klassiker Astral Weeks (1968) sieht man den damals 23-jährigen Iren Van Morrison verträumt, mit geschlossenen Augen durch Äste und Blätter hindurchschimmern. Fotograf Ed Thresher machte 1968 auch für Françoise Hardy ein schönes Foto mit Baum-Thematik und Herbstlaub. Wundervoll auch das Baum-Cover der Incredible String Band die auf The Hangman’s Beautiful Daughter (1968) aussehen wie eine staatlich anerkannte Hobbit-Famile. Die Creedence Clearwater Album Green River (1969) zeigt das attraktive Lichterspiel von Blättern und Sonnenlicht. Auch hier sind Bäumen nicht ”zufällig im Hintergrund”. Siehe auch das CCR-Debütalbum. Den Baum auf dem Album Everybody Knows this is Nowhere (1969) von Neil Young in Topanga Canyon gibt es angeblich immer noch. Dann wäre es ein schöner Foto-Spot für Fans. Auch Bäume auf deutschen Alben, siehe Phallus Dei (1969) von Amon Düül II, beim genauen Hinsehen sieht man Bilder von der Band hinter dem Baum. Eine ebenfalls enigmatische Atmosphäre verleihen Bäume dem Cover von Black Sabbath (1970). Verträumt und glücklich wirkt das Baum-Idyll auf der Debüt-LP von John Lennon (1970), ein Foto mit Yoko auf dem Wohnsitz Tittenhurst Park.

Wishbone Ash gatefold LP designed by Hipgnosis, who also did covers for bands like Floyd and Zeppelin. It's only when you open it, that you really get the perspective of the photo

Ziemlich idyllisch präsentiert sich auch Joni Mitchell am baumumsäumten Seeufer auf dem Album For the Roses (1972). Melancholisch dagegen Fleetwood Mac auf Bare Trees (1972) mit kahlen aber schön fotografierten Bäumen im Nebel. Ein Junge steht in einem Meer von Blätterm auf der LP Brothers and Sisters (1973) von der Allman Brothers Band, es ist der Sohn des Schlagzeugers Butch Trucks, während auf der Rückseite die Tochter des Gitarristen Dickey Betts zu sehen ist. Viel Wald und Bäume auch auf den Progrock-LPs der 70er Jahre: Yes mit der Hippie-Version vom Förster im Silberwald auf der Innenseite von Yessongs (1973), mit Hirschen und Bäumen auf nebeligen Sci-Fi-Inseln. Und die Electro-Zauberer Tangerine Dream zeigen auf Ricochet (1975) dass selbst tote Bäume noch eindrucksvoll sind. Die Briten Genesis waren mit Winds and Wuthering (1976) noch einmal ganz bäumlich pastoral. Aber Ende der 70er machten städtische Punk-Bands dem Naturtreiben einen Strich durch die Rechnung, präsentierten sich musikalisch und auch visuell anders. Vielleicht war eine Abwechslung nötig. Ian Anderson von Jethro Tull sah auf Songs from the Wood (1977) schon etwas wie ein gestresster Wilderer aus. In den Musik-Genres der 80er und 90er Jahre, wie New Wave, New Romantics, Hip-Hop, Techno, House etc. waren LP-Cover mit Bäumen nicht sehr nicht angesagt. Eine gewisse Baum-Renaissance ist erst wieder im 21. Jahrhundert bemerkbar, schöne Beispiele wären Hymns of the 49th Parallel (2004) von k. d. lang und das Album Manofon (2009) von David Sylvian. Gute Cover auch von Indie-Bands wie Efterklang aus Dänemark, hier mit der EP Under Giant Trees (2007) und Metal-Bands wie Amorphis aus Finnland, siehe ihr Album Skyforger (2009) auf dem auch die Baumwurzeln zur Geltung kommen. Hat Skandinavien jetzt das Baum-Monopol? Nein, die Briten lassen sich nicht so leicht unterkriegen, siehe schön gestaltete und auch gut klingende Album wie Deadwing (2005) von Porcupine Tree, und Weather Systems (2012) von Anathema. Soweit 25 Beispiele für LP-Cover mit Baum-Motiven. Es gibt viele mehr aber diese Beispiele reichen um zu zeigen wie sehr Bäume – vielleicht als kulturelles Wahrzeichen für Naturverbundenheit – ein Teil der Popkultur sind.

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Wishbone Ash Live in Österreich: Feb 11 Bezirk-Penzing / Poland: Feb 12 Krakow / Feb 13 Warsaw / Feb 14 Bydgoszcz / In Deutschland: Feb 16 Nürnberg / Feb 17 München / Feb 18 Reichenbach / Schweiz: Feb 19 Lyss / Feb 20 Uznach / Feb 21 Pratteln / In Italy: Feb 23 Verona / Feb 24 Fontaneto D’agogna / Feb 25 Rome / Feb 26 Grosseto / France: Mar 30 Aucamville / Apr 1 Vaureal / Apr 2 Cleon / Apr 3 Savigny-Le-Temple / UK: Aug 20 Tilford / Nov 18 Holmfirth. Concert venues can be found on official website wishboneash.com

Wussten Sie schon? Wishbone Ash erlangte nicht den kommerziellen Status von Bands wie Floyd und Genesis, war aber einflussreich, z. B. Steve Harris von Iron Maiden erwähnt Wishbone Ash als Inspiration. Wobei Maiden die Gitarren mehr aufdreht. Siehe auch das Lied Ljusalfheim der Metalband Therion, das die gleiche Melodie & Akkordfolge hat wie der Wishbone Ash Song Valediction von der obigen LP Pilgrimage

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