It's the birthday of Patricia Highsmith (1921-1995). The subtlety of her novels translates well to the screen: Strangers on a Train, Talented Mr. Ripley etc. Good to hear 'The Two Faces of January' is out soon. A lesser known book but the early 60's setting and mediterranean locations should make a good film

Es ist der Geburtstag von Patricia Highsmith (1921-1995). Demnächst sind Viggo Mortensen und Kirsten Dunst in Die Zwei Gesichter des Januars (2014) zu sehen. Die gleichnamige Romanvorlage aus dem Jahr 1964 ist eins ihrer weniger bekannten Bücher aber das könnte sich bald ändern denn Highsmiths subtiler Schreibstil und unkonventionelle Figuren lassen sich erstaunlich gut verfilmen. Siehe Hitchcocks Der Fremde im Zug (1951) und Der Talentierte Mr. Ripley (1999) mit Matt Damon und Gwyneth Paltrow. Auch im neusten Kinofilm sind die Mittelmeer-Schauplätze und die Epoche der frühen 1960er Jahre eine zusätzliche Attraktion. Der Look, die Autos, die Klamotten aus dieser Zeit sind durch Serien wie Mad Men sehr cool geworden. In dieser Highsmith-Story geht es um einen jungen Amerikaner namens Rydal der sich in Griechenland mithilfe seiner Sprachkenntnisse als Touristenführer durchschlägt. Rydal, unteres Bild in der Mitte, dargestellt von Oscar Isaac, der in Inside Llewyn Davis (2013) die Titelrolle des folk singers spielte. Eines Tages trifft er in der Akropolis das wohlhabende Ehepaar Chester und Colette MacFarland, gespielt von Mortensen und Dunst. Sie laden ihn in ihr Hotel ein, wo Rydal auf unvorhergesehene Weise in einen Mord oder dessen Spurenbeseitigung verwickelt wird. Patricia Highsmith lässt ihre Figuren nur zu gerne in komplexe Situationen hineinschlittern. Ihre psychologischen Thriller sind nicht sehr brutal oder blutrünstig, haben aber den subversiven Dreh, den Leser dazu verführen, sich mit dem Täter zu identifizieren. Man könnte es ein unmoralisches Vergnügen nennen. Als wir die Bücher als Teenager entdeckten, konnten wir gar nicht aufhören, eins nach dem anderen durchzulesen.

Viggo Mortensen, Oscar Isaac, Kirsten Dunst in the upcoming movie The Two Faces of January (2014). We'll add a trailer as soon as available. Oscar Isaac, center, previously played the title role of the folk singer in Inside Llewyn Davis (2013)

Wir haben irgendwo eine schöne schwarz-gelbe Diogenes Ausgabe von Die zwei Gesichter des Januars, konnten sie auf Anhieb leider nicht finden, sonst hätten wir sie als Foto genommen. Aber das Bild vom Kinofilm sieht auch gut aus. Highsmith hatte über den Züricher Diogenes Verlag hinaus eine Verbindung mit der Schweiz, sie verbrachte die letzten 14 Jahre ihres Lebens im Tessin. Wir wissen nicht ob sie Italienisch sprach, aber sie sprach ziemlich gut Deutsch und auch Französisch, wie in einem nachfolgenden Doku zu sehen ist. Sie mochte Europa wahrscheinlich lieber als ihr amerikanisches Geburtsland, sie war ein ziemlich reservierter Mensch, mochte am liebsten ihre Katzen. Deshalb wählten wir obiges Foto. Wir könnten uns vorstellen dass die ruhige, unaufdringliche Mentalität der Schweizer ihr zusagte. Jedenfalls gab sie ihren gesamten literarischen Nachlass an die Schweizerische Nationalbibliothek in Bern. Wir suchen für Blogposts gerne nach ein, zwei kleinen Fakten die noch nicht in Wikipedia oder Hunderten von Blogs stehen und hörten gestern in einem Audio-Interview dass Patricia Highsmith für den Großteil ihrer Karriere eine deutsche Schreibmaschine vom Typ Olympia SM3 benutzte. Selbst als sie später Geräte für Textverarbeitung besaß, blieben sie meist unbenutzt und sie kam immer wieder zu ihrem 50er Jahre Olympia-Modell zurück. Funktionierte gut, musste nie repariert werden. Na bitte, deutsche Wertarbeit leistete also einen gewissen Beitrag zum Werk dieser Lady die immer eine unserer Lieblingsautorinnen sein wird. Wir sind gespannt auf die neue Verfilmung, sobald es einen Trailer gibt, fügen wir ihn hinzu.

Weitere Infos  Hier der deutsche Trailer für Die zwei Gesichter des Januars (2014). Weitere Infos über Patricia Highsmith in einem deutschen Wiki-Artikel. Französischsprachige Leser könnten dieses Doku interessant finden, eine der wenigen Sendungen mit der Autorin persönlich

Mehr zum Thema  Unser Blogpost über die neue Patricia Highsmith Verfilmung Carol (2015) nach ihrem Roman Salz und sein Preis (1952)