An old children's rhyme plays a role in the Agatha Christie thriller A Pocket Full of Rye, now online as a BBC radio play. There is also a good film adaption on YouTube. Links below

Der Roman wurde auf Deutsch als ‘Das Geheimnis der Goldmine’ veröffentlicht. Das BBC-Hörspiel mit Originaltitel A Pocket Full of Rye kann online gehört werden. Link unten auf der Info-Leiste. Links im Bild eine alte Illustration (1880) für den Kinderreim Sing a Song of Sixpence der im Roman eine Rolle spielt und im Hörspiel gleich zu Anfang zitiert wird:

Sing a song of sixpence,
A pocket full of rye.
Four and twenty blackbirds,
Baked in a pie.
When the pie was opened,
The birds began to sing;
Wasn’t that a dainty dish,
To set before the king?

Wir veraten nichts darüber wer in diesem Miss Marple Krimi das Morden nicht sein lassen kann, wenn wir hinzufügen dass sich die Reimzeile ‘a pocket full of rye‘ auf eine Handvoll Roggenkörner bezieht die in der Jackentasche des ersten Opfers gefunden werden. Agatha Christie liebte es, ihre Romane mit Spuren und Zitaten aus englischer Folklore und Dichtung auszuschmücken. Dinge die ihr offensichtlich etwas bedeuteten und die ihren Krimis selbst Jahrzehnte später einen besonderen Charme verleihen. Diese Zitate sind nützlich, denn alte Lieder, Gedichte und Kinderreime können in Vergessenheit geraten. Was schade wäre, denn zum Ursprung dieser Sachen gibt es interessante Theorien. Dazu ein Blick auf letzten zwei Strophen des Reims:

The king was in his counting house,
Counting out his money;
The queen was in the parlour,
Eating bread and honey.
The maid was in the garden,
Hanging out the clothes;
When down came a blackbird
And pecked off her nose

A 1971 paperback from Fontana Books and the Miss Marple BBC TV adaption of A Pocket Full of Rye, which is good. This set with 2 other episodes also has a 30 min. Christie docu

Im Oxford Dictionary of Nursery Rhymes wird die Möglichkeit erwähnt dass die vierundzwanzig Vögel im Reim, die 24 Stunden eines Tages darstellen. Und somit der König und die Königin im Reim die Sonne und den Mond symbolisieren. Theorien die, wie vieles im Bereich von Dichtung und Folklore, schwer zu beweisen sind. Aber es ist interessant wie manche Stoffe oder Archetypen im Laufe der Jahrhunderte ein Eigenleben entwickeln und wiederholt in der Popkultur auftauchen. Bestandteile des Reims Sing a Song of Sixpence wie ‘The king was in his counting house…’ und ‘The queen was in the parlour…’ tauchen in dem Beatles Lied Cry Baby Cry als ‘The king was in the garden…’ und ‘The queen was in the playroom…’ auf. Ein weiteres Motiv des Kinderreims, die bizarr anmutende Teigtasche mit den vierundzwanzig Vögeln (four and twenty blackbirds, baked in a pie) wurde in dem Radiohead Lied Faust Arp benutzt: ‘Fingers in the blackbird pie I’m tingling, tingling, tingling…’. Aber auf dem Gebiet glorreicher britischer Merkwürdigkeit haben es in diesem Fall weder die Beatles noch Radiohead geschafft, Agatha Christie zu überbieten. So benutzt in ihrem Krimi A Pocket Full of Rye jemand den Kinderreim unverdrossen als Anleitung zum Töten: Zum Beispiel wird, in Anlehnung an die letzte Strophe, jemand tot an einer Wäscheleine gefunden. Die Zeile ‘when down came a blackbird and pecked off her nose‘ nachgestellt indem das Opfer eine Wäscheklammer auf die Nase verpasst bekommt. Blackbirds werden auf Deutsch Schwarzdrosseln oder Amseln genannt und sind Vögel die, vielleicht wegen ihrem Gesang oder markanten Aussehen schon seit Jahrhunderten mit Aberglauben behaftet sind. Der Reim Sing a Song of Sixpence ist übrigens nicht der einzige Verweis auf britisches Kulturgut in diesem Krimi. Christie macht einen Hinweis auf den Dichter Alfred Tennyson: Sie erklärt die Vornamen Percival und Lancelot der Fortescue-Brüder damit dass ihre Mutter das Tennyson-Gedicht Idylls of the King (1859) verehrte. Das BBC-Hörspiel ist gut, es stellt Miss Marple mehr in den Mittelpunkt als der Roman (wo die Dame erst nach 80 Seiten auftaucht) indem sie hier auch die Erzählerin ist. Wir haben neben dem Roman, oben im Bild eine 1971 Ausgabe von Fontana Books, auch die BBC-Verfilmung mit Joan Hickson (1906-1998) als Miss Marple. Auch gut gemacht, eine der besten Miss Marple Verfilmungen, mit aufwendigem 50er Jahre Dekor und anderen guten Schauspielern wie Tom Wilkinson als Inspector Neele.

 

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Agatha Christie: ’Das Geheimnis der Goldmine’ als Hörspiel online  Das BBC-Hörspiel A Pocket Full of Rye. Mit June Whitfield (als Miss Marple), Nicky Henson (als Inspector Neele), Kristin Miward (Miss Dove), Claira Mackie (Gladys), Derek Waring (als Rex Fortescue), Peter Yapp (als Percival Fortescue), Natasha Pyne (als Jennifer Fortescue), Joshua Towb (Sgt. Hay), Ian Master (Lance), Annabel Mullion (Patricia), Elaine: Deborah Berlin (Elaine), Becky Hindley (Adele), Margaret WardIan (Miss Ramsbottom), Charlotte Mitchell (Mrs Mackenzie), Don McCorkindale (Mr Crump), Margaret John (Mrs Crump), Jilly Bond (als Irene Grosvenor), Dr Bemsdorff: George Parsons (Dr Bemsdorff), Michael Tudor Barnes (als Vivian Dubois), Gerald Wright (als Oliver Senton), Clare Heyhoe (Kitty). Bearbeitung: Michael Bakewell. Regie: Enyd Williams. Produktion: 1995

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