Found this beautiful 1960s Penguin edition of Virgina Woolf's novel 'The Waves' (1931). On the cover, a portrait of the author painted 1912 by her sister Vanessa Bell. Don't get how anyone, except maybe astronauts, might prefer ebooks to real books

‘Die Sonne war noch nicht aufgegangen. Das Meer war vom Himmel nicht zu unterscheiden…’ Anfangszeilen von einem Roman, der mit seiner poetischen Sprache wie ein langes Gedicht wirkt. Das BBC-Hörspiel von 2007, mit atmosphärischer Klangkulisse und renommierten Sprechern wie Anna Massey, Peter Guinness, Janet Suzman, kann online gehört werden. Link am Ende des Posts. Ebenfalls, ein Deutschlandfunk-Feature über ‘Die Wellen’ von 2010. Im Bild ist meine englische Romanausgabe ‘The Waves’ (1931). Eine schöne Ausgabe aus den 60er Jahren vom Penguin Verlag. Auf dem Cover ist ein Porträt von Virginia Woolf (1882-1941), gemalt von ihrer Schwester Vanessa Bell im Jahr 1912. In diesem Roman werden sechs Lebensläufe als Monolog-passagen wiedergegeben, denen symbolhaft Naturschilderungen vorangestellt sind.  bekommt den Eindruck, dass die Autorin vielleicht nach Verknüpfungen zwischen dem individuellen Bewusstsein der Figuren mit einer Art von Gemeinschafts-bewusstsein sucht. Die Romanfiguren beruhen jedenfalls auf Personen, die Vanessa Woolf kannte:

1. Bernard ist ein Geschichtenerzähler, der von Virginia Woolfs Freund E. M. Forster inspiriert wurde
2. Louis, der Aussenseiter, basiert auf dem Dichter T. S. Eliot den die Autorin ebenfalls gut kannte
3. Neville beruht zum Teil auf Lytton Strachey, einem Gründungsmitglied vom Bloomsbury Set
4. Jinny, die Salonlöwin, beruht auf Mary Hutchinson, ebenfalls Mitglied vom Bloomsbury Set
5. Susan, die lieber das Land als die Stadt mag, beruht auf Virginia Woolfs Schwester Vanessa
6. Rhoda, die mit Selbstzweifeln und Depressionen zu kämpfen hat, ähnelt der Autorin Virginia Woolf
7. Percival, eine weitere Romanfigur, tritt zwar nicht als einer von den sechs Erzählern auf, wird aber
von den obengenannten Figuren beschrieben und beruht auf Vanessa Woolfs Bruder Thoby Stephen
.
Der über neunzig Jahre alte Roman wirkt sehr modern und experimentell, lässt dem Leser viel Raum für eigene Interpretationen. Aber bei der Darstellung und Selbstdarstellung der drei männlichen und drei weiblichen Figuren geht es im Kern wohl um Identität, um die Suche nach Identität und um die Frage, was Identität überhaupt ist? Ist sie in uns – oder in der Sichtweise begründet, die andere von uns haben?
‘Ich wünsche mir also nach dieser Schläfrigkeit im Licht der Gesichter meiner Freunde in vielen Facetten zu funkeln. Ich habe das sonnenlose Reich der Nicht-Identität durchschritten. Ein fremdartiges Land! Ich habe in meinem Augenblick der Befriedigung, in einem Augenblick alles auslöschender Befriedigung das Seufzen der Gezeiten gehört, wie sie kommen und gehen und sich über diesen Kreis von strahlendem Licht hinaus erstrecken…’ (Aus ‘Die Wellen’ 1931, von Virginia Woolf9

Virginia Woolf: ‘Die Wellen’ als BBC-Hörspiel von 2007 online Das Hörspiel mit Anna Massey (als Rhoda), Don Warrington (Louis), Peter Guinness (Neville), Jane Lapotaire (Jinny), Jon Cartwright (Bernard), Geraldine James (Susan). Erzählerin: Janet Suzman. Bearbeitung & Regie: Terence Davies. Produktion: Polly Thomas. Hinweis: Dieses Hörspiel ist auch auf CD erhältlich, als Teil eines Box-Sets mit 7 BBC-Hörspielen nach Werken von Virginia Woolf. Suchbegriff: ‘The Virginia Woolf BBC Radio Drama Collection’

 

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Musik die vom Roman ‘The Waves inspiriert wurde Zwei LPs die mir sehr gefallen und online zu hören sind: Max Richters ’Three Worlds: Music From Woolf Works’ (2017) und Ludovico Einaudis ’Le Onde’ (1996)

Radio-Dokumentation Deutschlandfunk-Feature von 2010 über ‘Die Wellen’ mit Carmen Francesca Banciu

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