Even though Timothy Leary claimed to have been inspired by Cary Grant, the actor was not part of 60's counterculture. He came into contact with LSD, at a time when it was legal and in fact tested by government scientists, through his wife Betsy

Dieser Blogpost bezieht sich auf die Biografie Cary Grant. In Name Only (2003). Obwohl Timothy Leary angab dass er von Cary Grant inspiriert wurde, war der Schauspieler, der vielleicht größte Filmstar aller Zeiten, nicht Teil der 60er Jahre Hippiekultur, bei der LSD eine beträchtliche Rolle spielte. Grant kam viel früher in Kontakt mit der Substanz, als sie noch legal war, in der Tat von der US-Regierung an bezahlten Probanden getestet wurde. Daraus entstanden im Rahmen des Kalten Krieges unzählige Verschwörungstheorien. Aber Tatsache ist dass Cary Grant LSD-25 nicht von irgendwelchen Spionen sondern von niemandem anders empfohlen bekam als seiner Ehefrau Betsy Drake. Deren Bekanntschaft mit dem Halluzinogen wiederum hatte eine Verbindung mit dem berühmten Seeunglück der Andrea Doria. Betsy Drake hatte Cary Grant 1956 in Spanien bei den Dreharbeiten für Stolz und Leidenschaft (1957) besucht, den Grant dort mit Frank Sinatra und Sophia Loren drehte. Seine Frau nahm dann im Juli 1956 das Schiff zurück nach Amerika. Die Andrea Doria kam nie an, Dutzende von Passagieren starben. Betsy Drake überlebte, brauchte aber aufgrund der dramatischen Erfahrungen bei dem Schiffsunglück psychologische Betreuung. Sie hatte zu einem früheren Zeitpunkt schon Hypnose als therapeutisches Mittel für sich entdeckt. Diesmal suchte sie Dr. Mortimer Hartman auf, der in den 50er Jahren, mit Lizenz der US-Regierung, Experimente auf dem Feld der Psychoanalyse unternahm und die Effekte von LSD-25 erforschte. Sie empfand die therapy sessions als positiv und überredete ihren Ehemann, daran teilzunehmen. Cary Grant schätzte später dass er über einen Zeitraum von drei Jahren an etwa hundert Sessions mit Doktor Hartman teilgenommen hatte, hauptsächlich in Los Angeles aber auch in England wo Grant die Komödie Indiskret (1958) drehte. Dort gab es ein Landhaus, sagte er später, wo man die ganze Woche LSD nehmen und Dinge über sich entdecken konnte.

Update to this post first published 2014: At the Cannes festival 2017 is the premiere of the film 'Becoming Cary Grant' (2016), above, about the actor's LSD experiences. Trailer below

Cary Grant benutzte LSD mindestens bis Mitte der 60er Jahre, machte seinen stärksten Film Der unsichtbare Dritte (1959) sozusagen ‘auf LSD’ und sprach auch offen in Interviews darüber: ”I believe in caring for my health. Physical health is a product of, and dependent upon, mental health. One nurtures and nourishes the other. And so, together with a group of other interested Californians – doctors, writers, scientists and artists – and the encouragement of Betsy, who was interested herself, I underwent a series of controlled experiments with LSD-25”. Solche Zitate brachten ihm später negative Publicity, mitunter weil kaum ein Schauspieler so sehr der Inbegriff einer Stütze der Gesellschafft war. Aber man darf nicht vergessen dass seinerzeit renommierte Schriftsteller wie Aldous Huxley, der Autor von Schöne neue Welt, der nebenbei Drehbücher für Austen- und Brontë-Verfilmungen schrieb, ebenfalls psychedelische Drogen, inklusive LSD probierte und darüber berichtete. Cary Grant erwähnte auch konkrete Gründe für seine Erfahrungen. Er war ein ziemlich selbstkritischer Mensch, fand dass er vor seiner Bekanntschaft mit LSD eine Tendenz hatte, sich Frauen gegenüber verletzend zu verhalten. Er litt auch unter dem Gegensatz zwischen der selbstbewussten öffentlichen Figur Cary Grant, die er selber geschaffen hatte, und dem persönlichen Menschen Archibald Leach, einem Jungen aus traumatischen familären Verhältnissen der einst als Teenager mit einer fahrenden Zirkustruppe England verlassen hatte. Die Biografie Cary Grant. In Name Only (2003) stellt seine LSD-Erfahrungen in diesen Kontext, ohne das Thema (das bei Wikipedia nur mit einem Satz erwähnt wird) auf sensationalistische Weise auszuschlachten. Nur eins von 29 Kapiteln befasst sich speziell mit dem LSD-Thema. Cary Grant kommt als nachdenklicher, tieffühlender Mensch rüber. Wir fanden diese Biografie, die nur auf Englisch erhältlich ist, aufschlussreich und empfehlenswert.

 

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Was LSD anbelangt, haben wir selber nie persönliche Erfahrungen damit gemacht und können darüber kein fundiertes Urteil abgeben, sind aber eher geneigt, zu einer gewissen Vorsicht zu raten. Was für Cary Grant zu funktionieren schien, kann bei anderen Leuten unter anderen Umständen negative Folgen haben. So wird zum Beispiel oft angenommen dass die Probleme mit denen Syd Barrett von Pink Floyd zu kämpfen hatte, von psychedelischen Drogen verstärkt, vielleicht sogar hervorgerufen wurden.

Neuer Film über Cary Grant und LSD Beim diesjährigen Cannes Filmfestival 2017 wird der Film Becoming Cary Grant (2016) vorgestellt. Siehe obiges Filmposter und Trailer auf YouTube für den Film von Mark Kidel

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