There seem to be relatively few black Science Fiction writers, but judging by 'Bloodchild' (1984) American author Octavia Estelle Butler (1947-2006) is well worth reading. To me it has some similarity with 'Alien' - but with a more philosophical slant

Amerikanisches Hörspiel online nach einer Story die 1985 den Hugo Award und den Nebula Award gewann. Link folgt am Ende des Posts. Octavia E. Butler (1947-2006) ist eine der relativ wenigen schwarzen Autorinnen des Sci-Fi-Genres. Die Story wurde ursprünglich im Magazin ‘Asimov’s Science Fiction’ veröffentlicht. Das Cover von Wayne Barlowe gibt einen Hinweis auf die bizarr klingende Prämisse: ‘Bloodchild’ handelt von Menschen, die vor Generationen von der Erde geflüchtet sind und auf einer außerirdischen Kolonie leben, die sich auf dem Planeten einer insektenhaften, gliederfüßigen Spezies namens Tlic befindet. Die Tlic haben herausgefunden, dass Menschen sich gut als Wirtskörper für die Eier der Tlic-Spezies eignen. Sie haben das Abkommen getroffen, dass die Menschen unter dem Protektorat der Tlic leben können, aber im Gegenzug dafür, jede Menschenfamilie ein Kind für die Implantation von - Hilfe! - Tlic-Eiern bereitstellen muss. Ein Mensch mit einer Implantation wird N’Tlic genannt. Ein Junge namens Glan, der Mittelpunkt der Geschichte ist, wurde, wie üblich, noch vor seiner Geburt dazu auserkoren, die Eier einer weiblichen Tlic namens T’Gatoi zu empfangen. Über Generationen sind Menschen von den Tlic dazu konditioniert worden, den Wirtskörper-Status als etwas Gutes, als eine Ehre anzusehen, als etwas das der Familie des N’Tlic Vorteile verschafft. Die einheimischen und hochintelligenten Tlic gehen dabei, obwohl sie den Menschen überlegen sind, normalerweise nicht brutal vor sondern mit einer quasi-hypnotischen und im Prinzip gut gemeinten Überzeugungskraft: ’Friedliche Koexistenz’ etc. Menschen bekommen als Lohn von den Tlic – die in ausgewachsener Form wie mannsgroße Tausendfüßler aussehen und die Angewohnheit haben, sich beim Gespräch um Menschen herumzuwickeln – auch eine halluzinogene Droge verabreicht. Die Meinung des zur Implantation vorgesehenen Jungen Gan ändert sich, als er T’Gatoi helfen muss, bei einem schwererkrankten Mann namens Bram Lomas einen Notkaiserschnitt auszuführen.

‘Die letzte Nacht meiner Kindheit begann mit einem Besuch zu Hause…’ (Anfangszeilen der Geschichte ’Bloodchild’ die auf Deutsch als ‘Blutsbande’ und ’Blutsbrut’ veröffentlicht wurde)

Diese Geburt endet in Horrorszenen, als Bram Lomas unvorhergesehenerweise von der geschlüpften Tlic-Larve getötet wird. Gan ist jetzt nicht mehr gewillt, Wirtskörper zu sein und stellt T’Gatoi über die dubiose Beziehung zwischen Menschen und der Tlic-Spezies zu Rede. Wird die wohlmeinende T’Gatoi es dennoch schaffen, Gan zu überzeugen dass seine Imprägnation ‘das Beste’ für alle Beteiligten ist? Die Story klingt bizarr, hat aber für mich eine entfernte Ähnlichkeit mit der Thematik des Sci-Fi-Klassikers ‘Alien‘. Obwohl ‘Bloodchild’ nicht so gezielt den Horror betont, sondern eher philosophische Themen erkundet. Worauf die Autorin dabei spezifisch hinauswill, ist wie so oft in Science Fiction, offen für diverse Interpretationen. Die von manchen erwähnte Allegorie für die historische Versklavung der Schwarzen in Amerika kann ich beim besten Willen in ‘Bloodchild’ nicht so recht erkennen. Auch Schlagwörter wie ’Assimilation, Symbiosis, Bio-politics, Gender, Power’ werden im Zusammenhang mit der vieldiskutierten Story und Autorin erwähnt. Ich gebe mich geschlagen und überlasse es Lesern, sich ihre Meinung zu dieser bemerkenswerten Story zu bilden. Das Hörspiel ist eine gute Produktion von dem nichtkommerziellen US-Hörfunksender NPR (National Public Radio)

 

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Octavia E. Butler: ‘Bloodchild’ als NPR-Hörspiel vom Jahr 2000 online Das Hörspiel mit Dylan Kussman (als Gan), Christina Pickles (als Lien, seine Mutter), John Coppola (als Qui, sein Bruder), Ann Marie Lee (als Xuan Hoa, seine Schwester), Lynne Thigpen (als T’Gatoi), die weibliche Außerirdische). In weiteren Rollen: Ira Burton, Lorna Raver. Musik: Fred Koella (Gitarre). Regie & Produktion: Yuri Rasovsky. Länge: 31 Min.

Foto Von ‘The Bloomsbury Handbook to Octavia E. Butler‘ (2020) von Gregory J Hampton & Kendra R Parker

Radio-Dokumentation Ein englischsprachiges Feature über die Sci-Fi-Autorin Octavia E. Butler (1947-2006)

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