50 years ago, in 1964 the first Moog Synthesizer was introduced by the inventor Dr. Robert Moog (1934-2005). In Rock, the first up-front use of a Moog in a solo was in ELP's song Lucky Man. Link below. Synth comes in at 3:20 min.

Der mittlerweile legendäre Moog Synthesizer wurde vor 50 Jahren erstmals öffentlich vorgestellt, 1964 auf einem Kongress für Toningenieure in New York. Heute sind Synthesizer fester Bestandteil, vielleicht sogar Hauptbestandteil der meisten Lieder die man im Radio hört. Erstaunlicherweise hatten Synthesizer bis in die 70er Jahre ein Stigma, wurden nicht als ‘echte Musikinstrumente’ angesehen. So gab auf mehreren Alben von Queen zum Beispiel einen stolzen Hinweis dass keine Synthesizer bei den Aufnahmen verwendet wurden, nach dem Motto, das sind alles Gitarren-Sounds, echte handgemachte Musik. Bei der Band Emerson, Lake & Palmer hingegen war ein Keyborder im Mittelpunkt der Musik, und die Band machte keinen Hehl aus ihrer Vorliebe für Elektronik. ELP war in der Tat die erste Band, zumindest die erste Rockband, die den Moog Synthesizer ausgiebig und deutlich hörbar bei Studioaufnahmen und auch in Konzerten einsetzte. Demgemäß war das Debütalbum Emerson, Lake & Palmer (1970) für viele Rockfans die erste Bekanntschaft mit dem Klang eines Synthesizers. Man darf nicht vergessen dass weltbekannte Synthi-Hits wie Popcorn (1972) von Hot Butter und Autobahn (1975) von Kraftwerk deutlich später erschienen als das ELP-Album. Oben im Bild unsere LP-Ausgabe. Wir haben als Kontext zwei Fotos hinzugefügt, besser als Close-Up in Teil zwei des Blogposts zu sehen.

The first Moogs were bulky. Keith Emerson stacked the modules up behind his Hammond organ - sometimes hard to reach! The stick. left, was a remote control for the moog and also served as a pyrotechnical device in ELP's shows

Auf dem rechten Bild sieht man wie groß und klotzig die frühen Moog Synthesizer waren. Da die Hammond Organ, unten im Bild, damals das Hauptinstrument von Keith Emerson war, hatte er den Moog auf einem Stand hinter der Hammond aufgebaut. So konnte er beide Instrumente gleichzeitig benutzen, z. B. mit einer Hand Akkorde auf der Hammond, und mit der anderen Solonoten auf dem Moog spielen. Die frühen Moogs waren ja monophonisch, sprich, konnten nur einzelne Noten, keine Akkorde spielen. Aus der schieren Größe von ELPs Moog-Modulen entstand ein gewisser, vielleicht nicht ganz freiwilliger Humor. Keith Emerson kam bei einem Konzert irgendwann nicht mehr an die oberen Schalter des Geräts heran und fluchte: Holt mir mal eine Leiter! Sänger und Bassist Greg Lake schnappte sich den Spruch als Motto und Namen für die ’Get Me a Ladder’ Tournee vom Jahr 1973. Das andere Foto zeigt Emerson mit seinem sog. Ribbon Controller, der als eine Art Fernbedienung für den Moog auf der Bühne diente. Emerson konnte damit per Kabel einige Moog-Sounds abrufen und hatte es zu Show-Zwecken zudem als pyrotechnische Feuerkanone ausgestattet. Keith Emerson hatte den Synthesizer-Erfinder Dr. Robert Moog (1934-2005) persönlich kennengelernt. Der Ingenieur gab sich Mühe, mit Benutzern des Moogs zusammenzuarbeiten und auf die technischen Bedürfnisse der Musiker einzugehen. Keith Emerson hatte den Moog erstmals in einem Plattenladen auf dem Wendy Carlos Album Switched-On Bach (1968) von Wendy Carlos gehört: Musik von J. S. Bach auf einem Moog Synthesizer gespielt. Eins der meist verkauften Klassik-Alben aller Zeiten. Leider nichts von Switched-On auf YouTube, nur nachgespielte Versionen von anderen Musikern. Emerson fand das Album allerdings mittelprächtig, weil der Moog hier im Prinzip nur die Klänge von klassischen Instrumenten ersetzte, wodurch zwar ein neuartiger Klang erzielt wurde, aber kein neuer Musikstil. Aber Emerson interessierte sich für den Moog der auf dem LP-Cover von Switched-On Bach (1968) zu sehen war. Der Moog sah damals noch aus wie ein Klappenschrank für Telefonvermittlung. Emerson setzte sich mit Robert Moog in Verbindung, kaufte einen seiner Synthesizer für £4000, ein Betrag für man damals ein Haus kaufen konnte, und wurde der erste Musiker der einen Moog live auf der Bühne spielte. Was mit Schwierigkeiten verbunden war. denn der Moog war als stationäres Gerät für Studios konzipiert. Bewegt zu werden, bekam den frühen Moogs nicht gut, ebenso wenig wie Veränderungen der Luftfeuchtigkeit. Aber ELP ließen sich nicht so schnell unterkriegen, spielten den Moog auch live in Amerika, wo Erfinder Robert Moog sie 1971 bei einem Konzert in New Yorks Gaelic Park Stadion besuchte. Das erste Lied auf dem die Band  im Studio einen Moog Synthesizer benutze, war Lucky Man, ein YouTube Clip folgt gleich. Das Lied ist vielleicht ein ungewöhnlicher Kontext um den Moog auszuprobieren. Lucky Man klingt, anfangs zumindest, wie ein altmodischer, fast mittelalterlicher Folksong. Der Biografie Emerson, Lake & Palmer. The Show that Never Ends entnehmen wir dass Keith Emersons Synthesizer-Solo am Ende von Lucky Man vollkommen spontan improvisiert wurde. Er wollte nur ein paar Moog-Sounds ausprobieren und war überrascht und sauer als Produzent Eddie Offord und die anderen Bandmitglieder ihn informierten dass alles aufgenommen wurde, gut klang und aufs Album kommen würde. Emerson protestierte aber wurde überstimmt. Ein Stück Moog-Musikgeschichte das nachfolgend ausgecheckt werden kann.

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Weitere Infos  YouTube Clip von ELPs Lucky Man vom Album Emerson, Lake & Palmer (1970). Moog-Solo beginnt ab 3:20 min. Photo Our vinyl edition, the b/w pics not part of the album, they were added as context

Avenita Kulturmagazin