Electric guitars were better suited for Rock showmanship than cumbersome stationary keyboards, so manfacturers tried to make sleeker and portable 'Keytars'. The Swedish Tubon from 1966, seen here with Paul McCartney, was a step in that direction. Check out a 1970 Kraftwerk clip with the Tubon

Das Musikinstrument Keytar (key-board und Gui-tar) nennt man auf Deutsch Umhängekeyboard. Dessen Erfindung hatte mit Rockkonzerten zu tun. Auf der Bühne wirkten Tasteninstrumente, speziell frühe klotzige Intsrumente wie die Hammond Organ und wandschrankmäßige Synthesizer, nie so sportlich wie E-Gitarren. Hendrix spielte sie hinter dem Rücken, Jimmy Page benutze Geigenbögen, manche zerschlugen sogar ihre Gibson oder Stratocaster im Namen der Kunst. Bis zum heutigen Tag sind Gitarristen meist ziemlich mobil, laufen herum oder stehen zumindest ganz vorne auf der Bühne. Keyboarder hingegen, selbst wenn sie die Liederschreiber und Sänger waren, blieben früher meist im Hintergrund, manchmal vor lauter Equipment kaum zu sehen. Aber Rockkonzerte sind nun mal Showbusiness, und deshalb begann man schon in den 60er Jahren Keyboards zu entwickeln die man umhängen konnte. Die schwedische Firma Joh Mustad AB aus Göteborg war eine der ersten die ein brauchbares Instrument dieser Art baute. Die batteriebetriebene Tubon war leicht genug um sie mit einem Schultergurt stehend zu spielen. Auch wenn Paul McCartney, siehe Foto, sie hier auf dem Schoß spielt. Die Tubon war anscheinend auf einer frühen aber unveröffentlichten Version von Strawberry Fields. Für unsere Begriffe sieht die Tubon sogar ziemlich gut aus. Schön schlicht, schön rund, nicht zuviel Firlefanz…vom Look her etwas in Richtung Braun Design. Das Ding klang sogar gut, hier ein Liveclip von Kraftwerk in 1970. Das Konzert beginnt ziemlich langsam, man sieht den damals ca. 25-jährigen und eher langhaarigen Ralf Hütter mit seinem Tubon nicht die ganze Zeit, hört aber seine erstaunlich fetten Bassklänge, wie ein elektronisches Didgeridoo, auf dem Lied Stratovarius. Es ist natürlich nicht nur die Tubon die hier gut klingt, sondern auch die Art in der Hütter sie einsetzt, sprich, sehr experimentell und soweit wir sehen auch mit zusätzlichen Effekten wie Echo etc. Diese frühe Phase von Kraftwerk gefällt uns fast besser als die spätere Schlips & Seitenscheitel Phase der Band. Aber wie gesagt, ob lange Haare, kurze Haare, ob Tubon oder Keyboards die auf dem Boden festgenagelt sind – Live-Rockmusik hat, wenn sie gut ist, etwas von performance art an sich. Und somit sind Keytars, die sich seit den Zeiten der Tubon technisch noch viel weiter entwickelt haben, interessante Instrumente. Hier Herbie Hancock in Konzert mit Keytar auf dem Jazz funk-Klassiker Chameleon vom Album Head Hunters.

Weitere Infos  Ein deutscher Wiki-Eintrag über die Tubon, das frühe Umhängekeyboard aus Schweden