Advertising in books got a bad name when Don Draper types in the 1950's discovered it as a path for the tobacco industry. But it was used for uncontroversial products long before that, going back to Charles Dickens. Is it such a bad idea?

Ich sammle alte Taschenbücher vom englischen Penguin Verlag und habe etwas gefunden das ich vorher noch nie hatte: Ein Buch mit Werbung. Und dabei handelt es sich nicht um irgendeinen Groschenroman sondern um den Klassiker, das Stück Pygmalion von George Bernard Shaw, weltbekannt durch die Verfilmung als My Fair Lady (1964) mit Audrey Hepburn. Es gibt auch ein schönes BBC-Hörspiel von 1994, Link folgt am Ende des Posts. Meine Ausgabe links im Bild ist von 1941. Das Buch hat einiges mitgemacht, ist aber für sein Alter von über 70 Jahren in gar nicht so schlechtem Zustand. Ein Grund warum ich meist Taschenbücher bevorzuge ist übrigens dass viele gebundene Bücher für mich einen kleinen Design-Fehler haben: Nämlich die Tatsache dass die eigentliche Design-Komponente sich meist nicht auf dem Buch selber befindet, sondern auf einem losen Schutzumschlag der nach ein paar Jahren oft schlimmer (z. B. eingerissen oder verbeult) aussieht als das solidere Cover eines Taschenbuchs. In dieser Hinsicht ist das Design vieler gebundener Kinderbücher besser durchdacht. Dort ist oftmals neben dem Schutzumschlag das Coverdesign nochmal direkt auf den Buchdeckel gedruckt. Und das ist gut, denn sonst werden Bücher deren Umschläge Kinderhänden zum Opfer gefallen sind, zu ziemlich anonymen Produkten. Aber: Der zusätzlich bedruckte Buchdeckel macht die Bücher für Verlage noch teuerer als sie ohnehin sind, vor allem im digitalen Zeitalter wenn Print vielerorts ums Überleben kämpft. Das bringt mich zu dem Punkt auf den ich hinaus wollte: Wäre es nicht eine Idee, die ungleich höheren Kosten von gedruckten Büchern gegenüber E-Books mit Werbung auszugleichen? Selbst Charles Dickens war sich seinerzeit im 19. Jhr. nicht zu schade dafür. Seine Romane enthielten Seiten mit Werbung für eine Vielzahl von Haushaltsprodukten. Was dieser Art von Werbung einen schlechten Namen gab, war dass die Tabakindustrie ab den 1950ern Bücherwerbung als Ausweg zu Einschränkungen bei TV-Werbung benutzte. Aber es geht auch anders, wie obiges Cover zeigt. Und im Fall von unkontroversen Produkten leidet das Buch oder das literarische Werk nicht daran. Bei obiger Penguin-Ausgabe erhält das Buch durch die Werbung auf der Rückseite vielleicht sogar einen zusätzlichen zeitgeschichtlichen Charme. Sicher Geschmacksache, aber wenigstens hat der damalige Designer den  rot / weiß / roten Look des vorderen Covers in die Werbung einbezogen.

 

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Neben der Zahnpastawerbung ist übrigens auch der scheinbar tanzende Pinguin auf dem Cover ungewöhnlich. Auf der vorderen und hinteren Innenseite ist auch Werbung: Eine für Wollunterwäsche, Marke Chilprufe aus Leicester, und eine für die Zahnbürstenmarke Tek von Johnson & Johnson.

George Bernard Shaw: Pygmalion als Hörspiel online Das BBC-Hörspiel BBC-Hörspiel mit Imelda Staunton (als Eliza Doolittle) und Simon Cadell (als Professor Higgins), James Grout (als Alfred Doolittle), Rachel Gurney (als Mrs Higgins), Edward Hardwicke (als Colonel Pickering), Brenda Peters (als Mrs Pearce), Pauline Letts (als Mrs Eynsford Hill), Elaine Claxton (als Clara Eynsford Hill), Richard Clifford (als Freddy Eynsford Hill),  Anne Pearson (Mrs Higgins’s maid) u. a. Regie: John Tydeman. Produktion 1994

Radio-Doku über Antiquariatsbuchhandel SWR-Feature mit einem Requiem (2012) von Florian Felix Weyh

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