There's a BBC radio documentary about the Jazz musician Fats Waller (1904-1943) online. Link below. His songs were covered by Eric Clapton, Paul McCartney et al. Also a look at a bizarre prohibition era story involving Al Capone

Es ist eine der urbanen Legenden der Jazzgeschichte dass Sänger und Pianist Fats Waller, ein großer Star der 20er und 30er Jahre, von Al Capone gekidnappt wurde und bei einer geheimen mehrtägigen Orgie zum Geburtstag des Mafiabosses die musikalische Begleitung liefern musste. Dies ist eine der Stories über Fats Waller denen das BBC-Doku nachgeht. Link folgt am Ende des Artikels. Wer Lust hat, kann vorher unsere Zusammenfassung auschecken. Außerdem YouTube Links für die kompletten Fassungen von Liedern die im Doku nur angespielt werden. Es sind Kompositionen von Fats Waller die heute zum Teil besser bekannt sind als Cover von Leuten wie Eric Clapton, Paul McCartney, Bryan Ferry, Willie Nelson, Miles Davis u.v.a. Links für einige der Coverversionen folgen ebenfalls. Um es gleich zu sagen, die Geschichte von Fats Waller und Al Capone wird von dem renommierten Jazzhistoriker Alyn Shipton, der im Doku interviewt wird, angezweifelt, stammt aber immerhin von Fats Wallers Sohn Maurice. Die Story ist dass Fats nach einem Konzert in Chicago von zwei Typen aufgefordert wurde, mitzukommen und mit verbundenen Augen zu einem Ort gefahren wurde der sich als Feier für Al Capones 26. Geburtstag erwies. Fats Wallers Ankunft war offenbar eine Überraschung die ein paar von Capones Leuten für ihn arrangiert hatten weil sie wussten dass er Fan von Fats Waller war. Der Pianist wurde dementsprechend gut behandelt, bekam angeblich 100 Dollar für jedes Lied das er spielte. Und er spielte viele. Die Party ging über mehrere Tage. Fats Waller bekam sogar sein Essen am Piano serviert. Alyn Shipton sagt dass er keine Belege für diese Begebenheit finden konnte. Wobei uns der Gedanke kam dass die Mafia vielleicht nicht umbedingt Anwesenheitslisten oder Quittungen für Bargeldzahlungen bei Gangster-Partys ausstellte. Aber wie dem auch sei. Historisch belegt ist dass die Mafia seinerzeit in Chicago de facto der größte Jazz-Promoter war, hauptsächlich aufgrund der Tatsache dass sie fast alle nenneswerten Clubs besaßen oder kontrollierten, z. B. das berühmte Sunset Cafe dessen Mitbesitzer, nominell zu 25 Prozent, Al Capone war, sein Name taucht auch in diesem Wiki-Artikel auf.

Die Mafia-Verbindung wiederum hatte mit der damals herrschenden Prohibition von Alkohol zu tun. Die Mafia benutzte die Clubs als Outlet und machte damit ein Bombengeschäft, verdiente Hunderte Millionen von Dollar. Man sagte damals: ”When you buy a drink in Chicago, you buy it from Al’‘. Womit Al Capone gemeint war, der als Türsteher von einem Club angefangen hatten und innerhalb von wenigen Jahren zum Boss aller Bosse in Chicago geworden war. Dass er nebenbei ein Jazz-Fan war, soll seine kriminellen Machenschaften nicht verniedlichen. Aber die Verbindung von Drogen zu Entertainment, Musik, Tanz etc. ist weder Mafia- noch Jazz-spezifisch. Am Rand der heutigen Disco- oder EDM- (Electronic Dance Music) Szene tummeln sich ebenfalls Kuriere von Drogenkartellen und bieten ihre Waren an. Anstatt Alkohol wird heute mit illegalen Amphetaminen wie MDMA, Ecstasy etc. gehandelt. Das sind Tatsachen die man bei Argumenten pro und kontra Drogenlegalität in Betracht ziehen sollte. Aber das ist ein Thema für sich, wir wollen zu Fats Wallers Musik kommen. Das Lied When Somebody Thinks Your Wonderful von 1936 zeigt seinen charakteristischen Pianostil, den man Stride-Piano nennt und der eine Brücke zwischen dem früheren Ragtime-Genre und Jazz war. Fat Wallers markante Stimme beginnt typischerweise erst ab 1:16 min. Das Lied wurde mitunter von Eric Clapton gecovert, hier ein Live-Clip. Gut gemacht, aber das Original von Fats Waller ist schwer zu überbieten. Clapton ist nicht der einzige Megastar der Fats Waller zu schätzen weiß. I’m Gonna Sit Right Down and Write Myself a Letter wurde erstmals 1935 veröffentlicht und später u.a. von Paul McCartney gecovert. Fats Wallers Komposition Ain’t Misbehavin’ stammt vom Jahr 1929 und ist hier mit Fats persönlich im Film Stormy Weather (1943) zu sehen. Hier kommt auch Fats Wallers Bühnenpersönlichkeit zur Geltung, eine ironische Mimik und Aussprache die einen upper class oder britischen Akzent zu satirisieren scheint. Ein Stilelement dessen Tradition aus dem Vaudeville-Genre des 19. Jahrhunderts stammt. Dass im Jahr 1957 Bill Haley & His Comets eine Version von Ain’t Misbehavin’ aufnahmen, zeigt wiederum die Verbindung zwischen Jazz und Rock ’n’ Roll. Zum Abschluss eine von Fats Wallers berühmtesten Kompositionen, Honeysuckle Rose vom Jahr 1929 das Jahrzehnte später ein Country-Hit für Willie Nelson & EmmyLou Harris wurde. Wir wünschen viel Spaß beim nachfolgenden Doku über Fats Waller (1904-1943) der – mit oder ohne Al Capone – ein bemerkenswerter Musiker war.

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Weitere Infos  Link für BBC-Doku Fats Waller and Al Capone. 57 min. Momentan online für 21 Tage

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