Horror classic: Candyman (1992), with film score by Philip Glass. Based on the story ’The Forbidden’ by Clive Barker. The DVD is good, with a lot of background material, interviews etc. There’s also a BBC radio dramatisation online. Link below

Clive Barker schrieb die Romanvorlage für den Horrorfilm Hellraiser – Das Tor zur Hölle (1987). Seine Kurzgeschichte Das Verbotene war Vorlage für den Film Candyman (1992), der sogar noch besser als Hellraiser ist. Nicht ganz so düster, aber mit mehr Tiefgang. Candyman hat mit seiner starken Titelfigur Chancen, ein Horrorklassiker à la Frankenstein und Dracula zu werden. Auch das BBC-Hörspiel ist gut gemacht. Link am Ende des Blogposts. Wobei der Film das Hörspiel und auch die ursprüngliche Kurzgeschichte übertrifft, sie erfolgreich ausschmückt und weiterentwickelt. Den englischen Begriff urban legends kann man mit Großstadtlegenden oder Moderne Mythen übersetzen. Davon handelt die Story: Studentin Helen arbeitet an einer Doktorarbeit zu dem Thema und stößt bei Interviews und bei Graffiti an Wänden auf die ominöse Figur Candyman, der angeblich sein Unwesen in einer abbruchreifen Plattenbausiedlung treibt. Die Kurzgeschichte spielt im britischen Liverpool, der Film verlegt Candymans Aufenthaltsort nach Chicago, in die überwiegend schwarze Community der Cabrini–Green Wohnsiedlung. Auch Candyman ist im Film schwarz. Das ist in Clive Barkers Kurzgeschichte nicht der Fall, hier wirkte der Candyman auf mich wie eine Allegorie für Drogen und ihre Folgen für sozial schwache Großstadtviertel, wo Drogendealer vielleicht eine Art Robin Hood Status haben. Ob diese Konnotation Clive Barkers Absicht war, weiß ich nicht. Kernthema der Geschichte ist jedenfalls dass Candyman eine Großstadtlegende ist die sich verselbstständigt hat und eigenhändig, durch Morde, dafür sorgt, als urban legend am Leben zu bleiben. Als Helen die heruntergekommene Wohnsiedlung besucht um Fotos zu machen, trifft sie Candyman persönlich.

‘Wenn du nur ein wenig von mir lernen wolltest…’, sagte der Dämon,’…würdest du nicht um dein Leben betteln.’ Seine Stimme war zu einem Flüstern abgesunken. ’Ich bin ein Gerücht’, summte er ihr ins Ohr. ‘Es ist ein seliger Zustand, glaub mir. In den Träumen von Menschen zu leben; an Stra­ßenecken geflüstert zu werden; aber nicht sein zu müssen. Be­greifst du?’ Helens matter Leib begriff. Ihre Nerven, der Überreizung über­drüssig, begriffen. Die Süße, die er ihr anbot, war Leben ohne zu leben: tot zu sein, aber überall in der Erinnerung fortzudau­ern; unsterblich in Gerede und Graffiti. ‘Sei mein Opfer’, sagte er. (Gekürzte Passage, ‘Das Verbotene’ von Clive Barker, Vorlage für den Film ‘Candyman’)

Eine sehr ähnliche Szene kommt auch im Hörspiel und im Film vor. Aber mehrere andere Teile der Story werden im Film umgekrempelt. Hier ist Candyman die Reinkarnation, oder der Geist von einem schwarzen Künstler, einem Maler aus dem 19. Jahrhundert der zurückkehrt an den Ort, dem heutigen Cabrini-Green, wo er einst das Opfer eines schrecklichen Mordes wurde. Die Signifikanz der Bienen, siehe obiges Kinoplakat auf der DVD, und auch die Signifikanz vom eisernen Haken des Candyman wird erst im Laufe der Geschichte klar. Ebenso das Graffiti an den Wänden der Wohnanlage mit Candymans Motto: ’Süßes für die Süße’. Dies ist, soviel kann ich verraten, eine Zeile aus Shakespeares Hamlet (’Sweets to the sweet… ’). Im Hörspiel taucht sogar ein berühmter Popsong auf, dessen Text, wie vieles in der englischen Sprache, von Shakespeare abgeleitet ist. Das Lied Sweets for my Sweet von The Searchers war Nummer 1 im Jahr 1963. Wobei die düstere Ironie von Shakespeares Zeilen weit weniger bekannt ist. ’Sweets’ sind im Kontext von Hamlet nämlich Blumen für das Begräbnis von Ophelia. Ich wünsche spannende Unterhaltung beim Hörspiel. Mit atmosphärischer Klangkulisse von John Coxon, von der psychedelischen Rockband Spiritualized.

 

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Clive Barker: ’Candyman’s Fluch’ als Hörspiel online Das BBC-Hörspiel The Forbidden (Titel der Story die als Vorlage für Candyman diente). Mit Nadine Marshall (Helen, Akademikerin, Thema: Großstadtlegenden), Michael Begley (als Trevor, Uni-Dozent und Helens Ehemann), Fenella Woolgar (als Bernadette, Trevors Assistentin und Liebhaberin), Danny Lee Wynter (als Archie, Gast bei Dinnerparty von Helen & Trevor), Annie Ackermann (Helen als Kind), Fenella Woolgar (als Anne-Marie, Kindheitsfreundin von Helen), Adam Rojko (als Kerry), David Judge (als Candyman), John Coxon (Musik) u. a. Produktion von 2013

Wussten Sie schon? Ich erwähnte den Hörspiel-Soundtrack von Spiritualized. Aber der Soundtrack vom Spielfilm Candyman (1992) ist vom amerikanischen Komponisten Philip Glass, hier ein Clip mit Candyman-Filmmusik, die sich auf angenehme Weise von der klischeehaften Musik vieler Horrorfilme unterscheidet.

Verfilmung Hier ein deutscher Trailer für Candyman (1992), neuere DVD-Ausgaben, siehe oben, haben gute Extras wie Making-Of und Interviews, inklusive Candyman-Darsteller Tony Todd, und Autor Clive Barker

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