On the way to Granada we visited the village Riofrio today. The name means Cold River and it's t's full of trout. There are ten restaurants here and trout is good and cheap. We paid under 8 euros in the restaurant 'Alazor' beside the old village chapel

Wir waren heute in dem Dorf Riofrio, dessen Besuch wir empfehlen. Man kann dort gut und billig frische Forellen essen und zudem intertessante Ruinen sehen. Wir mussten am heutigen Sonntag etwas in Granada erledigen, einer Stadt die etwa 125 km landeinwärts von der andalusischen Küste um Málaga entfernt ist. Wir wussten im Voraus dass die Sachen in Granada schnell erledigt sein würden. Anstatt weitere Zeit dort zu verbringen, was sich lohnt aber was wir schon öfters getan haben, entschieden wir uns heute für einen Abstecher und ein Mittagessen in Riofrio. Das Dorf ist etwa 70 km von Málaga entfernt auf der Strecke nach Granada, sagen wir, eine Dreiviertelstunde Fahrt. Aber allein diese Strecke ist schon ein schönes Erlebnis: Die ersten 20 Kilometer hinter Málaga auf der A-45, fährt man weitgehend dem ausgetrockneten Flussbett des Guadalmedina entlang die Berge von Málaga hoch. Viele Flüsse und Ortschaften in Andalusien haben immer noch ihre alten arabischen Namen. Wenn die Abbiegung auf die A-92 kommt, wird das Land flacher. Mit Olivenhainen und abgeernteten Feldern die mittlerweile meist schon umgepflügt wurden und mit Mosaiken von erdigen Farbtönen schimmern.

There's are ruin of an old mill near the village. The oldest parts of it seem to go back to Arabic times, five, six hundred years old

Hier und da sieht man Schafherden und verlassene, verfallene Cortijos, Bauernhöfe die einmal wie kleine Burgen ausgesehen haben müssen. Abfahrt 182 nach Riofrio ist gut sichtbar ausgeschildert, sie führt zwei Kilometer hinunter in das Tal in dem Dorf liegt. An Wochenenden ist dort ziemlich viel los. Sonntags ist hier sogar ein Markt. Wir sahen zwar keine ausländischen Touristen, aber es ist der Geheimtipp unter Andalusiern von nah und fern. Spanier zahlen ungern Touristenpreise für ihr Essen. Eine frische 30 cm Forelle, gegrillt und mit Petersilie und Knoblauch gefüllt, garniert mit Kartoffeln oder Pommes frites kostet dort nur 7,95 Euro. Für den selben Preis kann man sich die Forelle auch mit vier oder fünf anderen Soßen und Füllungen bestellen. Der Name Riofrio bedeutet wortwörtlich Kalter Fluss. Und er ist wirklich kalt, selbst im Sommer, denn er entspringt ein paar hundert Meter außerhalb des Dorfes aus einem Felsen. Wir waren vor Jahren mal im Hochsommer darin schwimmen, was auf Anhieb sehr erfrischend wirkte. Aber wir wurden dadurch so unterkühlt dass wir später eine halbe Stunde nur am Zittern waren.

Just left as it is, overgrown and romantic. The Andalusians come here for picnics. Riofrio is ca. 45 min. drive from Málaga

Forellen scheint das jedoch bestens zu gefallen, denn der Fluss wimmelt vor diesen Fischen. Deshalb gibt es in Riofrio, das schätzungsweise dreihundert Einwohner hat, zehn Fischrestaurants. Wir vermuten dass sie alle ziemlich gut sind, entschieden uns aber für das Restaurant Alazor, siehe unser obiges Foto, weil uns die Lage neben der uralten kleinen Kirche gut gefiel. Leider schon lange nicht mehr in Gebrauch. Kaum hatten wir uns hingesetzt plätscherte, so wahr ich hier tippe, das Lied New Kid in Town von den Eagles auf der Musikanlage des Restaurants. Hatte jemand die Ankunft von Ausländern und Johnny-come-latelys in der Dorfidylle bemerkt? Wir nehmen so etwas nicht persönlich und mochten das Lied sowieso schon immer. Als wir den Kellner über die geschlossene Kirche ausfragten, sagte er sie wäre schon lange zu aber dass es am Rand des Dorfes eine alte Mühle gäbe. Wir checkten sie aus. Dies muss einmal ein imposanter Komplex von Gebäuden, Schleusen und Aquädukten gewesen sein. Im trockenen Andalusien macht eine Mühle an einem Ort der immer Wasser hat ja auch Sinn. Anhand der Architektur von einigen Teilen der Gebäude, schätzen wir dass die Mühle ursprünglich in arabischen Zeiten, also vor mindestens fünf oder sechshundert Jahren gebaut wurde. Andere Teile sind moderner, vielleicht aus dem 18. oder 19.Jahrhundert. Solche Sachen, die in Deutschand sicher schon lange renoviert worden wären, bleiben hier oftmals einfach in der Landschaft stehen, so wie sie sind, ihrem Schicksal überlassen. Eine Renovierung würde Mengen von Geld kosten die ein kleines Dorf nicht hat. Aber die überwachsenen Ruinen haben auch ihren Charme. Wir sahen etwa ein Dutzend Spanier die hier gemütlich mit ihren Familien ein Picnic machten. Die Vergangenheit ist hier ein natürlicher, wenn auch zerfallender Teil der Gegenwart.

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Weitere Infos  Spanischer Wikipedia-Eintrag für das Dorf Riofrio zwischen Málaga und Granada

Um zur Mühle zu kommen  Durch das gesamte Dorf bis zum Ende der Straße laufen oder fahren und dort parken. Von dort ist es zu Fuß noch ca. 30 Meter bis zum Flussufer wo wo die Mühle steht. Wir fragten einen alten Mann nach dem Namen der Mühle, sie war ihm einfach als La Maquinilla bekannt, also Das Maschinchen. Unweit von der Mühle, ein Stück zu Fuß zurück in Richtung Dorf, ist ein weiteres Gebäude, wohl aus dem 19. Jahrhundert, mit einem Entenweiher. Der Mann sagte, es hieß El Estanco – was nach einem staatlichen Betrieb klingt – und dort wurde früher Mais zu Tierfutter verarbeitet. Wir könnten ins vorstellen dass der Mais in der Maquinilla gemahlen wurde, und dann in der Estanco zu Bällchen gepresst, verpackt und an landwirtschaftliche Betriebe oder Kooperativen versendet wurde.

Avenita Kulturmagazin