Sunday we went into the Sierra Blanca, the mountains of Marbella. The olive harvest is coming to an end. The technique of shaking branches, spreading nets and handpicking olives hasn't been changed or improved for thousands of years

Wir gingen gestern auf eine kleine Wanderung in der Sierra Blanca, in den Bergen von Marbella. In diesem Gebirgszug kann man, mit etwas Glück, Adler und Iberiensteinböcke sehen. Die gepflügte andalusische Erde wirkte rötlich. Unter den Olivenhainen am Wegrand waren Leute bei der Ernte. Wir fragten wie es lief und der Mann sagte dass die Erntezeit in dieser Gegend jetzt dem Ende zu geht, noch etwa eine Woche und das war’s dann. Ihr Auto war in der Nähe und wir konnten nicht widerstehen, mal in die Säcke zu schauen die da standen. Zum Ende der Ernte sind die Oliven eher violett als grün, aber scheint als ob die guten alten Olivenbäume selbst in ihren letzten Zügen noch einiges hergeben. Bei der riesigen Menge von Oliven – Spanien ist weltweit Nummer Eins Olivenproduzent – würde man meinen dass es neue Techniken oder Geräte gäbe die ab November bei der monatelangen Ernte helfen. Aber an der Jahrtausende alten Art, mit Netzen (siehe Foto) die mit Stöcken heruntergeschüttelten Oliven per Hand zu sammeln, hat sich nichts geändert. Aber der Mann sagte, es gäbe heute Maschinen, eine Art Fließbänder, auf denen die geernteten Oliven von Blättern und Stöckchen befreit werden. Man muss beim Pflücken also nicht allzu viel an den einzelnen Oliven herumhantieren.

Couldn't resist a look into the sacks by the van. Late harvest olives are dark. Nowadays, after the harvest, there are machines to get rid of sticks and leaves. Besides olives and oil these trees give a beautiful hard wood for carving & turning

Diese Bäume sind ein kleines Wunder, scheinen fast unzerstörbar zu sein, überleben extreme Hitze und Wassermangel. Obwohl sie klein sind, können sie Jahrhunderte alt werden weil aus den knorrigen Wurzeln über der Erdoberfläche immer neue Bäumchen hochkommen und irgendwann zum Hauptbaum werden. Neben der erstaunlichen Menge an Oliven und Olivenöl die sie aus der Erde holen, haben sie ein Holz das sich durch seine dichte, schöne Maserung gut zum Drechseln und fürs Kunsthandwerk eignet. Man kann hier alle möglichen Sachen wie Brettchen, Teller, Schalen und Salatbesteck aus Olivenholz kaufen. Da die Bäume kräftig wachsen und zurechtgestutzt werden, gibt es auch eine Menge Brennholz das beliebt ist weil es langsam brennt und viel Hitze abgibt. Es wird zum Beispiel von den Espeteros am Strand zum Grillen von Sardinen benutzt. Man bekommt fast ein schlechtes Gewissen wenn man bedenkt wieviel die Natur gibt und wie wenig wir zurückgeben. Vor Tausenden von Jahren wurden die Olivenbäume zumindest noch in Mythen, wie dir der Griechen und der Römer erwähnt, und nicht zuletzt in der Bibel, wo es heißt: ‘Einst machten sich die Bäume auf, um einen König zu salben, und sie sagten zum Ölbaum: Sei du unser König’. OK, keine Einwände unsererseits. Hier in Andalusien bilden Olivenbäume einen beträchtlichen Teil der Landschaft, der Wirtschaft und wir freuen uns immer diesem treuen alte Freund zu begegnen.

 

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Olivenernte als Thema in spanischen Volksliedern & Flamenco  Da der Olivenbaum und seine Produkte so eine zentrale Rolle spielen, ist klar dass es in Spanien darüber Lieder gibt. Hier zum Beispiel die Sängerin María José Santiago mit dem Lied Los Aceituneros (Die Olivenpflücker). Im Video ist schönes authentisches Filmmaterial (und etwas Romantik) von Olivenernten in Andalusien. Textauszug:

 ’Madre, yo tengo un novio aceitunero, que vareando tiene mucho salero. Cuando me ve, me dice: Voy a morir por ti. Madre, yo tengo un novio aceitunero. Aceitunero me gusta a mí. Dale a la vara, dale bien, que las verdes son las más caras y las negras para mí. Tiri tiri tiriri… ‘

Übersetzung: Texte mit umgangssprachlichen Ausdrücken und Anspielungen sind schwer zu übersetzten aber in etwa: ‘Mutter, ich habe einen Olivenpflücker als Freund, der bezaubernd die Bäume schüttelt. Wenn er mich sieht sagt er: Ich werde für dich sterben. Olivenpflücker, ich mag dich. Gib’s dem Baum mit den Stock, schüttel ihn gut, die grünen Oliven sind die teuersten und die schwarzen Oliven sind für mich…’

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