Ein super Ausflugstipp speziell für Familien mit Kindern, obwohl das Bergdörfchen Júzcar so schön ist dass es wahrscheinlich jedem gefallen wird. Wir waren im Voraus nicht sicher, was wir davon hielten dass der Konzern Sony Pictures im Zusammenhang mit seinem Kinofilm Die Schlümpfe (2011) ein Dorf in Andalusien gefunden hatte das bereit war, so gut wie komplett blau angemalt zu werden. Aber wenn man vor Ort ist, sieht es gut aus, irgendwie besser als wir es auf unserem Foto rüberbringen können. Gemäß Dorfbewohnern die wir fragten, hat Sony sämtliche Arbeiten bezahlt, also etwa 200 Häuser professionell von örtllichen Handwerkern streichen lassen. Ich schätze, allein das wird ein Auftrags-volumen in den Zehntausenden von Euro gewesen sein. Aber der eigentliche Hammer ist dass Júzcar dadurch ein Ausflugsziel füir Touristen geworden ist. Bei unserem Besuch waren jedenfalls zehn mal soviele Leute da wie man sonst in kleinen, abgelegenen Dörfern vorfindet. Was immer man über Tourismus und die damit einhergehende Kommerzialisierung denkt, Tatsache ist, viele kleine Bergdörfer hier in Andalusien sterben. Alles ist wunderbar idyllisch, bis auf die Tatsache dass es dort kaum eine Möglichkeit gibt, Geld zu verdienen. Läden können sich nicht halten weil Leute lieber 15 km fahren um einen Großeinkauf im nächsten Einkaufszentrum zu machen.

Alles was es in einem Dorf wie Júzcar noch gibt, im Sinne einer verbindenden Struktur, ist die Kirche. Typischerweise für die praktisch denkenden Andalusier, hat sich auch Júzcars Dorfkirche, die vorher weiß bemalt war, bereit erklärt ‘blau zu machen’ und es sieht ehrlich gesagt sehr gut aus. Wahrlich, die Wege des Herrn sind manchmal unergründlich, aber bei unserem Besuch schien das ganze Dorf in guter Stimmung zu sein, auf eine Art, dass man den Leuten ihren unerwarteten Segen voll und ganz gönnte. Das Schöne ist zudem dass die ganze Sache nicht in einen überwältigenden Kommerz ausgeartet ist, sondern eine nette, man könnte sagen, improvisierte, selbstgemachte Art und Weise hat, wie Sie auf unserem Foto sehen. Es gibt in Júzcar auch ein Heimatmuseum (direkt neben der Kirche), mehrere Bars, Cafés, Restaurants und sogar ein kleines Hotel wo am Tag unseres Besuchs eine Ausstellung mit Bildern von örtlichen Künstlern war und vermutlich immer noch ist. Der schlumpf-blaue Anstrich war ursprünglich für zwei Monate oder so konzipiert, aber die Dorfbewohner spielen mit dem Gedanken, weiterhin blau zu bleiben. Anfahrt: Wir gehen davon aus dass Leute sich heutzutage mit Karten im Web oder per SatNav Wegbeschreibungen holen. Kurz gesagt: Wenn man Júzcar besuchen will – und wir werden definitiv noch mal hinfahren – sollte man von der Costa del Sol bei der Stadt San Pedro einfach in Richtung Ronda die Berge hochfahren, ca. 30 Min. Fahrt. Etwa 15 km vor Ronda, links abbiegen, dann geht es nochmal ca. 5 km auf kleinen Straßen hinunter ins Tal der Schlümpfe.

 

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Etc. Es gibt über das Dorf Júzcar einen Wiki-Eintrag

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