Málaga 1. June 2012: View over harbour. The beautiful old city center is further in to the right, out of view from this angle

Wir waren gestern, am ersten Juni, terminbedingt in der Nähe von Mälaga und überlegten, ob wir noch kurz in die Innenstadt fahren sollten um ein paar Fotos für die Website zu machen – so in Verbindung mit dem tags zuvor angesprochenen Thema vom Leben am Meer. Unsere hehren poetischen Absichten wurden dabei jedoch von der Alltagsproblematik der nur zu wohlbekannten Parkplatzsuche gedämpft. Wir haben einen gewissen Groll gegenüber Parkhäusern, weil die zwei, drei Euro meist genau das Geld sind das man hoffte, am Ende für eine Tasse Kaffee und einen Croissant übrig zu haben. Was wiederum dazu führt dass man seine Kohle heute oft eher in diabolischen Konsumtempeln, sprich, riesigen Einkaufszentren mit kostenlosen Parkplätzen abliefert, anstatt Einzelhandel, Gastronomie, Museen, Theater, Galerien und Konzerte in Städten zu unterstützen. Aber Málaga, eine wundervolle Stadt für die wir mittlerweile echte Heimatgefühle hegen, war uns gestern wohlgesonnen: Wir fanden auf Anhieb einen Mega-Parkplatz direkt in Málagas Zentrum, das in unmittelbarer Nähe des Hafens liegt.

Málaga 1. June 2012: Roman theater and, above it, the arabic fortress from which we took harbour photo. Click for more

Hafenstädte am Mittelmeer haben kulturelle Verbindungen die wir faszinierend finden. Die Anhöhe von der wir obiges Foto von Málagas Hafenumgebung machten, ist eine alte arabische Festung namens Alcazaba. Araber herrschten hier in Andalusien  für ca. 700 Jahre, mancherorts kürzer, mancherorts länger. Am Fuße der Alcazaba-Anhöhe sind die Ruinen eines Theaters das frühere Herrscher hinterlassen haben: Auch die Römer fanden die Hafenlage gut und nützlich. Davor lebten und handelten Phönizier am Hafen Málagas – in der Tat, der Stadtname ist phönizischer Herkunft – und obwohl das Jahrtausende zurückliegt, sind auch von dieser Kultur viele Spuren gefunden worden. Einiges davon u. a. in den Museumsräumen oben auf der Alcazaba zu sehen. In unserem ca. 20 Minuten langen Rundgang waren wir gestern also schon in den Fußstapfen von drei Kulturen gewandelt. Und in etwa 100 Meter Entfernung davon lag dann noch das Wahrzeichen einer weiteren Kultur, siehe folgendes Foto.

Málaga 1. June 2012: Part of the beautiful cathedral, just a 100 yards from roman theater. The harbour location has long been popular. It's busy, but we prefer pics with few people

Die Kathedrale von Málaga ist für unsere Begriffe ein sehr schönes Stück Architektur, und natürlich auch Kultur. Umgeben von Orangenbäumen und Cafes. Die Kathedrale ist auch von innen schön, voller Kunstwerke, und absolut eine Besichtigung wert. In der Tat, das gesamte Altstadtviertel um die Kathedrale herum ist himmlisch, mit romantischen kleinen Gassen und Restaurants mit exzellenten, frischen Fischgerichten. Unser Tipp wäre es, Boquerones, in Backteig fritierte, kleine Sardinen mit etwas Zitrone auszuprobieren. Da muss irgendetwas Gutes drin sein, wir kennen jemand der wochenlang jeden Tag einen Teller davon gegessen hat, weil es ihm so schmeckte – und dann fingen, ohne Witz, seine bis dahin zunehmend dünner werdenden Haare wieder an zu wachsen. Wunder gibt es immer wieder! Während es die Pferdekutschen zur Stadtbesichtigung von Málaga schon lange gibt, fielen uns gestern in den Fußgängerzonen erstmals Fahrradverleihe und sogar Fahrrad-Rickshas für Päarchen auf. Sah gemütlich aus. Naja, zumindest fur die Passagiere. Die Straßen sind übrigens viel voller als sie auf den Fotos wirken denn wir vermeiden, allzu viele Leute abzulichten. Costa del Sol Urlauber die vom Flughafen aus direkt zu ihren Hotels in Marbella, Fuengirola, Benalmádena und Torremolinos fahren, sollten sich mindestens mal einen Tag Zeit nehmen um auch Málaga kennenzulernen.

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Es gibt gute, schnelle Bus- und Zugverbindungen. Leute mit Leihwagen sollten einfach den Schildern mit centro für Zentrum und puerto für Hafen folgen. Dass Sie möglicherweise ein  paar Euro für Parken blechen müssen, erscheint uns rückblickend wie eine gute Investition.

Avenita Kulturmagazin