February 2013: It's not just sun, sea and sand down here. If you eat lettuce in winter maybe that old Andalusian farmer we met helped getting it on your Northern European table

Andalusien hat diesen Winter schon wochenlang gutes Wetter. Leute laufen in T-Shirts herum, Touristen sitzen in den Cafés der Strandpromenaden. Wir freuen uns darüber, zeigen aber auch gerne mal andere Seiten von Andalusien. Über Jahrhunderte, bevor der Tourismus begann und einen willkommenen wirtschaftlichen Schub brachte, haben die Andalusier in dieser großteils sehr ländlichen Region nach Wegen gesucht um ihren Lebensunterhalt zu bestreiten. Auch heute noch findet man, nur ein paar Kilometer außerhalb von touristischen Gegenden, immer noch viel von dem ursprünglichen, landwirtschaftlichen Lebensstil der Andalusier. Im Morgengrauen sieht man viele kleine Fischerboote auf dem Meer, und wenn man ein bisschen landeinwärts fährt, ist alles voll mit Olivenhainen, Orangen- und Zitronenbäumen, und Korkeichen deren Rinde hauptsächlich für die Korken von Weinflaschen geerntet wird. Man trifft hier öfters auch Ziegenhirten und hört das vertraute Gebimmel von den Glocken ihrer Herde. Was uns romantisch erscheint ist, wie so oft, für die Leute die so leben, eine ganz normaler Alltag bei dem man alles auf Erden wird außer reich. Andalusien war vor dem Touristenboom, der en masse erst in den 1960er Jahren in die Gänge kam, eine der ärmsten Regionen Europas. Aufgrund seiner kargen Berglandschaften und der schieren Größe des Landes war Andalusien auch immer schon ziemlich dünn besiedelt. Solche Regionen haben bis vor kurzem nicht annähernd so eine technische Infrastruktur gehabt wie viele nordeuropäische Länder sie schon lange haben. Wir fuhren vor ein paar Tagen zu einer Stadt namens Estepona, ca. 15 min. Fahrt westlich von Marbella gelegen. 

Providing you have water, things grow beautifully here. This guy's near a river, currently dry, but he has access to a well

Was wir erledigen mussten war ziemlich schnell geregelt, und so blieb uns auf dem Rückweg etwas Zeit ein paar Fotos zu machen. Der Salat auf dem Feld war im Sonnenschein von so einem intensiven Grün dass man sich gar nicht daran satt sehen konnte. Als wir da so standen und knipsten, kam auf einmal der Bauer und wir dachten: Na, der wird sich freuen wenn Leute zwischen seinen Salatbeeten herumschleichen! Aber es war ein total netter alter Mann der uns auch gerne Auskunft gab. Bei ihm wachsen zur Zeit, neben den Salatköpfen auch Erbsen, Kohl und Blumenkohl, jeweils rechts und links vom Salat im Foto zu sehen. Was auf dem oberen Foto links außen kaum noch erkennbar ist, sind die Ackerbohnen die hier in Andalusien sehr beliebt sind und mit Speck angebraten oft in Bars als Tapas, also eine Art Snack zum Drink erhältlich sind. Kostet etwa ein Euro für eine Schale oder einen kleinen Teller davon, und das ist fast schon eine kleine Mahlzeit. Außerdem hatte der Mann auch noch eine ganze Menge Kartoffeln deren Pflanzenblätter aber gerade erst handgroß aus der Erde stecken. Ab Sommer hat er auf diesen Feldern ganz andere Sachen, hauptsächlich Melonen und Kürbisse die hier auch gut wachsen – vorausgestetzt man hat Wasser. Und in dieser Hinsicht hat der Bauer das Glück in der Nähe eines Flusses zu sein, dem Rio Castor, das spanische Wort für Biber. Wohl aufgrund von Biberdämmen. Wir haben persönlich noch keinen Biber gesehen, aber mal einen Otter, ein Riesenviech, etwa einen Meter lang. Da Flüsse in der Nähe der Küste heutzutage oft trocken sind, hatte der Bauer das weitere Glück, auch noch eine gut gehende Quelle auf dem Land zu haben. Und das ist das Geheimnis der schönen grünen Salatköpfe. Der Mann bringt seine jeweilige Ernte zu einer andalusischen Kooperative, von wo aus die Sachen dann weiter vermarktet werden. Wir können es nicht garantieren, aber uns gefällt der Gedanke dass der Salat den Sie demnächst auf dem Tisch stehen haben, von diesem andalusischen Feld kommt. Falls Ihnen der Salat gut schmeckt, sagen Sie bitte Angela Merkel Bescheid, dass die Südeuropäer ihr Bestes tun um mitzuhalten.

Ads by Google

 

Info  Kurzer deutscher Wiki-Eintrag für Stadt Estepona / der englische Eintrag ist länger.

Avenita Kulturmagazin