Kulturmagazin

Lieber Leser!

Wir schreiben über unsere Lieblingsthemen aus der Welt der Literatur, Film, Kunst und Musik. Öfters gibt es auch mal Fotos, Anekdoten & Ansichten aus unserem geliebten Gastland: Andalusien, der südlichsten, manche würden sagen, schönsten Region Spaniens. Auf der Startseite finden Sie unsere aktuellen Blogbeiträge und Artikel. Falls Sie mal länger Zeit haben und mehr über unsere Themen lesen wollen, köinnen Sie auch unsere umfangreichen Feature-Artikel auschecken. Wir hoffen dass Sie unser Netzmagazin informativ und unterhaltsam finden. Ein Gruß von der Redaktion!

Tag: Design

Beyond Retro: The 60's just never ended at Ikea. Our photo: Part of the Ikea showrooms in Mälaga, January 2012

Wir mögen Ikea ganz gerne und waren neulich in der Málaga-Niederlassung. Früher musste man von der Costa del Sol fast 2 Stunden bis nach Sevilla fahren um Ikea zu besuchen – was wir tatsächlich ein, zwei Mal taten – also ist es gut, den Laden hier in der Nähe zu haben. Das Clevere an Ikea ist ja dass es mehr ist als nur ‘Möbel kaufen‘ gehen. Es ist fast wie ein Ausflug, insofern dass das Ganze sehr kunden- und kinderfreundlich konzipiert ist. Wir kennen nicht die Verkaufszahlen von Málaga, aber der Laden scheint immer gut belegt zu sein, manchmal sogar brechend voll. Wir vermuten, viele Leute gehen, genau wie wir, erstmal hin um im Ikea-Restaurant preiswert zu essen. Die Lachsrollen sind gut, und auch die Tatsache dass Getränkebecher kostenlos nachgefüllt werden können. Weil Getränkepreise andernorts so hoch sind, kann mit Kindern heute sonst kaum noch in ein Restaurant gehen. Die Sache ist: In dem Labyrinth das man beim Verlassen des Ladens durchqueren muss, findet man fast immer etwas das man ‘schon immer brauchte’. Genial. Und ehrlich gesagt sind die Sachen für den Preis auch ganz in Ordnung. Niemand erwartet dass Spanplatte für Jahrhunderte oder auch nur Jahrzehnte hält, aber heutzutage wechseln viele Leute sowieso alle paar Jahre die Einrichtung. Ähnlich wie man es mit Unterhaltungselektronik tut. Was das Design anbelangt, und worauf wir im Bildtext anspielen: Der Stil mag, wenn man die Möbel einzeln betrachtet, eine Art von modernem Funktionalismus sein. Das Gesamtbild hat jedoch einen gewissen 60er Jahre Look. Nicht so wie sich Hippies in den 60er Jahren einrichteten. Eher so wie Leute die damals schon etwas älter waren und Job und Familie hatten.

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Zweifellos die ewige Zielgruppe von Ikea. Leicht zu finden übrigens, etwas außerhalb von Mälaga, nicht weit vom Flughafen, mit einem riesigen Parkplatz der auch von anderen Geschäften umgeben ist.

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Avenita Kulturmagazin

Keep on truckin' in 2012: AEC Routemaster in Andalusien

Wir hatten vor ein paar Tagen das Glück, einen Routemaster zu finden, siehe unser Foto. Ein Designklassiker mit großer Fan-Gemeinde den man normalerweise nur noch in Museen sieht. Der Doppeldecker der jahrzehntelang eins der berühmtesten Wahrzeichen von London war, fiel dem Rationalisierungswahn der 80er und 90er Jahre zum Opfer. Der Fehler des Routemasters, aus Sicht der Rationalisierer, war dass der Bus zwei Personen an Bord Arbeit gab: Einem Fahrer und einem Schaffner. Der Routemaster hat nämlich keine vordere Tür sondern eine offene Plattform – nützlich beim Mangel von Haltestellen im Stadtverkehr – zum  Ein- und Aussteigen am Ende des Busses. Dort passte der Schaffner auf und regelte die Fahrscheine. Das funktionierte bestens, bis jemand die Idee hatte dass Busfahrer zwei Jobs zugleich machen sollten. Ein Irrsinn. Als ob Fahrer nicht schon genug  Stress und Verantwortung am Hals hätten. Wir haben schon alle möglichen Szenen erlebt: Betrunkene, Leute die mit Fahrern über Bustarife streiten. Nur der Tatsache dass der knapp 10 Meter lange Routemaster mit seiner Aluminiumkarosserie ein sehr langes Leben hatte, ist zu verdanken dass die letzten dieser Modelle hier und da noch bis ins Jahr 2005 fuhren. Fantastisch, wenn man bedenkt dass der Routemaster nur von 1958 bis 1968 in Produktion war. Die heutigen monströs langen Gelenkbusse sind in London so unbeliebt dass mittlerweile an einer Rückkehr der legendáren Doppeldecker gearbeitet wird. Die ursprüngliche Design-Idee für den Routemaster war, einen Bus mit deutlich weniger Gewicht und dadurch geringerem Spritverbrauch und besserem Fahrverhalten zu bauen. Dabei wurden Konstruktionstechniken aus der Luftfahrt eingesetzt. Resulat: der Routemaster wog fast eine Tonne weniger als frühere Busse und hatte, mit 64 Passagieren, sogar mehr Raum. Die Firma AEC, die Associated Equipment Company existiert nicht mehr, aber der Routemaster ist eins jener britischen Designkonzepte die es schafften, ähnlich wie der Landrover und der Mini, Nützlichkeit und gutes Aussehen unter einen Hut zu kriegen.

Tune in, hop on...stay on: Der AEC Routemaster von innen

Was Popkultur anbelangt, ist ein Routemaste in grüner Ausführung im Beatles-Video Penny Lane, in dem John Lennon cooler aussieht als die Polizei erlaubt. Der Sänger von Blursteht in For Tomorrow auf der offenen Plattform eines Routemasters. Der Bus ist auch in Spielfilmen, wie in dieser dubiosen Klamotte von den Hammer-Studios: On The Buses (1971). Ja…sicher, für Wartungsarbeiten am Routemaster waren Blondinen in Miniröcken obligatorisch. Als wir obiges Prachtstück von einem Routemaster in der Landschaft stehen sahen, war eine Blondine zwar ausnahmsweise nicht in Sicht aber dennoch leuchteten unsere Augen auf wie ein Weihnachtsbaum.konnte nämlich, dank der offenen Plattform des Busses, sogar reingehen und die Fahrerkabine und das Oberdeck auschecken. Kein Zaun, kein Schild, kein Mensch und kein Rottweiler war da um uns davon abzuhalten. Vielleicht gehört der Routemaster ja zur Love & Peace Generation. Wir kamen sogar nochmal zurück und gaben der Sache etwas zusätzliche  Romantik, so á la Grateful Dead Live iin Europe, auf deren Cover der Bus auch zu sehen ist. Bei allen angeblichen und von Journalisten herbei geredeten und geliebten Apokalypsen, ist es eine exzellente Chance, Lesern diesen Neujahrsgruß zu senden: Keep on truckin’!

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Avenita Kulturmagazin

 

Wir sammeln Progrock-LPs und in Andalusien gibt es viele Flohmärkte und Secondhandläden wo man auf so was Jagd machen kann. Ist ja neu nicht mehr zu kriegen. Jedenfalls nicht dieses Album das heute wohl zu teuer zu produzieren wäre. Unsere neuste Beute ist der legendäre 3-LP-Set Yessongs (1973) der Progrock-Band Yes mit klassischem Cover-Konzept & Artwork des britischen  Kult-Designers Roger Dean. Die einfache Version, rechts, werden einige Prog-Fans besitzen. Haben wir auch schon lange, aber die Originalversion, links, ist viel seltener weil sie selbst damals, zu Glanzzeiten der Musikindustrie, zu sehr ins Geld ging und bald nur  noch in vereinfachter Form hergestellt wurde. Dabei ging eine ganze Doppelseite (das Bild Arrival, mit dem Fisch) verloren. Nach der ‘Full Monty’ Ausgabe hatten wir schon lange gesucht. Ein guter Tag. Endete allerdings mit Schweißausbrüchen bei der Arbeit, ein  zähes altes Preisschild (750 Pts.) abzulösen ohne das Cover zu beschädigen. Uff. Das ulkige bei spanischen LPs  der 70er ist dass die Lieder auf Spanisch gelistet sind, mit glorreichen Titeln wie Al Borde del Abismo, sonst bekannt als Close to the Edge. Herrgott, zum Glück zwang man die Musiker damals nicht dazu, auch noch auf Spanisch zu singen – wer sagt, Franco kannte keine Gnade? Ein Vorteil des spanischen Covers, oben links, ist dass es hochglanz statt matt ist und einen besseren Farbton hat, was auf dem Foto nicht erkennbar ist. Während wir Neuausgaben von CDs, Büchern, DVDs etc. gern online bei Amazon kaufen, sind wir bei alten LPs lieber persönlich vor  Ort. Dies ist ein (zugegebenermaßen verrücktes) Hobby bei dem das Herumstöbern, quasi die Jagd, ein großer Teil vom Spaß ist. Kleiner Tipp dazu: Machen Sie keine Freudensprünge oder allzu großen Augen wenn Sie etwas seltenes finden, das treibt die Preise hoch!
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