Kulturmagazin

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Wir schreiben über unsere Lieblingsthemen aus der Welt der Literatur, Film, Kunst und Musik. Öfters gibt es auch mal Fotos, Anekdoten & Ansichten aus unserem geliebten Gastland: Andalusien, der südlichsten, manche würden sagen, schönsten Region Spaniens. Auf der Startseite finden Sie unsere aktuellen Blogbeiträge und Artikel. Falls Sie mal länger Zeit haben und mehr über unsere Themen lesen wollen, köinnen Sie auch unsere umfangreichen Feature-Artikel auschecken. Wir hoffen dass Sie unser Netzmagazin informativ und unterhaltsam finden. Ein Gruß von der Redaktion!

Tag: Design

We met a guy last night who had a nice reissue Triumph quite similar to the one Dylan drove in Woodstock. Got talking and it turned out he's into music, collects old vinyl and is member of a Triumph club. But he didn't know the Dylan connection. We promised to find the pic and told him to drive more carefully

Wir trafen gestern Abend einen Typ der eine Triumph im Retrostil hatte die ähnlich aussah wie die Triumph Tiger 100 die Bob Dylan einst in Woodstock fuhr. Wir kamen ins Gespräch und es stellte sich heraus dass er ein Musikfan ist und alte Vinyl-Singles sammelt. Zudem Mitglied in einem Triumph Motorradclub. Er wusste allerdings nichts von der Dylan-Connection zu dem Bike und wir versprachen, ein Foto davon zu posten. Dylan hatte im Juli 1966 auf seiner 500 cc Triumph Tiger 100SS einen Unfall der für weltweite Schlagzeilen und Gerüchte sorgte. Er war damals, im Alter von 25 Jahren, auf dem Zenith seines Erfolgs und hatte gerade das Album Blonde on Blonde (1966) veröffentlicht. Die Konzertouren und der ganze Medienrummel hatten Dylan zu diesem Zeitpunkt allerdings auch sehr zugesetzt. Und als der Unfall bekannt wurde, dachten viele es wäre ein tragisches Ende, so wie man es von Stars fast erwartet. Dass er gelähmt oder entstellt sei, mutmußten die Medien. Zu derartigen Gerüchten trug bei dass Dylan sich nach dem Unfall fast völlig zurückzog und jahrelang nicht mehr tourte. Was war geschehen? In einem Interview mit Sam Shepard im Jahr 1987 sagte Dylan dass er damals früh am Morgen auf einem Hügel in Woodstock (Anmerkung: Nicht das Festival sondern die gleichnamige ländlich gelegene Stadt und Künstlerkolonie) unterwegs war und die Sonne ihn für einen Moment völlig blendete. Er bekam Panik, trat voll auf die Bremse, das Hinterrad blockierte und Dylan flog vom Bike. Seine Ehefrau Sara, die im Auto hinter ihm hergefahren war, brachte ihn ins Krankenhaus, wo er für eine Woche blieb. Weitere Details sind uns nicht bekannt, aber der Filmemacher D. A. Pennebaker der Dylan in den folgenden Wochen besuchte, sah ihn in einer Art Halskrause, was bedeuten könnte dass Dylan sich einen Halswirbel angebrochen hatte. Wie auch immer, es scheint dass der Unfall und der damit verbundene Stopp sämtlicher Termine Dylan bewog, Bilanz zu ziehen und zu entscheiden dass er sich zukünftig auf seine Ehe und seine Familie konzentrieren würde. Neben dem Druck von Musik-, Buch- und Filmprojekten war Dylan es damals offenbar auch leid, die Rolle vom ‘Sprachrohr seiner Generation’ einzunehmen. Tatsächlich sollten 8 Jahre vergehen bis Dylan 1974 wieder auf Tour ging. Schwer zu sagen, was für einen Stellenwert Motorräder und speziell die Triumph Tiger 100 in Dylans Leben spielten. Es ist ein reines Gedankenspiel zu überlegen, welchen Weg Dylans Karriere ohne den Unfall genommen hätte. Aber der Name Triumph tauchte als T-Shirt-Logo schon ein Jahr vor dem Unfall auf dem LP-Cover des Albums Highway 61 Revisited (1965) auf.

Mehr von uns über Motorräder  Unser Artikel 1958 Ariel Cyclone von Buddy Holly wird versteigert

 

Alright, anything with Cary Grant in it looks good, but the Isetta was an influential little vehicle. A forerunner of the Mini and Smart car. In fact, I think the Isetta 300 was an inspiration for the BMW i3 Concept starting 2013. See YouTube clip below

Schönes Foto von Cary Grant 1957 in New York, in einer BMW Isetta 300. Wäre ich Robert Langdon, Professor für Ikonologie und Symbologie, würde ich sagen dass die ersten drei Zeichen B und I und 3, darauf hindeuten dass der futuristische BMW i3 der gegen Ende 2013 Verkaufsstart hat, eine Hommage an die Isetta ist, und dass Dan Brown ein interessantes Thema verpasst hat. Das Foto wurde damals natürlich für Werbezwecke gemacht, ist aber nichtsdestotrotz genial. Ich vermute dass eine amerikanische Werbeagentur sich überlegte, wie man ein Auto das überhaupt nicht dem US-Autostil der 50er Jahre entsprach, cool und bekannt machen könnte? Und Hut ab, das ist den Leuten von Madison Avenue bestens gelungen. Das Foto sieht immer noch gut aus. Gleichzeitig verdeutlicht es, was für ein zeitloses Format Cary Grant hat. Ich schätze, dass manch anderer damaliger Filmstar diesen Engagement abgelehnt und lieber für einen protzigen Schlitten geworben hätte. Cary Grants intelligente, humorvolle Art nimmt gelassen in Kauf, dass die Isetta nicht besonders viel Raum aber dafür Originalität und Sparsamkeit bietet. Nach heutigem Standard mag die Isetta 300 technisch viel zu wünschen übriglassen, aber das Konzept, oder sogar das Concept, um auf den BMW i3 zurückzukommen, war innovativ und einflussreich. Die Isetta war ein Vorläufer von Autos wie dem englischen Mini, der erst drei Jahre nach der Isetta startete, und so gut wie jedem Kleinwagen bis zum heutigen Smart von Swatch-Mercedes. Die Bayern waren zuerst da. BMW nahmen mit dem Isetta-Konzept, obwohl es ursprünglich aus Italien kam, ein großes Risiko auf sich. Soweit ich weiß, war mit der Isetta damals kein großes Geld zu verdienen. Der Wagen war seiner Zeit zu weit voraus, Sprit war billiger und die 60er Jahre eher auftrumpfend als sachlich. Dass so ein einsamer Kämpfer gegen Konsumwahn wie die Isetta (1955-1962) im Laufe der Jahre kultig wurde, ist klar. Schon 1987 verewigte die englische Electronic-Band Depeche Mode die Isetta 300 in ihrem Video für Never let me Down Again. Link folgt. Die Isetta rollt hier etwa eine Minute nach Liedbeginn aus einer Holzscheune heraus und durch Wald und Feld: ‘I’m taking a ride with my best friend…’ singen ernst dreinblickende junge Männer dazu. Das bringt Erinnerungen zurück: Popkultur versuchte sich in den 80ern gezielt vom Hippie-Image der 70er Jahre abzugrenzen. Vielleicht weil ein Gefühl herrschte dass die großen alten Cadillacs der Hippies im Graben gelandet oder hoffnungslos durchgerostet waren. Das wird dem BMW i3 mit Carbon-Karosserie nicht so leicht passieren. Weitere technische Details und ein gut aussehendes BMW-Promotionsvideo mit dem Lied Perfect World von der US-Band Gossip nachfolgend.

 

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Car-Info  Das BMW-Video auf YouTube / ein deutscher Wiki-Artikel über den BMW i3 Concept /  und ein informativer Artikel über die BMW Isetta bei Wikipedia  und ein privater Autobastler-Clip von einem amerikanischen Isetta-Fan, inklusive Fahrt und viel Info über den alten Klassiker

Musik-Info Das Lied Never Let me Down Again von Depeche Mode, mit Video in dem eine Isetta auftaucht

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Und Interessanter BBC TV-Dokumentarfilm über die deutsche Autoindustrie

Avenita.net

 

Roger Vivier was the French designer who created iconic shoes, like the ones above worn by Catherine Deneuve in the movie Belle de Jour (1967). The new book 'Roger Vivier' (2013) has contributions by people like Cate Blanchet and, in fact, Catherine Deneuve, who says she still much prefers mid-hight shoes to the current fashion of super high heels

Roger Vivier (1907-1998) war der französische Designer der ikonische Schuhe für Stars wie Catherine Deneuve entwarf, wie die im Foto links, die sie in dem Film Belle de Jour (1967) trug. In dem neuen Buch Roger Vivier (2013) sind Beiträge von Stars wie Cate Blanchet und, in der Tat, von Catherine Deneuve persönlich. Sie sagt dass sie die heutige Mode für superhohe Absätze überhaupt nicht mag und immer noch niedrige oder mittelhohe Absätze wie die von Roger Vivier bevorzugt. Voilà. Klingt gut. Wobei man hinzufügen sollte dass es auch höhere Schuhe von Roger Vivier gibt, der Mann war schließlich 1954 der Erfinder von High Heels wie wir sie heute kennen. Aber die Mode für hohe Schuhe ist mittlerweile so verrückt geworden, 12 oder sogar 15 cm keine Seltenheit mehr, dass Unfälle vorprogrammiert sind. Und was die Attraktivität anbelangt…na ja, gutes Aussehen ist natürlich Geschmacksache und Leute sollen tragen was sie glücklich macht und was ihnen mehr Selbstsicherheit gibt oder was auch immer. Aber wir persönlich finden obige Roger Vivier Schuhe, ein Modell das übrigens unter dem Namen Belle Vivier gerade neu aufgelegt wurde und für etwa 500 Euro im Handel ist, viel schöner. Diese Schuhe wurden aufgrund ihrer markanten Schnallen mitunter pilgrim pumps genannt, also die Schuhe von Pilgern. Ob das zu Deneuves Rolle in dem kontroversen Film von Luis Buñuel passt, sei dahingestellt. Die Vivier Schuhe wurden jedenfalls durch Catherine Deneuve bekannt und zum  großen Verkaufserfolg. Jackie Onassis war eine der Käuferinnen. Auch die neuen Belle Modelle sehen gut aus. Der Bildband Roger Vivier (2013) ist auf Englisch und Französisch erhältlich.

Info  YouTube Video La nouvelle collection de Roger Vivier pour l’été 2013 /  Englischer Wiki-Artikel über den Designer Roger Vivier / deutscher Wiki-Artikel über die Schauspielerin Catherine Deneuve und den in Spanien geborenen Regisseur Luis Buñuel /10 min. englisches Doku über Roger Vivier

 

Fans of classic bikes will already know of the Vincent Black Shadow that was auctioned by Bonhams. What we could add is that former Fairport Convention guitarist Richard Thompson has a song about the 1952 Vincent Black Lightning, link below

Das renommierte englische Auktionshaus Bonhams hat vor ein paar Tagen einen über 60 Jahre alten Motorradklassiker zum Rekordpreis versteigert, für umgrechnet etwa 135,000 Euro. Die 1952 Vincent Black Shadow ist in exzellentem Zustand, wurde komplett restauriert. Aufgrund von glücklichen Zufällen hat die Maschine nur sehr wenige Kilometer drauf. Sie nahm 1952 in Frankreich an einem Wettbewerb teil, brach dort einen Rekord indem sie 6 Stunden lang mit einer Geschwindigkeit von 160 km/h fuhr. Das Motorrad mit einem 998cc V-Zweizylindermotor wurde später von einem Händler gekauft der es nur gelegentlich fuhr und im Jahr 1970 dann komplett auseinandernahm und einmottete, mit der Absicht es später generalüberholt wieder zusammenzubauen. Dazu kam es allerdings nie und deshalb ist die Black Shadow so topfit als ob sie per Zeitmaschine aus der Vergangenheit in die Gegenwart gekommen wäre. Das Black Shadow Modell von der Firma Vincent Motorcycles kam 1948 auf den Markt, war damals den meisten Motorrädern seiner Zeit technisch voraus, sah natürlich auch stark aus und hat bis heute eine große Fan-Gemeinde in England. Die Firma begann unter dem Namen HRD, gegründet 1924 von dem Kampfpiloten Howard Raymond Davies, der im ersten Weltkrieg von den Deutschen abgeschossen wurde und
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The flying scenes in Out of Africa (1985) with Meryl Streep and Robert Redford (above) are beautiful. See YouTube clip below. The plane used, a DH60 Gipsy Moth like Denys Finch Hatton's, has just been sold at an auction for $302,000

Die Flugszenen in Jenseits von Afrika (1985) mit Meryl Streep und Robert Redford sind wundervoll, ein Clip davon unten auf unserer Info-Leiste. Das Flugzeug, ein DH.60 Gipsy Moth Doppeldecker, wie ihn auch Denys Finch Hatton flog, der im Film von Redford dargestellt wird, ist gerade auf einer Auktion für 302,000 Dollar versteigert worden. Gemäß dem Auktionshaus Bonhams blieb der Käufer anonym, verhandelte übers Telefon, teilte aber mit dass die Gipsy Moth wieder nach Kenia zurückkehren werde. Dort war auch vor 100 Jahren, von 1913 bis 1931, die dänische Autorin Karen Blixen, die ihr dortiges Leben auf einer Farm in dem Buch Jenseits von Afrika (1937) beschrieb. Die Dame benutzte verschiedene Pseudonyme, wie Isak Dinesen, aber in Deutschland erscheinen ihre Bücher unter dem Namen Tania Blixen. Die Verfilmung ist super, einer unserer Lieblingsfilme, und wir vermuten dass die meisten Leser ihn kennen werden. Ein Film den man sich öfters ansehen kann, zum einen weil eine echte und ungewöhnliche Geschichte wie die von Karen Blixen nicht so klischeehaft ist wie viele frei erfundene Hollywood-Romanzen, und zum anderen auch weil der Film so eindrucksvolle Drehorte und interessante Requisiten einsetzt, wie zum Beispiel die De Havilland Gipsy Moth, siehe oben ein Foto davon. Dieses versteigerte Model, Baujahr 1929, das im Film verwendet wurde, ist bis heute flugfähig und erreicht eine Geschwindigkeit von 170 km/h. Der in England gebaute Flugzeugtyp kam erstmals 1925 auf den Markt und wurde ein Verkaufsschlager, auch aufgrund des relativ günstigen Preises von damals 650 Pfund, was nach heutigen Verháltnissen etwa 40.000 Euro wären. Und die Gipsy Moth ließ sich gut fliegen: Der britische Flugpionier Alan Cobham probierte sie persönlich und flog damit an einem Tag von London nach Zürich – und zurück. Aber nicht jeder Pilot kam heil zurück: Wir wissen nicht ob Denys Finch Hatton, wie es im Film dargestellt wird, wirklich einfach eine Gipsy Moth kaufte und – ohne vorherige Flugerfahrung – schon am nächsten Tag damit losflog. Damals waren abenteuerliche Zeiten. Aber irgendwann erwischte es ihn. Sein Grab ist heute noch in den Ngong-Bergen von Kenia.

Info  Aus dem Film Jenseits von Afrika (1985) Flugszenen mit Gipsy Moth / weitere Details über die De Havilland Moth in Wiki-Artikel / Photo: LP of John Barry Soundtrack for the film by Sydney Pollack.

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Illustrator Angela Barrett, who has done beautiful work for kid's books, also designed the 2013 Jane Austen stamp set

Der englische Postdienst Royal Mail hat gerade einen Jane Austen Briefmarken-Set herausgegeben. Die sechs Briefmarken zeigen Szenen aus jedem der sechs Austen-Romane. Das Design stammt von der Kinderbuch Illustratorin Angela Barrett. Wir hatten im Kinderzimmer auch ein schönes Buch das sie illustriert hat, nämlich The Ice Palalce von Angela McAllister. Wer jetzt einem Schreck bekommt und ruft: Die Kanzlerin hat den Schotten geheiratet! kann sich beruhigen, Angela McAllister ist eine englische Autorin. Um dass Heiraten geht es allerdings ausführlich in den Büchern von Jane Austen. Ihr weltberühmter Roman Stolz und Vorurteil feiert dieses Jahr sein 200. Jubiläum. Sicher auch ein Grund für den Briefmarken-Set. Wir finden ihn sehr gut gelungen, Angela Barrett hat einen zarten Stil der gut zu Austen passt. Die Royal Mail hat außerdem bekannt gegeben dass Briefe die von Chawton abgesendet werden, dem Dorf wo Jane Austen die letzten Jahre ihres Lebens verbrachte, einen speziellen Stempel mit einem Austen-Zitat erhalten. 
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1954: Tests zur Entwickling von Senkrechtstartern in England

Hier ein altes Foto von dem englischen experimentellen Fluggerät TMR, und nachfolgend ein kurzer Film auf YouTube von einer Vorführung aus dem Jahr 1954. Die TMR-Maschine scheint in Deutschland ziemlich unbekannt zu sein, es gibt keinen deutschen Wiki-Eintrag dazu. Aber die Versuche mit dem TMR waren ein Schritt in der Entwicklung von senkrechtstartenden Flugzeugen. Genau genommen, dem britischen Harrier Jet der 1969 startete. Diese Technik nennt man VTOL oder vertical take off and landing. Sie wurde hauptsächlich zum Starten und Landen auf Flugzeugträgern entwickelt, aber auch für andere Situationen wo Platzmangel herrscht, z. B. im Fall von zerstörten Flugplätzen. Das TMR (Thrust Measuring Rig), oben im Bild, diente dazu, herauszufinden ob Senkrechtstarts nicht nur Hubschraubern, sondern auch anderen Flugzeugen möglich wären. Der allererste Flug fand am 3. Juli 1953 auf dem Hucknall Airfield von Nottingham statt. Die Triebwerke die dazu benutzt wurden waren Rolls-Royce Nenes und man leitete ihre Schubkraft in eine Hauptdüse und zwei kleinere Düsen direkt unter dem TMR um zu sehen ob die Kraft für Take-off reichen würde. Es funktionierte. Auch wenn
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Advertising in books got a bad name when Don Draper types in the 1950's discovered it as a path for the tobacco industry. But it was used for uncontroversial products long before that, going back to Charles Dickens. Is it such a bad idea?

Ich sammle alte Taschenbücher vom englischen Penguin Verlag und habe etwas gefunden das ich vorher noch nie hatten: Ein Buch mit Werbung. Und dabei handelt es sich nicht um irgendeinen Groschenroman sondern um den Klassiker Pygmalion von George Bernard Shaw, weltbekannt durch die Verfilmung als My Fair Lady (1964) mit Audrey Hepburn. Die Ausgabe links im Bild ist jedoch von 1941. Das Buch hat einiges mitgemacht, ist aber für sein Alter von über 70 Jahren in gar nicht so schlechtem Zustand. Ein Grund warum ich meist Taschenbücher bevorzuge ist übrigens dass viele gebundene Bücher für mich einen kleinen Design-Fehler haben: Nämlich die Tatsache dass die eigentliche Design-Komponente sich meist nicht auf dem Buch selber befindet, sondern auf einem losen Schutzumschlag der nach ein paar Jahren oft schlimmer (z. B. eingerissen oder verbeult) aussieht als das solidere Cover eines Taschenbuchs. In dieser Hinsicht ist das Design vieler gebundener Kinderbücher besser durchdacht. Dort ist oftmals neben dem Schutzumschlag das Coverdesign nochmal direkt auf den Buchdeckel gedruckt. Und das ist gut, denn sonst werden Bücher deren Umschläge Kinderhänden zum Opfer gefallen sind, zu ziemlich anonymen Produkten. Aber: Der zusätzlich bedruckte Buchdeckel macht die Bücher für Verlage noch teuerer als sie ohnehin sind, vor allem im digitalen Zeitalter wenn Print vielerorts ums
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We like to check out old cars in movies and thought this one, appearing in a 1970 Swedish film of 'Pippi Longstocking' by Astrid Lindgren, would be an ancient Volvo or Saab. Turns out it's a 1948 Pontiac Silver Streak. Click link to see it as new

Wir checken gerne alte Autos in Filmen aus, und diese wundervolle Kiste im Lindgren-Klassiker ‘Pippi außer Rand und Band‘ (1970) hatte uns immer schon fasziniert. Wir waren voreilig davon ausgegangen dass es ein uralter Volvo oder Saab sein müsste. Aber das brachte uns auf die falsche Fährte. Wir checkten schon mal vor ein paar Jahren alle möglichen alten schwedischen Automodelle aus und kamen damit nicht weiter. Auch Google-Suchen wie ‘Fliegendes Auto in Pippi Langstrumpf Film‘ brachten nichts an Markennamen und wir ließen es irgendwann auf sich beruhen. Dann fanden wir vor ein paar Tagen ein schönes Bild von dem Film und erinnerten uns an die Auto-Suche. Wir waren gerade in Fuengirola, einer größeren Stadt hier an der Costa del Sol wo es besonders viele Skandinavier gibt, Urlauber sowohl als
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The Hatter (1865) by John Tenniel: Is there a link between Victorian art & literature and the alternative culture of the 60's and 70's? Maybe a sense that there was something weird, wonderful and slightly wrong abour the times they lived in

Im englischen Guardian gab es gerade eine Umfrage unter Schriftstellern, was ihre Lieblingskünstler für Bücherillustrationen seien? Auf solchen Listen taucht oft Sir John Tenniel auf der durch seine Zeichnungen für Alice im Wunderland (1865) berühmt wurde. Sein Bild vom Verrückten Hutmacher, links zu sehen, ist auch in Deutschland ziemlich bekannt, möglicherweise am bekanntesten dadurch dass die Figur tausendfach von Fans der Band Genesis auf deren Schallplatten gesehen wurde. Siehe unteres Foto. Genesis und der Designer Paul Whitehead schmückten Tenniels Hutmacher farblich etwas aus, setzten ihn in die Mitte von einigen bahnbrechenden Progrock LPs und machten aus der Figur erneut eine Ikone der Popkultur. Wir finden es bemerkenswert wie Geschichten und Figuren des 19. Jahrhunderts fast genau 100 Jahre später wieder aufgegriffen wurden. Auf Anhieb scheint die alternative Kultur der 60er and 70er Jahre, und dazu gehörten Genesis damals, nicht viel mit den Zeiten von Königin Victoria gemeinsam zu haben. Aber das gesamte LP-Cover und mehrere Liederstellen des Albums Nursery Cryme (1971) haben einen Bezug zu Victorias Epoche. Das sehr progrockige, musikalisch gewöhnungsbedürftige Lied The Return of the Giant Hogweed (YouTube Clip) erinnert an Horrorszenarien von H. G. Wells: Hier geht es um einen viktorianischen Forscher der aus dem russischen Marschland eine Pflanze nach England einführt die sich aus den königlichen Botanischen Gärten von Kew ausbreitet und bald ganz London im Griff hat. Hier ein Ausschnit vom Originaltext:

‘…Long ago in the russian hills, A victorian explorer found the regal hogweed by a marsh, He captured it and brought it home…Fashionable country gentlemen had some cultivated wild gardens, In which they innocently planted the giant hogweed throughout the land….’

It's certainly interesting how a hundred years after books like 'Alice's Adventures in Wonderland' (1865) Victorian imagery turns up again in the lyrics and artwork of Avant-garde rock albums by Genesis, for example 'Nursery Cryme' (1971)

Genesis waren keineswegs die einzigen die damals visuell und inhaltlich an Stoffe aus Viktorianischen Zeiten anknüpften. Auch andere Bands, wie Yes und Grateful Dead, verwendeten für ihre Poster und LP-Cover künstlerische Elemente des 19. Jahrhunderts. Literarische Themen, wie Alice’s Adventures in Wonderland, wurden sogar direkt in Liedertexten verwendet, wie in Jefferson Airplanes Rockklassiker White Rabbit, in dem mehrere Figuren der Geschichte namentlich erwähnt werden. Aber welche konkrete Verbindung könnten Hippies und Pop Art Designer der 1960er Jahre mit den 1860er Jahren, den Zeiten von Autoren wie Lewis Carroll, Charles Dickens und George Eliot haben? Für unsere Begriffe hat es etwas mit dem Entstehen von neuen Perspektiven zu tun. Zu beiden Zeiten, um die Mitte des 19. so wie etwa um die Mitte des 20. Jahrhunderts begannen Philiosophen, Künstler und Schriftsteller verstärkt über ihren persönlichen Horizont und über den gesellschaftlichen Status Quo hinauszusehen und hinauszudenken. Vielleicht auch weil sich zu diesen Zeiten eine Mittelklasse entwickelt hatte, der es finanziell überhaupt möglich war, sich mit irgendetwas anderem zu beschäftigen als dem wirtschaftlichen Überlebenskampf. Der erweiterte ‘Blick nach Außen’ eröffnete ein Bewusstsein fúr soziale Probleme, etwas das sicherlich auf Dickens und Eliot zutrifft. Und der erweiterte ‘Blick nach Innen’ eröffnete Fantasiewelten jenseits der Konventionen, etwas das zweifellos auf Lewis Carroll und Alice im Wunderland (1865) zutrifft. Auch in der alternativen Kultur der 1960er fand eine Erweiterung der Perspektiven statt, Aus einer verstärtken Introspektion entstanden zum Teil Psychedelia und der New Age Boom. Und ein erhöhtes Interesse an landes- und weltweitem Geschehen führte zu gesellschaftlichen Veränderungen, wie den Protesten gegen den Vietnamkrieg, und vielem mehr. Kunst und Literatur reflektieren die Zeiten in denen sie entstehen. In der Figur des Hutmachers,
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It's the birthday of Leo Fender (1909 - 1991) the inventor of the Stratocaster - and other guitar classics: We managed to make a photo of one of Keith Richards' Fender Telecasters.

Es ist der Geburtstag von Leo Fender (1909 – 1991), dem legendären Gitarrendesigner, und wir wollten zu Abwechslung mal nicht nur über seine berühmteste Gitarre, die Fender Stratocaster sprechen, sondern auch die von uns sehr verehrte Fender Telecaster erwähnen. Links im Bild ist eine Telecaster von Rolling Stone Keith Richards, wir machten das Foto bei uns an der Costa del Sol, im Hard Rock Cafe von Marbella. Eine rote Fender Telecaster war auch die erste richtige E-Gitarre die wir selber hatten. Sie ist momentan allerdings in England, in den Händen eines Freundes. Yes, we hope you’re looking after it. Die Telecaster ist vom Aussehen her etwas unauffálliger und auch technisch ein kleines bisschen simpler als die Stratocaster, aber für uns besticht die Tele gerade durch ihre schlichte Schönheit. Nur zwei Tonabnehmer und zwei Dreher, anstatt jeweils drei, wie die Stratocaster. Manche Leute leben ja nach der Devise: Less choice, less trouble. Im Vergleich zur Strat hat die Telecaster für uns einen etwas klareren und helleren Klang. Wogegen die Stratocaster unserem Empfinden nach ein größeres Spektrum an Obertönen produziert: perfekt für Lead-Gitarre, also fetzige Solos mit einem fetten, etwas unscharfen eher als kristallenen Klang. Die Stärke der Telecaster hingegen sehen wir etwas mehr in der Abteilung Rhythmus-Gitarre: Das muss keineswegs nur ein Schrummeln von Akkorden sein. Andy Summers von The Police, der jahrelang Telecasters benutzte, spielt zwar relativ wenige Solos, entwickelte aber aus aufgelösten Akkorden, also flüssig gespielten Sequenzen aus einzelnen Noten von Akkorden, einen sehr individuellen Klang, der zusätzlich durch Flange-Effekte verfremdet wird. So zum Beispiel in dem Lied Bring on the Night. Für uns ist die Telecaster übrigens eine der seltenen E-Gitarren die vom Aussehen her auch gut zu Frauen passt. Die schlanke Chrissie Hynde von den Pretenders können wir uns mit einer anderen Gitarre als einer dezenten Telecaster gar nicht vorstellen. Und tatsächlich scheint die Dame mit dieser Gitarrenmarke eine konstantere Beziehung gehabt zu haben als mit Männern. Findet sie Telecasters vielleicht zuverlässiger? Hier ist ihr Lied Back on the Chain Gang, mit typisch ‘kristallenem’
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We look at how advertising has created a different, more modern image for cider in the British Isles, as compared to the still slightly old-fashioned status of Apfelwein in Germany

Wir erwähnten neulich das Buch Cider with Rosie (1959), Laurie Lees Klassiker über Landleben vor ca. hundert Jahren. Cider ist englischer Apfelwein der sich, für unsere Begriffe, nicht erheblich vom deutschen, oder zum Beispiel hessischen Äbbelwoi unterscheidet, obwohl wir – um ein Protestgewitter von Kennern zu vermeiden – gern hinzufügen dass sicher kein Wein dem anderen völlig gleicht, so wie Cider vielleicht etwas mehr Kohlensäure enthalten mag etc. Wo allerdings ein erheblicher Unterschied besteht, ist in der Art wie Apfelwein in England vermarktet wird. Apfelwein in Deutschland ist immer noch etwas von einem Image á la Zum Blauen Bock geprägt, die legendäre TV-Serie mit dem Äbbelwoi-Bembel und den schönen geriffelten Äbbelwoi-Gläsern auf den Tischen. Wir mögen solche traditionellen Sachen und vermuten, dass der Blaue Bock, hier ein Clip, mittlerweile einen Kultstatus in Deutschland hat. In England zielen Werbekampagnen allerdings schon seit Jahren darauf ab, ein moderneres, jüngeres Image aufzubauen. Mit Erfolg: Hier bei uns in Andalusien findet man zwar keinen deutschen Apfelwein, aber man kann in jedem Laden, sogar an Tankstellen und in jeder Bar englischen Cider kriegen: in Dosen, in Flaschen oder vom Fass. In den zahlreichen englischen und irischen pubs, also Wirtshäusern hier an der Küste, würde niemand im Traum daran denken, dass man mit einem Glas oder einer Dose Cider in der Hand, in irgendeiner Weise altmodisch wirkt. Das hat zum großen Teil mit den mittlerweile seit Jahrzehnten laufenden Werbekampagnen zu tun. Wir haben, im Namen der Wissenschaft, selber mal ein zwei dieser Pubs besucht und uns bei den Wirten informiert: Die größte Cider-Marke scheint hier Strongbow zu sein, gefolgt von der irischen Cider-Marke Magners. Wenn Strongbow Cider in einem Werbespot das Lied Smoke on the Water einsetzt, könnte man natürlich argumentieren dass Deep Purple mittlerweile weniger ein jungens Publikum, als eines von mittlerem Alter anspricht, aber der Werbespot ist schon fast zwanzig Jahre alt. Und das Riff klingt immer noch gut, obwohl es eine
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Every picture tells a story: Über 500 Pubs in England heißen 'The Royal Oak'. Wir wollten wissen, warum?

Reklame kann auf interessante Weise künstlerische und sozialgeschichtliche Aspekte verbinden. Britische Pubs, die in etwa das Äquivalent von deutschen Kneipen oder Wirtschaften sind, haben eine Tradition von Schildern, oftmals sprichwörtlich Aushängeschildern die beidseitig und aufwendig bemalt sind. Die Schilder sind Prestigeobjekte, und professionelle Schildermaler arbeiten Tage oder auch mal eine Woche lang daran. Wirte legen Wert auf individuelle Gestaltung, deshalb sind bei bestimmten Pub-Namen die hundertfach vorkommen, die Schilder oft sehr verschieden. Ein kurzer Blick auf das Ergebnis der Google-Bildsuche für The Royal Oak zeigt dutzende Resultate, wobei auf Anhieb keins unserem Foto gleicht. Britische Pubs sind oft sehr gemütlich eingerichtet, fast wie Wohnzimmer, selbst hier bei uns an der Costa del Sol gibt es englische Pubs mit Kaminfeuern, Teppichen…manchmal sogar Sofas. Tatsächlich entwickelten sich britische Pubs aus den Wohnzimmern von Leuten die zuhause Bier brauten. Vor Hunderten von Jahren, als es noch keine Geschäfte gab die Bier in Flaschen verkauften, ging man in seiner Umgebung zu Leuten von den es sich herumgesprochen hatte dass sie
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The Avro 671 a.k.a. Cierva C.30 flown by James G. Weir. Curiously, there's a connection between Hitchcock's spy classic The 39 Steps (1935) and Ufo myths of the 50's

In Alfred Hitchcocks Verschwörungsklassiker Die 39 Stufen (1935) ist eine Szene die ich immer schon als faszinierendes Zeitdokument empfand. Nämlich die Filmsequenz vom Flug eines sehr frühen Hubschrauber-Prototyps. Ich bin gestern endlich mal dazu gekommen, den Namen und die Details von dem Gerät auszuchecken. Und erstaunlicherweise hat das handgemacht aussehende Fluggerät Avro 671, auch bekannt als Cierva C.30, eine Verbindung zu einem US-Geheimprojekt das in den 50er Jahren mit dem Avro VZ-9AV für Ufo-Legenden sorgte. Zudem war es für mich, als jemand der in Spanien lebt, interessant dass die ganze Avro-Geschichte mit einem spanischen Erfinder, nämlich Juan de la Cierva (1895 – 1936) begann. Der Spanier brachte sein Flug-Projekt, das er Autogiro taufte, zur Weiterentwicklung nach England. Das brachte ihm Pech, denn dort verstarb er als Passagier einer kleinen Douglas DC-2 bei einem Flugunglück. Das Projekt mit den Cierva-Luftfahrzeugen wurde daraufhin weitgehend von der britischen Firma namens A. V. Roe übernommen. Die Initialien des Gründers Alliott Verdon Roe begründeten den Firmennamen Avro. Im Jahr 1945 wurde das Familienunternehmen de facto zu der kanadischen Firma Avro Canada, und mit über 50.000 Angestellten im Jahr 1958 zu einem der größten Unternehmen der Welt. Damals, zu Zeiten des Kaltes Krieges, bot Avro Canada dem US-Militär das ‘UFO’ ähnliche Projekt Avrocar als eine Art ‘Fliegender Jeep’ an. Die Amerikaner übernahmen es als geheimes Militärprojekt. Die Dinger flogen wirklich. Aber nur schlecht. Und das Projekt wurde im Jahr 1961 beendet.

Ich persönlich glaube nicht die Bohne an außerdirdische Ufos – obwohl sie mir als Sci-Fi Fan nur zu gelegen kämen – aber ich vermute dass Gerüchte über Fliegende Untertassen maßgeblich auf dem Avro-Projekt beruhen. Ein Projekt dessen Anfänge kurioserweise in Hitchcocks Spionage-Klassiker Die 39 Stufen (1935) zu sehen sind. In der Filmszene wird die Figur Richard Hannay, die heute als Vorläufer von James Bond betrachtet wird, von Polizisten duch schottische Moorlandschaften gejagt, Dabei wird auch ein Avro Autogiro benutzt. Dass Hitchcock zum Einsatz der damals neuen und raren Proto-Hubschrauber inspiriert wurde, könnte damit zusammenhängen dass Teile der 39 Stufen in Schottland gedreht wurden. Und der Avro 671 wurde damals von James G. Weir, einem frühen Geschäftspartner der Cierva Autogiro Company, Ltd, gerade im schottischen Dalrymple, Ayrshire getestet. Vermutlich hat Hitchcock geahnt, dass eine Avro-Flugszene seinem Film eine zusätzliche historische Dimension verleiht, die selbst nach fast 80 Jahren immer noch einen Blick wert ist und Gesprächsstoff liefert. Für mich ist es zudem eine kleine Hommage an den Spanier Juan de la Cierva der eine bahnbrechende Rolle bei der Entwicklung von Hubschraubern spielte. Und auf Umwegen auch bei der Entwicklung von Ufo-Legenden.

 

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Info  Die Flugszene mit dem Cierva C.30A Avro auf YouTube, ab ca. 37:00 min. Spielzeit des Films. Als DVD ist deutschsprachig erhältlich. Blu-ray-Version enthält interessante Extras, Doku etc, ist aber nur auf Englisch

Die 39 Stufen als Hörspiel online Das BBC-Hörspiel The Thirty-Nine Steps. Mit David Rintoul (als Richard Hannay), Jimmy Chisholm (als Clive), Michael Elder (als Sir Walter Bullivant), Crawford Logan (als Sir Harry), David McKail (als Sir Edmund Appleton), Alexander Morton (als Franklin Scudder), Sandy Neilson (als Sergeant Major), John Shedden (als Frank) u. a. Produktion von 1989

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Spanish Band La Oreja de Van Gogh feature a Citroën DS in their video Cometas por el cielo, meaning Kites in the Sky

Wurde auch langsam Zeit. Amerikanische Autoklassiker tauchen in unzähligen Rockvideos auf, und das ist gut so. Aber die französische Designikone Citroën DS verdient etwas mehr Beachtung in der Popkultur. In 1955 war das Auto revolutionär und sah aus wie ein kleines Raumschiff. Und es sieht heute noch originell und sympathisch aus. Immerhin hat der Brite Damien Hirst, zusammen mit Clash-Bassist Paul Simonon, ein poppiges DS-Bild für wohltätige Zwecke gespendet. Aber ein Rock- oder Popvideo war uns bisher nicht bekannt. Leser können uns gern eines Besseren belehren, aber auch bei Wikipedia werden keine Lieder erwähnt – wohl aber ein paar TV-Serien und Filme in denen die DS (Kürzel nach franz. Wort für Göttin: Déesse ) auftaucht: Wie die aktuelle Krimiserie The Mentalist. Und der Spielfilm Der Schakal (1973) um das Attentat auf Charles de Gaulle in dem ein Citroën DS eine Rolle spielte. Wir würden zusätzlich darauf tippen dass der Wagen in vielen Filmen mit Jean Gabin und Lino Ventura auftaucht. Ach, die glorreichen Zeiten als in Filmen nicht hübsche Jungs sondern Leute mit Charakter gefragt waren. Diese Formel passt auch so ziemlich auf den Citroën DS. Zur Musik: Die aus dem spanischen Baskenland stammende Popband La Oreja de Van Gogh hat ein Lied herausgebracht, siehe YouTube Clip von Cometas por el Cielo, dessen Titel auf Deutsch Drachen am Himmel bedeutet. Klingt ganz gut, mit einem Gitarren-Riff á la U2
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Unser Artikel über Marmite führt zu einem Rock-Hit der 80er Jahre. Können Sie erraten, welcher es ist?

Wir wissen nicht, wie bekannt Marmite in Deutschland ist. Kennen es 10 Prozent, vielleicht nur 1 Prozent? Marmite, ausgesprochen, MAR-meit, ist immerhin im Onlinehandel erhältlich. Sogar mit Kunden-Kommentaren. Allerdings ohne Foto oder Logo. In England hat das Marmite-Glas, mit dem gelbem Deckel und altmodischem Schriftzug, einen so hohen Erkennungswert wie McDonald’s oder das Coca-Cola Logo. Was nicht heißt dass jeder Marmite liebt. Der alte Spruch ist ja, dass man Marmite entweder liebt oder hasst. Obwohl unserer Erfahrung nach, eine Mehrzahl von Briten den Brotaufstrich eher mag. Vielleicht 7 von 10  Leuten. Wir jedenfalls mögen Marmite, und ebenso die Kinder. So schlimm kann es also nicht schmecken. Marmite hat sicherlich einen starken, würzigen Geschmack, aber das ist nur ein Problem wenn man den typischen Anfänger-Fehler macht und das Zeugs so dick aufträgt wie Erdnussbutter oder Nutella. Man braucht viel weniger. Marmite wird oft auf Toast gegessen. Aber wir finden es genau so gut auf frischem Brot. Allerdings schmeckt es uns viel besser mit Butter als mit Margarine. Wir haben im nächsten Absatz mal ein Foto davon genacht, wieviel Marmite wir aufs Brot tun. Wäre ja schade wenn es jemand zum ersten (und letzen) Mal probiert und unseren Tipp als Fehlinvestition empfindet. Marmite ist auch nicht billig. Online sogar ziemlich teuer. In Läden, selbst bei uns an der Costa del Sol, ist Marmite jedenfalls deutlich billiger als bei Amazon. Obwohl man vor Jahren noch nach Gibraltar fahren musste um Marmite zu kaufen, findet man es hier mittlerweile in fast jedem Supermarkt. Die Spanier haben sich darauf eingestellt dass die englische Gemeinde hier ein großes Kundensegment ist. Weil dass in Deutschland wohl nicht der Fall ist, könnte es Sinn machen, den Preis bei Amazon zu zahlen, anstatt stundenlang im Auto herumzugeistern um einen Laden zu finden der Marmite hat. Nachher enden Sie auf einem Britischen Militärstützpunkt! Marmite hat übrigens eine gewisse deutsche Verbindung, nämlich den guten alten Freiherr von Liebig, der im 19. Jahrhundert herausfand dass man
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Beyond Retro: The 60's just never ended at Ikea. Our photo: Part of the Ikea showrooms in Mälaga, January 2012

Wir mögen Ikea ganz gerne und waren neulich in der Málaga-Niederlassung. Früher musste man von der Costa del Sol fast 2 Stunden bis nach Sevilla fahren um Ikea zu besuchen – was wir tatsächlich ein, zwei Mal taten – also ist es gut, den Laden hier in der Nähe zu haben. Das Clevere an Ikea ist ja dass es mehr ist als nur ‘Möbel kaufen‘ gehen. Es ist fast wie ein Ausflug, insofern dass das Ganze sehr kunden- und kinderfreundlich konzipiert ist. Wir kennen nicht die Verkaufszahlen von Málaga, aber der Laden scheint immer gut belegt zu sein, manchmal sogar brechend voll. Wir vermuten, viele Leute gehen, genau wie wir, erstmal hin um im Ikea-Restaurant preiswert zu essen. Die Lachsrollen sind gut, und auch die Tatsache dass Getränkebecher kostenlos nachgefüllt werden können. Weil Getränkepreise andernorts so hoch sind, kann mit Kindern heute sonst kaum noch in ein Restaurant gehen. Die Sache ist: In dem Labyrinth das man beim Verlassen des Ladens durchqueren muss, findet man fast immer etwas das man ‘schon immer brauchte’. Genial. Und ehrlich gesagt sind die Sachen für den Preis auch ganz in Ordnung. Niemand erwartet dass Spanplatte für Jahrhunderte oder auch nur Jahrzehnte hält, aber heutzutage wechseln viele Leute sowieso alle paar Jahre die Einrichtung. Ähnlich wie man es mit Unterhaltungselektronik tut. Was das Design anbelangt, und worauf wir im Bildtext anspielen: Der Stil mag, wenn man die Möbel einzeln betrachtet, eine Art von modernem Funktionalismus sein. Das Gesamtbild hat jedoch einen gewissen 60er Jahre Look. Nicht so wie sich Hippies in den 60er Jahren einrichteten. Eher so wie Leute die damals schon etwas älter waren und Job und Familie hatten.

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Zweifellos die ewige Zielgruppe von Ikea. Leicht zu finden übrigens, etwas außerhalb von Mälaga, nicht weit vom Flughafen, mit einem riesigen Parkplatz der auch von anderen Geschäften umgeben ist.

Keep on truckin' in 2012: AEC Routemaster in Andalusien

Wir hatten vor ein paar Tagen das Glück, einen Routemaster zu finden, siehe unser Foto. Ein Designklassiker mit großer Fan-Gemeinde den man normalerweise nur noch in Museen sieht. Der Doppeldecker der jahrzehntelang eins der berühmtesten Wahrzeichen von London war, fiel dem Rationalisierungswahn der 80er und 90er Jahre zum Opfer. Der Fehler des Routemasters, aus Sicht der Rationalisierer, war dass der Bus zwei Personen an Bord Arbeit gab: Einem Fahrer und einem Schaffner. Der Routemaster hat nämlich keine vordere Tür sondern eine offene Plattform – nützlich beim Mangel von Haltestellen im Stadtverkehr – zum  Ein- und Aussteigen am Ende des Busses. Dort passte der Schaffner auf und regelte die Fahrscheine. Das funktionierte bestens, bis jemand die Idee hatte dass Busfahrer zwei Jobs zugleich machen sollten. Ein Irrsinn. Als ob Fahrer nicht schon genug  Stress und Verantwortung am Hals hätten. Wir haben schon alle möglichen Szenen erlebt: Betrunkene, Leute die mit Fahrern über Bustarife streiten. Nur der Tatsache dass der knapp 10 Meter lange Routemaster mit seiner Aluminiumkarosserie ein sehr langes Leben hatte, ist zu verdanken dass die letzten dieser Modelle hier und da noch bis ins Jahr 2005 fuhren. Fantastisch, wenn man bedenkt dass der Routemaster nur von 1958 bis 1968 in Produktion war. Die heutigen monströs langen Gelenkbusse sind in London so unbeliebt dass mittlerweile an einer Rückkehr der legendáren Doppeldecker gearbeitet wird. Die ursprüngliche Design-Idee für den Routemaster war, einen Bus mit deutlich weniger Gewicht und dadurch geringerem Spritverbrauch und besserem Fahrverhalten zu bauen. Dabei wurden Konstruktionstechniken aus der Luftfahrt eingesetzt. Resulat: der Routemaster wog fast eine Tonne weniger als frühere Busse und hatte, mit 64 Passagieren, sogar mehr Raum. Die Firma AEC, die Associated Equipment Company existiert nicht mehr, aber der Routemaster ist eins jener britischen Designkonzepte die es schafften, ähnlich wie der Landrover und der Mini, Nützlichkeit und gutes Aussehen unter einen Hut zu kriegen.

Tune in, hop on...stay on: Der AEC Routemaster von innen

Was Popkultur anbelangt, ist ein Routemaste in grüner Ausführung im Beatles-Video Penny Lane, in dem John Lennon cooler aussieht als die Polizei erlaubt. Der Sänger von Blursteht in For Tomorrow auf der offenen Plattform eines Routemasters. Der Bus ist auch in Spielfilmen, wie in dieser dubiosen Klamotte von den Hammer-Studios: On The Buses (1971). Ja…sicher, für Wartungsarbeiten am Routemaster waren Blondinen in Miniröcken obligatorisch. Als wir obiges Prachtstück von einem Routemaster in der Landschaft stehen sahen, war eine Blondine zwar ausnahmsweise nicht in Sicht aber dennoch leuchteten unsere Augen auf wie ein Weihnachtsbaum.konnte nämlich, dank der offenen Plattform des Busses, sogar reingehen und die Fahrerkabine und das Oberdeck auschecken. Kein Zaun, kein Schild, kein Mensch und kein Rottweiler war da um uns davon abzuhalten. Vielleicht gehört der Routemaster ja zur Love & Peace Generation. Wir kamen sogar nochmal zurück und gaben der Sache etwas zusätzliche  Romantik, so á la Grateful Dead Live iin Europe, auf deren Cover der Bus auch zu sehen ist. Bei allen angeblichen und von Journalisten herbei geredeten und geliebten Apokalypsen, ist es eine exzellente Chance, Lesern diesen Neujahrsgruß zu senden: Keep on truckin’!

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London Besuchstipps  Das London Transport Museum und das London Bus Museum in Cobham

Mehr von uns über Designklassiker Der VW-Bus: In Rockvideos, Filmen, Romanen & auf LPs

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Design Klassisches ‘Nonic’ Pint Bierglas

Nonic Pint: Schönes & praktisches Design

Liegen wir richtig mit der Annahme dass die meisten Biergläser die in Deutschland über die Theke gehen, die recht filigranen 0,2 l und 0,3 l Stangen oder Pilstulpen sind? Das ist übrigens auch hier in Spanien der Fall. Das häufigste Bierglas ist hier ein tubo, sprichwörtlich: Rohr oder Stange. Möglich dass es in Deutschland regionale Abweichungen von der Regel gibt, vermutlich liegt in Bayern der 1 Liter Maßkrug gut im Rennen, da lassen wir uns von Lesern gerne belehren. In Großbritannien jedenfalls ist das mit Abstand häufigste Glas, wir schätzen mal mit 90% Anteil, das klassische Pint, das man einfach wie Peint ausspricht. Mit 20 Flüssig-Unzen (ca. 568 ml), entzieht sich diese nützliche Biermenge immer noch stur dem metrischen System. Wenn man der englischen Presse (die meist Anti-EU gesinnt ist) Glauben schenken will, haben hinterlistige EU-Beamte jahrelang versucht, den Engländern ihr Pint wegzunehmen und erst vor kurzem aufgegeben. Die einzige erzwungene Änderung ist dass statt einer kleinen, symbolischen englischen Krone auf dem Bierglas jetzt die CE-Kennzeichnung der EU prangt  Allerdings sind die Engländer selber im Gange, einen wichtigen Aspekt des Pint-Glases zu verändern: Als wir für den obigen Fototermin (cleverer Name für ein Trinkgelage, nicht wahr?) versuchten, ein paar Gläser mit der markant gewölbten Pint-Form zu kriegen,
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Wir sammeln Progrock-LPs und in Andalusien gibt es viele Flohmärkte und Secondhandläden wo man auf so was Jagd machen kann. Ist ja neu nicht mehr zu kriegen. Jedenfalls nicht dieses Album das heute wohl zu teuer zu produzieren wäre. Unsere neuste Beute ist der legendäre 3-LP-Set Yessongs (1973) der Progrock-Band Yes mit klassischem Cover-Konzept & Artwork des britischen  Kult-Designers Roger Dean. Die einfache Version, rechts, werden einige Prog-Fans besitzen. Haben wir auch schon lange, aber die Originalversion, links, ist viel seltener weil sie selbst damals, zu Glanzzeiten der Musikindustrie, zu sehr ins Geld ging und bald nur  noch in vereinfachter Form hergestellt wurde. Dabei ging eine ganze Doppelseite (das Bild Arrival, mit dem Fisch) verloren. Nach der ‘Full Monty’ Ausgabe hatten wir schon lange gesucht. Ein guter Tag. Endete allerdings mit Schweißausbrüchen bei der Arbeit, ein  zähes altes Preisschild (750 Pts.) abzulösen ohne das Cover zu beschädigen. Uff. Das ulkige bei spanischen LPs  der 70er ist dass die Lieder auf Spanisch gelistet sind, mit glorreichen Titeln wie Al Borde del Abismo, sonst bekannt als Close to the Edge. Herrgott, zum Glück zwang man die Musiker damals nicht dazu, auch noch auf Spanisch zu singen – wer sagt, Franco kannte keine Gnade? Ein Vorteil des spanischen Covers, oben links, ist dass es hochglanz statt matt ist und einen besseren Farbton hat, was auf dem Foto nicht erkennbar ist. Während wir Neuausgaben von CDs, Büchern, DVDs etc. gern online bei Amazon kaufen, sind wir bei alten LPs lieber persönlich vor  Ort. Dies ist ein (zugegebenermaßen verrücktes) Hobby bei dem das Herumstöbern, quasi die Jagd, ein großer Teil vom Spaß ist. Kleiner Tipp dazu: Machen Sie keine Freudensprünge oder allzu großen Augen wenn Sie etwas seltenes finden, das treibt die Preise hoch!
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