Marianne walking away? - Maybe she's on a holiday! It's a curious fact that before the 1969 Moon landing few LPs had Sci-Fi-themes. Then came many. In the blog: A chronological look at covers from 5 decades: Jazz, Prog, Metal & Krautrock

Links im Bild, eine alte Vinyl-LP von dem Album Boston (1976), mit dem Klassiker More than a Feeling. Eine spanische LP mit Eigenheiten die im nachfolgenden Foto von der LP-Rückseite zu sehen sind. Was die Vorderseite anbelangt, sehen erstaunlich viele Leute bis zum heutigen Tag nur Raumschiffe auf dem Cover – und nicht die fliegenden Gitarren. Wenn das bei Ihnen der Fall ist, haben sie damals vielleicht ein paar zu viel geraucht. Oder nicht genug geraucht! Jedenfalls ist es ein starkes Cover von dem renommierten Designer Roger Huyssen, der auch Filmposter, Titelbilder für Time-Magazin und Werbekampagnen für IBM designte. Boston waren nicht die ersten mit einer Sci-Fi-Thematik auf dem Cover. Der Trend begann Ende der 60er, Anfang der 70er Jahre, vermutlich inspiriert von der Mondlandung im Juli 1969 und Filmen wie 2001: Odyssee im Weltraum (1968). Vorher gab es jedenfalls so gut wie keine Sci-Fi-Motive auf LPs. Einer der ersten der das Thema auf erfolgreiche Weise aufgriff, war David Bowie mit dem Lied Space Oddity (1969), das sich auf den Originaltitel des Kubrick-Films bezieht: Der Sinn von Space Odyssey wird per Wortspiel in etwa zu Space-Merkwürdigkeit. Interessanterweise verwendete Bowie die Sci-Fi-Thematik jedoch nicht visuell auf dem Cover von Space Oddity sondern sieht hier eher wie ein Folkmusiker aus. Damals war Bob Dylan sein Vorbild. Kraftwerk und Technologie-Faszination kamen später. Apropos Krautrock. Tatsächlich war eine deutsche Gruppe eine der ersten mit einem deutlichen Sci-Fi-Motiv auf dem LP-Cover, nämlich die experimentelle Kölner-Band Can, siehe Album Monster Movie (1969), mit der Figur Galactacus von Marvel-Comics. Das Can-Cover wirkt zeitlos, würde auch zu heutigen Bands wie Muse oder Coldplay passen. Ab den 70er-Jahren kamen Sci-Fi-Cover zunehmend in Mode. Eins der ersten britischen Alben war von der relativ unbekannten Progband Quatermass (1970) auf deren von Hipgnosis designten Cover Flugsaurier à la Jurassic Park durch menschenleere Hochhausschluchten fliegen. Der Name der Band stammt von dem kultigen Hammer-Sci-Fi-Film Quatermass and the Pit (1967). Ebenfalls wenig bekannt, aber mit einem aufwendigen Cover von Star-Designer Roger Dean ist das Album Space Hymns (1971) von der Band Rameses. Original-LPs mit dem kathedralenförmigen Raumschiff können zu einem Poster aufgeklappt werden und sind Sammlerobjekte.

Though Tom Scholz, second from left, is to this day the main musician & writer of Boston, I loved the voice of Brad Delp (1951-2007) second from right. I was sad about his death

Roger Dean sollte im Laufe der Zeit viele Sci-Fi-Cover gestalten, besonders für die Progrock-Band Yes, siehe Cover für ihr Album Fragile (1971) mit einem hölzernen Raumschiff das einer auseinanderbrechenden Erde entflieht und somit ein Vorläufer von Boston ist. Yes lagen mit ökologisch angehauchten Themen voll im Trend der 70er. Die Verbindung von Öko- und Sci-Fi-Themen kam auch in dem Kultfilm Lautlos im Weltraum (1972) zur Geltung, sogar auf einem Sci-Fi-Plattencover von Joan Baez, die das Titellied und das ziemlich wundervolle Rejoice in the Sun für den Film aufnahm und als Single veröffentlichte. Auch Sci-Fi-Romane dienten als Inspiration für Bands. Der Autor Arthur C. Clarke wurde als Drehbuchschreiber von Kubricks 2001 Teil der Popkultur, und später diente sein Roman Die letzte Generation (1953) als Thema für das Led Zeppelin LP-Cover Houses of the Holy (1973). Detaillierte Infos dazu folgen am Ende des Artikels. Eine Band die Sci-Fi regelrecht zum Programm machte und die auf fast allen Alben futuristische Motive hat, ist Hawkwind, siehe zum Beispiel Hall of the Mountain Grill (1974), mit Bassist Lemmy bevor er Motörhead gründete. Ebenfalls ein großer Sci-Fi-Fan war Jerry Garcia, auch wenn das Grateful Dead Album From the Mars Hotel (1974) eins der wenigen ist die das Thema, mit psychedelisch angehauchtem Humor, auf dem LP-Cover hat. Auch auf dem Album Thrust (1974) von dem Jazzrocker Herbie Hancock ist ein visueller Gag, die Kontrollinstrumente seines Raumschiffs entpuppen sich als Synthesizer-Keyboards. Von prägenden Bands der 60er, wie den Stones und Beatles gibt es psychedelische Cover, aber keine spezifischen Sci-Fi.Themen. Das gab es, wie gesagt, vor der Mondlandung so gut wie gar nicht. Pink Floyd hatten zwar als Sci-Fi-Themen in Liedern wie Astronomy Domine, aber keine visuellen Referenzen auf LPs – die eher zum abstrakten Design neigten. Zwei Beatles griffen Sci-Fi-Thema aber später für ihre Soloalben auf. Auf dem Cover von Goodnight Vienna (1974) zitiert Ringo Starr den Sci-Fi-Film Der Tag an dem die Erde stillstand (1951). Es gibt für das Album auch einen TV-Werbespot mit John Lennon in dem das Ufo vorkommt, siehe Clip. Visuelle Sci-Fi-Motive sind auch auf zwei Alben von David Bowie, zuerst auf Station to Station (1976) und dann auf Low (1977), beide Cover haben Fotomaterial von Bowies Sci-Fi-Film Der Mann, der vom Himmel fiel (1976). Auch Paul McCartney wählte für sein Album Back to the Egg (1977) ein Sci-Fi-Motiv.

Notice something about this single and LP above? Yes, they're Spanish editions with all songtitles translated into Spanish: More than a feeling? - Mas que un sentimiento...Spanish rocks

Das Thema war jetzt sehr angesagt, bekam einen zusätzlichen Schub von Filmen wie Star Wars (1977). Jetzt konnte man sich vor Sci-Fi-Themen kaum noch retten: Alben wie I Robot (1977) von Alan Parsons Project, inspiriert von Isacc Asimov. Auf Out of the Blue (1977) von ELO erinnerte das ans Mutterschiff andockende Shuttle an eine Szene aus 2001. Dieses Cover ist ein Beispiel dafür wie Themen und auch bestimmte Künstler in Mode kommen: Das ELO-Cover ist von dem Japaner Shusei Nagaoka, der auch das Earth, Wind & Fire Album All ‘n All (1977) gestaltete, und sogar ein Cover für Deep Purple machte, die Best of LP When We Rock, We Rock (1978). Im selben Jahr erschien Jeff Wayne’s The War of the Worlds (1978), inspiriert von H. G. Wells’ Der Krieg der Welten. Bald darauf hob die Progrock-Band Barclay James Harvest ab mit Eyes of the Universe (1979). In den 80ern erwischte es sogar Gruppen die sich vorher eher ländlich-rustikal präsentiert hatten, siehe das Album A (1980) von Jethro Tull. Eine Hippie-Connection gibt auch auf LPs von Journey. Mehrere ihrer Alben, inkl. Escape (1981) mit dem Hit Don’t stop believin’ haben Cover-Illustrationen vom Team Mouse & Kelley, die viele Grateful Dead LPs designten. Eine weitere Hippie-Band die mit einem Sci-Fi-Cover überraschte, waren Crosby, Stills & Nash auf Daylight Again (1982). Da wollte auch Neil Young nicht mehr der Hippie vom Silberwald sein, auch wenn Trans (1982) nicht sein belietestes Album ist. Ein Livealbum von Blue Öyster Cult hat den Titel Extraterrestrial Live (1982), ein kleines Wortspiel, und Sci-Fi-thematische Lieder wie Veteran of the Psychic Wars, das von Metallica gecovert wurde. Was uns zum Thema Metal bringt. Es sollte nicht lange dauern bis Iron Maiden mit einem Sci-Fi-Design aufwarteten, siehe Somewhere in Time (1986). Der US-Rockgitarrist Joe Satriani hatte auf Surfing With the Alien (1987) ein Bild von der Marvel-Figur Silver Surfer. Die unterbewertete US-Metalband King’s X war auf ihrem Debütalbum Out Of The Silent Planet (1988) von dem Sci-Fi-Roman Jenseits des schweigenden Sterns (1938) von Narnia-Autor C. S. Lewis inspiriert. Ein weitere Roman der auf einem Rockalbum zitiert wird ist Das Lied der fernen Erde von Arthur C. Clarke, siehe das Mike Oldfield Album The Songs of Distant Earth (1994). Auch eine neue Generation von Progrock-Bands wie The Flower Kings fand Sci-Fi ein ergiebiges Thema, siehe zum Beispiel das Album Retropolis (1996). Die kanadische Prog-Band Saga hat auf fast allen Alben Sci-Fi-Motive, hier House of Cards (2001). Gleichfalls der holländische Musiker Arjen Anthony Lucassen und sein Musikprojekt Ayreon, siehe zum Beispiel das Konzeptalbum 01011001 (2008). Sci-Fi ist auch Programm auf sämtlichen LP-Covers der Prog-Band Transatlantic, wie hier auf  The Whirlwind (2009). Und last not least Dream Theater, deren Doppelalbum The Astonishing (2016) zeigt dass Science Fiction bis zum heutigen Tag ein Thema ist das Rockbands inspiriert.

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Sci-Fi-Plattenlabel & Vinyl  Im Artikel gehts um LP-Cover, aber es gibt es vom Soundtrack für den kultigen Sci-Fi-Film Andromeda – Tödlicher Staub aus dem All (1971), nach Michael Crichton, auch eine seltene Vinyl-LP in hexagonaler Form mit Bezug auf das sechseckige Virus im Film. Was Label anbelangt, gab ab 1973 ein von Roger Dean designtes Plattenlabel mit Ufo-Motiv für Vertigo Records, siehe Sabbath-LP

Wussten Sie schon?  Eins der ersten Sci-Fi-Konzeptalben stammt von Paul Kantner (1941-2016). Als Jefferson Airplane eine Pause machte, nahm er unter dem Namen Jefferson Starship das Album Blows against the Empire (1970) auf, inspiriert von Robert A. Heinleins Sci-Fi-Roman Die Ausgestoßenen der Erde. Auf dem Album, siehe Youtube-Clip, spielen Gastmusiker wie Jerry Garcia und David Crosby mit

Mehr über Sci-Fi auf Rock-LPs Unser Artikel über die Verbindung des Sci-Fi-Romans Die letzte Generation (1953) von Arthur C. Clarke & Led Zeppelin LP Houses of the Holy (1973) mit vielen Hintergrund-Infos

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