2002 BBC radio dramatisation of Harlan Ellison's dark sci-fi story 'I Have No Mouth, and I Must Scream' (1967) is online. Featuring among others David Soul...and Harlan Ellison (1934-2018) as powerful computer AM - who doesn't like humans

Düsteres, anspruchsvolles BBC-Hörspiel von 2002. Mit renommierten Sprechern, u. a. David Soul, der Mann den wir alle  aus der kultigen Krimiserie Starsky & Hutch kennen. Ein weiterer Sprecher ist der Autor Harlan Ellison (1934-2018) persönlich. Er spricht die Rolle eines Computers der ein eigenes Bewusstsein entwickelt hat und im Laufe des Dritten Weltkriegs die Menschheit ausgelöscht hat – bis auf 5 Personen, die sich unter seiner totalen Kontrolle befinden. Der Computer nennt sich AM (I think, therefore I AM) und benutzt die Menschen als Versuchsobjekte die er, bizarrerweise, gefangen hält um sich an ihnen zu rächen: Er lässt sie hungern, verändert ihre Persönlichkeit, ihr Erscheinungsbild, fügt ihnen Verletzungen zu etc. Grund für seinen Hass ist dass AM, trotz seiner allmächtigen Intelligenz und Manipulationsfähigkeiten, keinen physischen Körper, keine Bewegungsfähigkeit, keine Kreativität, kein Liebesleben hat. AM will für die Menschen eine albtraumhafte Existenz erschaffen, die ähnlich oder noch schlimmer als seine eigene karge Computer-Existenz ist. Die ultra-pessimistische Story ‘I Have No Mouth, and I Must Scream‘, so der Originaltitel, stammt aus dem Jahr 1967 und hat kein Happy End. Es wundert kaum, dass eine weitere Story von Harlan Ellison – nämlich Soldier From Tomorrow (1957) - als Inspiration für den ebenfalls düsteren Sci-Fi-Klassiker Terminator (1984) mit Arnold Schwarzenegger diente. Der erste und beste Film der Serie, in dem der brutale Roboter aus der Zukunft nur Böses mit Menschen vorhat. Aber im Vergleich mit Arnies Killer-Cyborg ist AM, der vor dem Erwachen seines Bewusstseins ‘Alliierter Mastercomputer’ genannt wurde, noch bösartiger und erfindungsreicher. AM hat eine Höhlenwelt erschaffen, die möglicherweise virtuell ist, oder sich tatsächlich in unterirdischen Schächten befindet die in Kriegszeiten als Schutz für Computer dienten. Hier, quasi im Bauch des Computers, irren die Menschen umher und kommen zu dem Schluss, dass der Tod der einzige Ausweg ist. Aber wird AM das erlauben?

AM hatte in seinem Hass, den Maschinen schon immer für die schwachen Geschöpfe empfanden, von denen sie gebaut wurden, auf Rache gesonnen…Er würde uns nie gehen lassen. Wir waren seine Bauchsklaven. Wir waren seine einzige Beschäftigung. Sonst konnte er mit seiner unbegrenzten Zeit nichts anfangen. Wir würden auf ewig in ihm sein, in den Kavernen der seelenlosen Welt die er erschaffen hatte. (Gekürzte Passage aus ’Ich muss schreien und habe keinen Mund’ 1967)

Ich muss gestehen, dass ich keine so düstere Zukunft für die Koexistenz von Menschen und Maschinen sehe. Probleme, ja. Aber ich glaube nicht, dass diese Probleme ganz so schlimm sein werden wie der Dreißigjährige Krieg oder der Erste oder Zweite Weltkrieg, die allesamt von Menschen, nicht von Maschinen angezettelt und ausgeführt wurden. Dennoch ist es bemerkenswert, dass Schriftsteller wie Harlan Ellison und Issac Asimov schon vor 50, 60 Jahren, als Computer noch in den Kinderschuhen steckten, über zukünftige Probleme dieser menschlichen Erfindung nachdachten. Ich wünsche düstere. spannende Unterhaltung beim Hörspiel.

 

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Harlan Ellison: ‘Ich muss schreien und habe keinen Mund’ als Hörspiel von 2002 online Das BBC-HörspieI Have No Mouth, and I Must Scream. Mit Davis Soul (als Ted), Harlan Ellison (als AM), Abi Eniola (als Ellen), Ewan Baily (als Nimdik), David Timson (als Gorrister), Jason O’Mara (als Benny). Musik: Wilfredo Acosta. Hörspiebearbeitung: Mike Walker. Regie & Produktion: Ned Chaillet. 2002, BBC Radio 4

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