A German radio dramatisation of 'The Spiral Staircase' (1933) is online. Link below. The novel by Ethel Lina White is pretty good, The 1946 movie adaptation by Robert Siodmak is better known - and a bit of a noir classic, in the style of Hitchcock

Guter englischer Thriller, der besonders durch die Hollywood-Verfilmung The Spiral Staircase (1946) von Robert Siodmak bekannt wurde. Auch mit dem folgenden Hörspiel bekommt die Story eine neue Dimension, nämlich Kunstkopfstereofonie, was besonders mit Kopfhörern zur Geltung kommt. Link für die deutsche Produktion vom RBB, mit Stars wie Michael Mendl, folgt am Ende des Blogposts. Mittelpunkt der Geschichte ist eine 19-jährige Frau namens Helen Capel, Daher auch der Titel ‘Helen oder Die Wendeltreppe’ auf meiner Taschenbuchausgabe vom guten alten Diogenes Verlag. Wie immer, mit dem markanten gelben Cover-Design. Die junge Helen sucht einen Job und findet eine Anstellung in einem abgelegenen Landhaus. Bald findet sie heraus, dass in der Umgebung mehrere junge Frauen umgebracht wurden. Der Mörder lauert offenbar in den umliegenden Wäldern auf neue Opfer. Oder befindet er sich sogar unter den Leuten die im Haus von Professor Warren leben – oder dort ein und ausgehen? Klassische Konstellation für einen Krimi, der von der Atmosphäre her Ähnlichkeit mit Christies Und dann gabs keines mehr (1936) hat. Eine Passage von Ethel Lina Whites Roman Die Wendeltreppe (1933).

Helen merkte gerade, als es zu dämmern begann, dass sie zu weit marschiert war. Auf dem langen Weg war sie keinem einzigen Menschen begegnet, hatte kein Haus gesehen. In der Ferne erklang ein schwaches Donnergrollen. Helen war Realistin. Sie war gewohnt, mit den Härten des Lebens umzugehen, ohne Selbstmitleid. Sie fürchtete nur eines: arbeitslos zu sein. Sie konnte sich gut vorstellen, wie viele Bewerbungen auf die Anzeige eingegangen waren, in der ein Hausmädchen für Professor Warrens Landhaus gesucht wurde. Als sie das Haus namens Summit schließlich fand, staunte sie über dessen einsame Lage an der Grenze zwischen England und Wales; in der Nähe kamen drei Grafschaften zusammen. Das nächste Städtchen war dreißig Kilometer entfernt, das nächste Dorf zwanzig. Kein Dienstmädchen würde an solch einem gottverlassenen Ort ausharren wollen. Helens Aussichten auf Arbeit waren besser als sie gedacht hatte. (Gekürzte Romanpassage)
Ich wählte obige Passage mitunter weil die geografische Lage erwähnt wird. Ethel Lina White (1876-1944) stammte selber aus Wales, aus der Grafschaft Monmouthshire, die in der Tat an der Grenze zu England liegt. In dieser Gegend gibt es kleine Orte wie Hay-on-Wye in denen man sprichwörtlich mit einem Fuß in England und mit dem anderen in Wales stehen kann. Die walisische Verbindung ging im Film Die Wendeltreppe (1946) verloren, die Handlung wurde nach Amerika verlegt. Aber Film gibt der Story interessante neue Elemente. Helen ist stumm, findet erst am Ende des Films durch einen befreienden Schrei ihre Stimme wieder. Quasi als Parallele zu ihrer Lage, sieht man Helen am Anfang des Films in der Kinoaufführung eines Stummfilms, siehe Clip, damals noch mit Live-Orchester als Begleitung. Solche symbolträchtigen Details erinnern an Hitchcock. Er verfilmte übrigens auch einen Roman von White: Eine Dame verschwindet (1938). Auch ganz gut – aber nicht so gut wie Die Wendeltreppe als Film oder Hörspiel. Ich wünsche spannende Unterhaltung.

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Ethel Lina White: ‘Die Wendeltreppe’ als Hörspiel online Das RBB-Hörspiel mit Michael Mendl (als Professor Warren), Chris Pichler (als Helen Capel), Christine Oesterlein (als bettlägerige Hausherrin Lady Warren), Karin Gregorek (als ihre Tochter Lady Louise), Regina Lemnitz (Haushälterin Mrs. Oates), Tina Engel (als Pflegerin Schwester Barker), Alexander Radszun (Arzt Dr. Parry), Carl Heinz Choynski (Williams), Gerd Wameling (Erzähler), Michael Rodach (Musik) u. a. Produktion: 2015. Das Hörspiel ist auch als CD erhältlich

Wussten Sie schon? Kunstkopfstereofonie – mit der obiges Hörspiel aufgenommen wurde – war in den 70er Jahren auch in der Rockmusik ein Thema. Musiker wie Pink Floyd und Alan Parsons Projekt experimentierten damit. Die Idee ist, dass man über den zweidimensionalen Stereoeffekt (links / rechts) hinaus, Klänge auch dreidimensional wahrnimmt, z. B. den Eindruck hat, dass Donner von oben kommt, oder Vogelgezwitscher hinter dem Rücken erklingt. Dazu benutzt man Mikrofone in einem sog. Kunstkopf, einem nachgebildeten menschlichen Kopf mit Gehörgängen etc. Hier zu sehen in einem Clip von den Aufnahme-Sessions für das Hörspiel. Als Beispiel für KK-Stereofonie in Rock, hier ein Clip von der Tangerine Dream / Edgar Froese-LP Aqua (1974). Grund warum KKS-Aufnahmetechnik nicht Mainstream wurde, ist mitunter weil der komplizierte Effekt nur auf Kopfhörern rüberkommt und somit kein großes Publikum hat, z. B. nicht fürs Radio geeignet ist.

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