H. R. Giger (1940-2014) designed an elaborate fold out LP-cover for the prog rock band Emerson, Lake and Palmer in 1973. From their biography, below, we gather that Giger had previously seen them play at the Zürich Hallenstadion in April '73. He was a fan of the band and they visited his house

Bevor H. R. Giger (1940-2014) durch seine Arbeit an dem Sci-Fi Film Alien (1979) berühmt wurde, machte er ein aufwendiges LP-Cover für die Band Emerson, Lake & Palmer, siehe unsere Vinyl-LP auf dem Foto. Er designte auch das runde ELP Logo das ihr Markenzeichen wurde und bis heute von der Band benutzt wird. Auf der ELP-Biografie im unteren Foto zu sehen, besser wenn man es durch Anklicken vergrößert. Unten ist das Cover wie man es im Plattenladen sieht. Auf dem Foto oben ist es halb aufgeklappt. Das Gesicht auf dem Bild basiert auf Gigers damaliger Freundin Li Tobler. Da Giger vor Kurzem gestorben ist, wollten wir in der ELP-Biografie ein paar Details über seine Zusammenarbeit mit der Band auschecken. Er war anscheinend schon vor dem LP-Cover ein Fan der Band, hatte sie am 15. April 1973 im Hallenstadion von Zürich gesehen. Der ELP-Keyboarder Keith Emerson hatte seinerseits schon vorher Bilder von Giger gesehen und wollte ihn für das nächste Album der Band engagieren. Er fand dass Gigers ominöser Stil zur Musik der Band passte. Bis auf wenige Ausnahmen, vielleicht auf Liedern wie Lucky Man, war ELP keine besonders romantisch klingende Band á la Yes und Genesis. ELP hatten oft einen stakkatohaften, jazzigen, harschen Klang, wobei Keith Emersons Experimente mit frühen Moog Synthesizern und sein aggressiver Hammond Organ Sound eine Rolle spielten. Das gegenseitige Interesse von Giger und ELP ist also nachvollziehbar. Emerson kam nach dem Zürich-Konzert auf Besuch in Gigers Haus. Emerson sagt, es sah von außen unspektakulär aus.

ELP often had a harsher, less romantic sound than other bands of that era. So there's an affinity to H. R. Giger. The size of gatefold LPs, not much smaller than the Mona Lisa, lent itself to elaborate design and attracted serious artists. More so than the tiny, flimsy, cheap to produce format of CD booklets

Aber innen war das Dekor überwältigend und gothisch im Extrem. Mit seiner Airbrush-Technik hatte Giger die schlichten Räume optisch in eine Kathedrale verwandelt. Im Badezimmer kamen Arme aus den Wänden die den Besucher von hinten quasi umarmten. Emerson war fasziniert und überredete später auch Greg Lake und Carl Palmer zu Gigers Haus zu kommen. Sie waren ebenfalls beeindruckt und suchten zusammen die zwei Bilder für die LP aus. Keith Emerson hatte das Coverimage der LP sogar auf dem Tank seiner Harley-Davidson. H. R. Gigers Originale, Acrylfarbe auf Papier, hießen Work No. 217 ELP I und Work No. 218 ELP II und sind vor ein paar Jahren bei einer Ausstellung abhanden gekommen, wahrscheinlich gestohlen worden. Vielleicht macht das die Original-LPs, mittlerweile über vierzig Jahre alt, noch mehr zum Sammlerobjekt. Zumal spätere Ausgaben der LP Brain Salad Surgery (1973) nicht mehr aufklappbar waren, sondern lediglich den Schädel auf der Vorderseite und das Gesicht der Frau auf der Rückseite des Albums hatte. Wodurch das Spezielle an dem Design so gut wie verloren geht. Tatsächlich müssen Produktionskosten für das Originalcover erheblich gewesen sein. Etwas das Plattenfirmen nicht mögen. Man kann sich vorstellen wie denen die Ankunft der CD gefiel. Die kleinen Papier-Booklets mit dem Coverdesign von CDs sind aus dünnem, billigen Material und haben nur ca. zwanzig Prozent der Größe eines Vinyl-Covers. Dagen waren LPs im aufgeklappten sog. gatefold Format nicht viel kleiner als die Mona Lisa. So wurden LP-Cover ein Medium für das sich Künstler wie Warhol und Giger interessierten. Dass CDs, ganz zu schweigen von Downloads, der Kunstform des LP-Designs mehr oder weniger ein Ende setzten, bedauern wir mehr als den angeblich schlechteren Klang von CDs.

 

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Weitere Infos  Ein Liveclip von Emerson, Lake & Palmer, mit einem Lied von Brain Salad Surgery (1973)

Photo  We used a 1973 fold out vinyl edition from Manticore. The book Emerson, Lake & Palmer. The Show That Never Ends. A Musical Biography (2001) is from Helter Skelter Publishing

Mehr über Emerson, Lake & Palmer Unser Blick in die Autobiografie von Keith Emerson (1944-2016)

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