Hey Prince (1958-2016), hope they got guitars up there - and bikes! In the blog I look at Purple Rain (1984) and other records that have motorcycles on the cover: Honda, BMW, Triumph, ČZ, Kawasaki, Vespa, BSA ...and a Harley or two

Eins der besten Alben der 80er Jahre. Ich sah Prince (1958-2016) hier in Spanien in den 90er Jahren im Konzert. Er spielte das Titellied Purple Rain in lila Licht getaucht, trug einen weißen Umhang und Kopftuch, sah aus wie ein Beduine. Live, mehr noch als auf seinen Alben, fiel mir auf was für ein faszinierender Gitarrist der Mann war. Purple Rain (1984) hat auch ein starkes Cover, links meine Vinyl-LP. Ich wollte mehr über das Bike herausfinden, das natürlich auch in dem Spielfilm Purple Rain vorkommt. Nachfolgend auch einige andere Plattenhüllen, inklusive Singles mit Motorrädern. Es gibt viele. Durch Easy Rider sind besonders Harleys zum Rock-Symbol geworden. Aber ich fand auch Kawasaki, Triumph, BSA, Vespa, seltene Bikes aus der Tschechoslowakei und andere Überraschungen. Zuerst ein Filmclip: Prince auf der Honda

 

Prince & Apollonia im Spielfilm: Purple Rain (1984)
Drehort: Um den See Lake Minnetonka, Minnesota, USA
Motorrad: 1981 Honda CM400, siehe Foto von Standardmodell
Besonderheiten: Prince fährt eine CM400A mit Halbautomatik
Mit custom Fairing & Lackierung in Lila (also purple) & Prince-Symbol
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Scene from the movie Purple Rain (1984), for which the LP is the soundtrack. Here's Prince with his Honda CM400, and Apollonia at Lake Minnetonka. But will he get the girl?

Das LP-Cover und das Filmposter für Purple Rain wurde übrigens von Ed Thrasher (1936-2006) gestaltet, ein Art Director der Cover für Leute wie Hendrix (Are You Experienced) und Van Morrison (Astral Weeks) machte. Was Motorräder anbelangt, war Prince nicht der einzige Rockstar der Honda fuhr, siehe Elvis Presley mit Honda CB77 im Musikfilm König der heißen Rhythmen (1964). Eine Honda CB77 ist auch auf The Girl Most Likely (1968) von der Countrysängerin Jeannie C. Riley, die in den 60ern Millionen von Platten verkaufte und mit ihrem ‘sexy Country’ Stil eine Vorläuferin von Taylor Swift war. Diese Honda hat obendrein eine Connection zum Kultroman Zen und die Kunst, ein Motorrad zu warten (1974), denn die darin beschriebenen Reise machten Autor Robert M. Pirsig und sein Sohn ebenfalls auf einer Honda CB77. Deutsche Motorräder sind seltener aber es gibt immerhin den sehr coolen Roy Orbison mit einer BMW R69 auf der LP-Rückseite von There Is Only One Roy Orbison (1965). Merkwürdigerweise sind aus den 50er Jahren keine Schallplatten-Cover mit Bikes zu finden, obwohl Motorräder sehr wohl Teil der Jugendkultur der 50er waren, man denke an Filme wie Der Wilde (1953) mit Marlon Brando als Rocker. Aber Musiker wie Elvis Presley & Buddy Holly die im Privatleben Biker waren, benutzten das nicht als Image auf ihren Platten. Vermutlich weil Rockmusik, die im konservativen Amerika der 50er ohnehin skeptisch betrachtet wurde, vermeiden musste als ‘aggressiv’ eingestuft zu werden. Ähnliches galt für England bis weit in die 60er Jahre, z. B. wurde der Shangri-Las-Klassiker Leader of the Pack (1964) beim BBC-Radio anfangs verboten weil man Angst hatte dass Spannungen zwischen Mod und Rocker-Motorradgruppen geschürt werden könnten. Diese Jugendkulturen wurden später zum Thema vom Who-Konzeptalbum Quadrophenia (1972). Die mod-typische Vespa GS ist in Filmszenen besser zu sehen als auf der LP. Auch Lambrettas kommen im Film vor. Die italienischen Motorroller waren bei Mods beliebt weil das leg shield ihre schicken Klamotten besser schützte. Dass Scooter in England immer noch kultig sind, zeigt auch Mark Knopflers LP-Cover Kill to get Crimson (2007). Rocker, die damaligen Kontrahenten der Mods, fuhren meist englische Motorräder wie Triumph und BSA. Letztgenannte Marke ist auf der Stones-LP Rock ‘n’ Rolling Stones (1972) zu sehen. Siehe auch Foto von Keith mit BSA Bantam Bushman, ein Bike das für den Export in Länder mit Buschland, wie Australien konzipiert war. Auch durch den Film Woodstock (1970) wurde BSA ein Stück Rockkultur, hier die BSA Victor von Woodstock-Manager Mike Lang der im Film mit Bike zu sehen ist. Der andere Rocker-Favorit, die Marke Triumph, kam ebenfalls in Amerika gut an. Siehe Dylan mit seiner Triumph Tiger 100, und auch das Triumph-T-Shirt auf Dylan-LP Highway 61 Revisited (1965). Eine Triumph, vom Modell TR6 Trophy, ist auch das Bike von Arlo Guthrie auf der LP Running Down the Road (1969).

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Bikers ALWAYS get the girl. I found the movie entertaining. Very 80s...but in a good way. Lots of music, stories behind the songs, and quite a bit of Prince on his purple bike

Die TR6 Trophy wurde besonders durch Steve McQueen kultig, der das Bike in dem Spielfilm Gesprengte Ketten (1962) fuhr. Die Band Prefab Sprout wiederum hatte diese Triumph auf der LP Steve McQueen (1985) als Hommage an den Schauspieler und seine Liebe für das Bike. Eine weitere Hommage an einen Schauspieler und sein Motorrad ist auf der Single Big Mouth strikes again (1986) von The Smiths mit James Dean auf einer ČZ, der tschechischen Marke Česká Zbrojovka. Er verewigte auch eine schöne alte österreichische Marke in der Popkultur, siehe James Dean auf einer Puch 250 SGS in Denn sie wissen nicht was sie tun (1955). Kawasaki ist eine Marke die man oft auf der Straße, aber seltener auf Plattenhüllen sieht, deshalb freute ich mich Johnny Hallyday mit einer Kawasaki Z1 auf der Single Johnny Rider (1974) zu sehen. Johnny hat über die Jahre viele Motorräder gefahren, inklusive Harleys. Zweifellos die Marke die man am häufigsten auf Plattenhüllen sieht. Harleys waren schon früh auf LPs, wenn auch nicht mit so einem rebellischen Image, siehe z. B. die kleinste Harley aller Zeiten, das Harley-Davidson M-50 Moped auf der LP Love That (1967) von Bert Kaempfert, der à la James Last ein deutscher Orchesterleiter war und zudem den Nummer 1 Hit Strangers in the Night (1966) für Sinatra komponierte. Zu jener Zeit begannen Jugendkulturen sich völlig neu zu positionierten: Hippies, Summer of Love, Anti-War…Anti-Establishment. Rebellen waren angesagt, und Biker cooler als je zuvor. Ikonische Schauspielerinnen machten Motorräder obendrein sexy, siehe Brigitte Bardot und Harley-Davidson (1967), ein Lied von Serge Gainsbourg. Und Marianne Faithfull mit Harley Electra-Glide im Kultfilm The Girl on a Motorcycle (1968), in dem Co-Star Alain Delon eine Norton Atlas fährt. Höhepunkt der Verbindung von Jugendkultur und Outlaw-Romantik war der Film und Soundtrack Easy Rider (1969). Das Image von Dennis Hopper und Peter Fonda mit Steppenwolf-Musik auf modifizierten Hydra-Glide-Harleys schaffte einen Mythos der die Rockkultur für Jahre prägte. Es gibt viele LP-Cover mit Harleys, eins der besten ist die LP South Saturn Delta (1997) mit Hendrix auf seiner 1964 Panhead-Harley, beim genauen Hinsehen entdeckt man eine Pickelhaube und eine Blume am Lenker. Das Album ist, war mit neun unveröffentlichten Tracks, eins der besten posthum erschienenen Hendrix-Alben. Auch gut ist die Kompilation Janis Joplin Greatest Hits (1973) mit Janis Joplin auf einer Harley Sportster im Golden Gate Park, San Francisco. Ein Geheimtipp wäre der weniger bekannte aber hörenswerte Hippie-Countryrocker Gram Parsons, mit Harley auf der Anthologie Sacred Hearts and Fallen Angels (2001) mit Musik aus den Jahren 1967-73. Im Laufe der Zeit, vor allem in den 80er Jahren, wurden Motorräder fast ein obligatorisches Requisit für Metalbands. Blue Öyster Cult hatten eine Harley auf der Bühne. Siehe auch Judas Priest und Meat Loaf mit Fantasy-Bikes auf LPs und Glam-Metalband Mötley Crüe mit Harleys auf Girls, Girls, Girls (1987). Wurde die Kombination Bikes & Rock irgendwann zum Klischee? Ach, ich mag eigentlich alle Plattenhüllen mit Motorrädern, auch die etwas protzigen. Aber zum Abschluss eine Prise charmanten Humor auf dem allerersten LP-Cover mit Bike das ich finden konnte: Rock ‘n’ Roll Pionier Bo Diddley mit Allstate Cushman Scooter auf Have Guitar, will travel (1960), mit Visitenkarte die sagt dass er bereit ist für einen Job überall hinzufahren. Eine Sachlage die so mancher Biker, und so mancher Musiker nur zu gut kennt.

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Wussten Sie schon?  Neil Peart, Schlagzeuger der Progrock-Band Rush fährt viel Motorrad, hat auf seiner BMW R1150GS lange Touren durch Amerika gemacht und Bücher darüber geschrieben, z. B. Ghost Rider: Travels on the Healing Road (2002). Hier ein Foto von Neil Peart unterwegs. Auf Rush-LPs sind zwar keine Motorräder, aber vielleicht eine indirekte Anspielung auf die on the road Abenteuer des Drummers
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Lady auf zwei Rädern  Ich bin nicht sicher ob alle im Artikel genannten Leute – Männer sowohl als Frauen – einen Motorradführerschein haben, aber diese Lady hat ihn definitiv: Musikerin Queen Latifah ist langjährige Bikerin und besitzt mehrere Motorräder. Sie ist auch Prince-Fan. Purple Rain (1984) war das erste Album das sie sich als Teenagerin kaufte. Hier ist Queen Latifah mit Suzuki GSX-R im Musikvideo Go Head (2002)
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Prince-Spielfilm  Der Film Purple Rain (1984) ist deutsch synchronisiert erhältlich. Ich fand ihn unterhaltsam. Es kommen alle Hits vom Album darin vor. Die Honda CM400 sieht man ebenfalls öfters. Auch legendäre Musik-Locations in Minneapolis, wie den First Avenue Club, der als Startpunkt nicht nur für Prince, sondern auch Bands wie Hüsker Dü und Soul Asylum aus der Region diente
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Geheimbotschaft auf Prince-LP? Ja, auf Purple Rain (1984) ist Backmasking. Eine Technik die so manchen Rockbands Kontroversen bescherte. Siehe YouTube-Clip mit Plattenspieler und Prince-Message, nur hörbar wenn man die LP rückwärts spielt: ‘Hello, how are you? I’m fine ’cause I know that the Lord is coming soon’
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Foto-Info  Obiges Foto mit der LP ist eine Hommage an die See-Filmszene in Purple Rain (1984). Zudem, mit der Motorradthematik des Artikels, ein Panorama-Geheimtipp für Biker auf Spanien-Urlaub. Der See im Hintergrund ist auf der A-7176 von Marbella zum Bergdorf Istan. Schöne 15 km Strecke, wenige Autos
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Avenita Kulturmagazin
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