Yesterday we were in the Serranía de Ronda. There's an iconic bleak beauty in these Andalusian mountains. But you wonder how people make a living up here. Well, down in that valley, the green patch in the photo, we found an interesting little industry going on. Click on the second part of the blogpost to find out

Wir haben gestern einen Ausflug in die Serranía de Ronda gemacht. Ziemlich hoch gelegene Berglandschaften um die Stadt Ronda. Um so höher man fährt, um mehr macht sich eine karge Schönheit bemerkbar. Vielleicht bringt unser Foto links etwas davon rüber. Wenn man genauer hinsieht oder das Bild durch Anklicken vergrößert, sieht man auch die interessante Mischung an Landschaften die es hier oben gibt: Inmitten der schroffen Berge liegt ein bewaldetes Tal. Mit einem Dutzend von kleinen Dörfern. Von oben sieht es idylisch aus, aber man fragt sich, wovon Leute in solch abgelegenen Gegenden eigentich leben? Wir fuhren ins Tal hinunter und bemerkten dass es hier, außer Tourismus, eine weitere kleine Industrie gibt die, zumindest zu dieser Jahreszeit, viele Leute beschäftigt und offensichtlich Geld reinbringt. Das Valle del Genal ist benannt nach dem Fluss Genal der durch das Tal fließt. Und wo es in Andalusien Wasser gibt, und bergbedingt auch Schatten, dort sind die Landschaften ergiebig. Der Großteil der Bäume im Tal besteht aus Kastanien und im Oktober werden hier, wie wir später erstaunt herausfanden, um die 2 Millionen Kilo Kastanien geerntet. Unübersehbar standen überall prall mit Kastanien gefülte Kisten herum. Dutzende davon. In mehreren Lagerhäusern am Straßenrand des Dorfes wurden die Kastanien in weiße Säcke gepackt und von Lastwagen abgeholt. Wir sahen nicht wie die Kastanien geerntet wurden, vermutlich weil das in Gegenden ablief die nicht direkt an der Straße liegen. Vielleicht haben die Leute hier einen bestimmten Dreh oder irgendwelche Hilfsmittel um die Kastanien zu ernten, aber wir vermuten dass es hauptsächlich gute alte Handarbeit ist.  Dass irgendwo in den Wäldern viele Leute am Werk sein mussten, zeigten auch große Busse die im Dorf geparkt waren und die wir zuerst für Touristenbusse hielten. Aber damit wurden Arbeitskräfte hergebracht.

Valle del Genal is a wooded valley named after the river Genal that flows through it. There's about a dozen little villages. One of their main industries, apart from tourism, are miles of chestnut trees which are harvested this time of year. The village Igualeja, pictured, harvests 2 million kilos of chestnuts in October

Wir vermuten dass aus nah und fern Leute kommen, die unter der Woche vielleicht etwas anderes machen, und sich an Wochenenden zusätzliches Geld verdienen. Im Nachhinein bedauern wir dass wir nur kurz anhielten und ein paar Fotos machten, anstatt die Leute ein bisschen über Details von dem mes de castaña, dem Monat der Kastanie auszufragen. Machen wir nächstes Jahr, aber zwei Dinge fielen uns auf: Dieses winzige Dorf namens Igualera hatte einen ganz guten Fußballplatz und ein Freibad zum Schwimmen, beides Dinge die man selten in Bergdörfern sieht. Vermutlich spielt dabei der Kastanienreichtum des Tals eine Rolle. Aber auf dem Rückweg, als wir nochmal durch das Dorf fuhren, fiel uns noch etwas auf: Die Cafés und Bars am Straßenrand des Dorfes waren jetzt, gegen Abend, ziemlich voll. Viele Leute sahen aus als ob sie einen guten Tag Arbeit hinter sich hatten. Aber im Vergleich zum Straßenbild an das man unten bei uns an der Küste gewohnt ist, sah man hier oben sehr wenige junge Leute, kaum Teenager, oder Leute um die Zwanzig oder Dreißig, eher so ab vierzig, fünfzig aufwärts. Abgelegene andalusische Dörfer haben das Problem, wie es vermutlich auch in ländlichen Gegenden in Deutschland der Fall ist, nämlich dass sie sich zunehmend entvölkern. Gut mögich dass vor Jahren noch keine Hilfskräfte in Bussen kommen mussten. Als wir aus dem Dorf herausfuhren, zurück an die Küste, machten wir noch eine Beobachtung. Das Freibad sah aus als ob es schon länger nicht mehr benutzt wurde.

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Info  Wiki-Artikel über die Serranía de Ronda und das Tal Valle del Genal in dem sich Igualera und mehrere ander Dörfer befinden

Avenita Kulturmagazin