It's the birthday of the pianist Bill Evans (1929 - 1980) and these two albums one should own. The two 'Village Vanguard' LPs are contenders for Best Jazz Recordings of all Time

Es ist der Geburtstag des Pianisten Bill Evans (1929 – 1980) und es gibt mindestens zwei Alben von ihm die man haben muss. Die ‘Village Vanguard’ Aufnahmen von 1961 sind Kandidaten für die Besten Jazz-Aufnahmen aller Zeiten. Sie stammen von einem Sommerabend in einem kleinen New Yorker Jazzclub namens Village Vanguard. Diese Live-Aufnahmen wurden noch im selben Jahr auf zwei separaten Alben vom Bill Evans Trio veröffentlicht: Sunday At The Village Vanguard (1961) und Waltz for Debby (1961). Bill Evans spielte zusammen mit dem Schlagzeuger Paul Motian (1931 – 2011) und dem jungen Bassisten Scott La Faro (1936 – 1961), der kurz nach den Aufnahmen bei einem Autounfall ums Leben kam. Dass der 25-jährige Scott LaFaro heute unter Musikern einen legendären Status hat, liegt jedoch weniger an seinem frühen Tod, als an seinen spektakulären Spielkünsten am gezupften Kontrabass. Die zwei Vanguard Alben, auf dem Foto sehen Sie unsere CD-Ausgaben, gibt es auch in Form von verschiedenen 2-CD-Sets, z. B. als The Village Vanguard Sessions oder The Complete Village Vanguard Recordings. Wir haben nichts gegen diese Art von Kompilationen, denn die Alben gehören zusammen und haben eine durchgehende Atmosphäre, wobei wir persönlich Alben im ursprünglichen Look bevorzugen, mit den entsprechenden Liner Notes, der Reihenfolge der Lieder etc. Dies ist eher eine nerdige Sammler-Macke von uns. Der Preisunterschied zwischen den Alben und Kompilationen bei Amazon ist gering, vergleichen und wählen Sie selbst. Was wir so gut wie garantieren können, ist dass die Hauptsache, nämlich die Musik, Lesern gut gefallen wird. Wahrscheinlich sogar Leuten die sich nicht als spezifische Jazz-Fans bezeichnen würden. Denn dies ist einfach umwerfend schöne, verträumt klingende Musik. Sie mutet gleichzeitig experimentell, innovativ und wie eine Art Meditation an.

Village Vanguard Recordings: Scott LaFaro (Bass) & Paul Motian (drums) played with Bill Evans on these classic albums, which turned out to be Scott LaFaro's swan song.

Das hat zum Teil mit der guten Auswahl an Liedern zu tun: Eigenkompositionen und Klassiker von Leuten wie Miles Davis und Cole Porter. Zum anderen, noch größeren Teil, damit wie die drei Musiker diese Lieder dekonstruieren, umgestalten und neu erfinden. Der Pianist Bill Evans hat eine faszinierende, sanfte Art, Akkordstrukturen aufzulösen, zu abstrahieren, bis sie den Hörer nur noch wie eine sanfte Sommerbrise umwehen. Um solche Klanggemälde zu komplementieren, bedarf es eines einfühlsamen Schlagzeugers wie Paul Motian, der viel auf dem Hi-hat und den Becken dazu zaubert. Der geheime, oder vielleicht gar nictht so geheime Star des Ganzen ist der Bassist Scott LaFaro, der oft die Rolle des Solisten übernimmt. Er spielt selten die traditionellen Grundnoten mit denen Bassisten den Takt halten und das tiefere Klangspektrum füllen sollen, sondern meistens Melodien und Noten die der Akkordstruktur völlig überaschende Perspektiven abgewinnen. Dabei hat er eine Art, seine oftmals sehr schnellen Sechszehntel-Noten dennoch völlig entspannt und dem Lied dienlich klingen zu lassen. Ein weiterer interessanter Aspekt dieser Aufnahmen ist die Atmosphäre des Vanguard Clubs. Wir waren noch nie drin, aber es klingt wie ein ziemlich kleiner Raum in dem, vom Applaus her zu urteilen, damals kaum mehr als 30, 40 Zuhörer waren. Die Band klingt auf den Alben sehr nah, so als ob man sie zuhause im Wohnzimmer hätte. Man hört im Hintergrund typische Club- und Bar-Geräusche, das Geklimper von Eiswürfeln in Gläsern etc. Merkwürdigerweise kingt das in diesem Fall für uns nicht störend sondern verstärkt das Gefühl, am 25. Juni 1961, bei einem bemerkenswerten Moment in der Musikgeschichte dabei gewesen zu sein. Anspieltipp? Schwer zu sagen, weil man eigentlich alles hören sollte, aber zu Bill Evans’ Geburtstag vielleicht seine Komposition und das Titellied Waltz for Debby, bei dem anfangs sein Piano im Vordergrund steht und seinen melodischen Stil veranschaulicht. Wenn ab 1:14 min. Paul Motian und Scott LaFaro einsetzen, bekommt man eine Vorstellung von der Magie dieser drei Musiker.

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Weitere Infos  Gutes kleines YouTube Doku in dem der sympathische Vanguard LP Produzent Orrin Keepnews über die Aufnahmen mit dem Bill Evans Trio spricht / Die beiden Alben Sunday at the Village Vanguard und Waltz for Debby auf denen das legendäre 1961 Konzert des Bill Evans Trios verewigt ist, sind einzeln oder als Kompilationen erhältlich. Auch als Vinyl-LPs. Ebenso diese biografischen Bücher zum Thema: ‘Jade Visions: The Life and Music of Scott LaFaro‘ von Helene LaFaro-Fernández und ‘Bill Evans: How my Heart Sings‘ von Peter Pettinger.

Avenita Redaktion