My Hodder & Stoughton edition of Stephen King's apocalyptic novel The Stand (1978). You can stand this 1440 page version upright like a brick on the road. No worries about cars. Most of the population has, as readers know, died in a pandemic

Stephen Kings apokalyptisches Romanepos The Stand – Das letzte Gefecht (1978) kann jetzt als Hörbuch, gelesen von Bruce Huntey, online gehört werden. Link folgt am Ende des Blogposts. Diese Fassung ist die ungekürzte Version die erst im Jahr 1990 veröffenlicht wurde. Im Bild, meine englische Ausgabe von Hodder & Stoughton mit 1440 Seiten. Solche Taschenbücher kann man wie einen Backstein hochkant auf die Straße stellen. Wegen Autos braucht man sich keine Sorgen zu machen denn, wie jeder Leser weiß, sind fast alle Menschen an einer Pandemie gestorben. Das Thema geht irgendwie nie aus der Mode. Ebenso wenig wie Verschwörungstheorien über dunkle Mächte und geheime Pläne. In der Tat war eine von Kings Inspirationen für den Roman, die Geheimexperimente der US-Armee mit Nervenkampfstoffen, die unter dem Namen Die Schafsmord in Skull Valley bekannt wurden, bzw. 1968 ausgeführt, aber erst 1998 offiziell bestätigt wurden. Eine weitere Inspiration war Tolkiens Epos Der Herr der Ringe. Stephen King wollte etwas ähnliches – mit dem Kampf zwischen Gut und Böse – in modernen Zeiten in Amerika ausmalen. The Stand (1978) wirkt zum Teil wie ein Abgesang auf die optimistischen 60er Jahre, deren positive Zukunftsvisionen im Laufe der 70er Jahre ins Wanken gerieten.

Er blickte auf die anderen leeren Monitore und ließ auf allen ein Bild aufleuchten. 4 und 5 zeigten Labors. 4 war Physik, 5 Virusbiologie. Das Vibi-Labor stand voller Tierkäfige, hauptsächlich Meer-schweinchen, Rhesusaffen und ein paar Hunde. Keins der Tiere schien zu schlafen. Monitor 2 zeigte die Kantine von Projekt Blau. Der Unfall hatte sich fast genau zum Schichtwechsel ereignet. Ein Mann und eine Frau in blauen Overalls lagen verrenkt vor dem Süßigkeitenautomaten; ein Mann in weißem Overall neben der Seeburg-Musicbox. An den Tischen selbst waren neun Männer und vierzehn Frauen, manche noch mit Bechern voll Cola oder Sprite in den steifen Händen. (Gekürzte Passage, The Stand)

My DVD of the old miniseries 'The Stand ' (1994). Not sure if it has been improved upon massively by the 2020 version

Die Nostalgie für die 60er und frühen 70er Jahre wird im Roman auch durch viele Erwähnungen von klassischen Rocksongs ausgedrückt. Das wird auch in der 1994 TV-Verfilmung aufgegriffen, hier eine gute Filmszene mit dem Lied Eve of Destruction, das mit seinen Warnungen vor der nuklearen Apokalypse durchaus einen Bezug zur Endzeitstimmung des Romans hat. Ich fand diese Verfilmung, siehe meine DVD links im Bild, übrigens ziemlich gut, und glaube nicht dass die neue TV-Verfilmung von 2020 besonders viel zur Story hinzufügt. Der Mann mit der Gitarre in der obigen Szene ist die Romanfigur Larry Underwood, der die guten sowohl als auch dubiosen Seiten der Hippie-Generation repräsentiert. Eine weitere Hauptfigur ist Randall Flag, eine Art Cowboy from Hell, der das Böse, vielleicht sogar spezifisch den biblischen Antchrist repräsentiert. Ich wünsche düstere Unterhaltung beim folgenden umfangreichen Hörbuch, das die Zeit bis zu etwaigen Weltuntergang ausgiebig füllen wird.

Randall Flagg, der dunkle Mann, ging auf der US 51 nach Süden und lauschte den nächtlichen Geräuschen, die von beiden Seiten dieser schmalen Straße kamen, auf der er früher oder später Idaho verlassen und Nevada erreichen würde. Von Nevada aus konnte er dann gehen, wohin er wollte. Es war sein Land, und niemand kannte es besser als er, und niemand liebte es mehr als er. Er wusste, wohin die Straßen führten, und wanderte nachts. Jetzt, eine Stunde vor Tagesanbruch, war er irgendwo zwischen Grasmere und Riddle, westlich der Twin Falls und immer noch nördlich der Duck Valley Reservation, die sich über zwei Staaten erstreckt. (Aus dem Roman The Stand – Das letzte Gefecht)

Stephen King: ‘The Stand’ als englisches Hörbuch online Hier das Hörbuch Teil 1, gelesen von Bruce Huntey. Hier Teil 2 und Teil 3 und Teil 4 und Teil 5 und Teil 6. Diese Version enthält auch ein längeres Vorwort (13 Min.) von Stephen King, in dem er erklärt, wie es zu der anfangs kürzeren und jetzt längeren Fassung kam

 

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Wussten Sie schon? Der Romantitel ‘The Stand’ wurde von Springsteens Song Jungle Land von Born to Run (1975) inspiriert, mit der Textzeile: Tonight all is silence in the world, as we take our stand down in Jungleland. King  sagt im Vorwort sogar, dass er sich Springsteen als Romanfigur Larry Underwood vorstellen könnte

Dokumentation Das BR-Radiofeature ‘Stephen King – König des Schreckens’ (2017) von Florian Kummert

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