'White Nights (2008), the second book of Ann Cleeves' Shetland-Quartet is online as a BBC radio play. Link below. The third book 'Red Bones' (2009) is currently being filmed.

Ich mag Romane und Krimis die neben ihrer Handlung auch etwas über Orte, Landschaften und Lebensweisen vermitteln. Krimi-Schreiber tun das oftmals sehr gut. Und die britische Autorin Ann Cleeves hat mit ihrem Quartet von Krimis die auf den Shetlandinseln spielen eine ganz gute Ecke gefunden. So weit hoch im Norden dass es geografisch eigentlich schon skandinavisch ist. Windumwehte Inseln mit wenigen Einwohnern sind ein guter Ausgangspunkt für ein Wer zum Teufel kann es gewesen sein? Es ist wohl fair zu sagen dass Ann Cleeves Krimis nach recht altbewährter Art, vielleicht etwas in Richtung Agatha Christie schreibt. Und dagegen habe ich nichts einzuwenden. Die Autorin hat, anhand von Rezensionen bei Amazon, eine beträchtliche Lesergemeinde in Deutschland. Allen voran das erste Buch ihrer Shetland-Reihe, Die Nacht der Raben (2005), das unter seinem Originaltitel Raven Black den Gold Dagger Krimi-Preis gewann. Das zweite Buch Der längste Tag (2008) ist momentan kostenlos online als BBC-Radiohörspiel White Nights, Link am Ende des Artikels. Das dritte Buch der Reihe, Im kalten Licht des Frühlings (2009), wird zur Zeit unter seinem Originaltitel Red Bones als britische TV-Produktion verfilmt. Das vierte Buch, Sturmwarnung (2010) heißt in der Originalfassung Blue Lightning, womit das Quartet auf Englisch die vier Farben black, white, red & blue in seinen Titeln vereint. Irgendein Geheimcode? Nun, immerhin hat die offizielle Flagge der Shetlandinseln die Farben Weiß und Blau, und vielleicht sollten wir weiter in diese Richtung ermitteln.

Ansonsten muss uns Inspektor Jimmy Perez weiterhelfen, der in allen Büchern vorkommt. Ich fand das Hörspiel ganz gut, vor allem die schottische Musik: Der Shetland Fiddle Spieler Chris Stout hat sogar eine CD namens White Nights veröffentlicht. Die Inseln geben auch einiges an Geräuschkulissen her: Schafe, Wind, Meeresrauschen etc. Die Shetland-Location bietet sich jedoch gut für eine Verfilmung an, denn für ein auf Dialogen basierendes Hörspiel ist es schwer, die Landschaftsbeschreibungen der Romanvorlagen rüberzubringen. Außerdem schien mir die 60 Min. Spieldauer etwas zu kurz um die recht verzweigten Konstellationen darzustellen, denn es geht in White Nights um Beziehungen zwischen Inselbewohnern die jahrelang zurückliegen. Als dann ein paar alte Fotos aus Jugendzeiten auftauchen auf denen mehrere Opfer und Verdáchtige zusammen zu sehen sind, wird es spannend. Aber anstatt Nachforschungen mit Interviews etc, wird die Story dann etwas arg schnell, per Geständnis, zu Ende gebracht. Inspektor Jimmy Perez kommt einfach zu wenig zum Einsatz. Schade, denn Sprecher Steven Robertson, ein gebürtiger Shetlander, ist gut. Hier wären 90 Min. Spieldauer, mit mehr Details und Hintergrund besser gewesen. Eine der Inspirationen für die Shetland-Krimis und ihre Landschaften war, vermuten ich mal, die Shetlandinsel Fair Isle, wo Autorin Ann Cleeves zwei Jahre lang lebte. Erstaunlicherweise enthalten die wild-idyllischen Inseln im Norden Schottlands einige der ältesten kulturellen Spuren von Europa, speziell die den Shetlandinseln benachbarten Orkney-Inseln, wo fantastisch erhaltene Monumente, wie die von Skara Brae, älter sind als Stonehenge und die Pyramiden. Es würde mich nicht wundern wenn der eine oder andere Krimileser Lust bekäme, die schottischen Inseln zu besuchen, deshalb gibt es neben dem Hörspiel ein paar dementsprechende Links.

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Info Das BBC-Hörspiel White Nights /57 min. Mit Steven Robertson (D.I. Jimmy Perez), Anne Lacey (Edith), Finlay Welsh (Kenny), Eileen McCallum (Bella), Robin Laing (D.I. Roy Taylor) u. a. Sprechern

Neuigkeiten  März  2013, Trailer für die BBC Verfilmung Shetland nach den Krimis von Ann Cleeves

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