Agatha Christie's thriller The Sittaford Mystery (1931) is online as BBC radio dramatisation. Perfect for this time of year. Dartmoor and Sittaford House are covered in snow. People make unpleasant discoveries during a séance. Link below

Das Geheimnis von Sittaford (1931), so der Originaltitel, ist online. Das eingeschneite Dorf Sittaford in Dartmoor ist Handlungsort. Eine aufwendige BBC-Radioproduktion mit 25 Sprechern. Hier gibt es, wie so oft bei Christie, reihenweise Verdächtige. Sittaford ist ein abgelegenes Dorf in dem jeder jeden kennt und wo Neuankömmlinge Neugier und auch einiges Misstrauen erwecken. In Captain Trevelyans Landhaus sind neue Mieter eingezogen und an einem Wintertag zu Beginn der 1930er Jahre entwickelt sich eine typische Christie-Situation. Sechs Leute sitzen zusammen, draußen rauscht der Wind, und weil nicht jeder Bridge spielen kann, machen sie aus Spaß eine Séance, eine spiritistische Sitzung. Sie setzen sich an einen Tisch, schließen mit den Händen einen Kreis und warten, leicht amüsiert, darauf ob sie wohl Nachrichten aus dem Äther empfangen werden. Hier baut Christie mal wieder etwas in die Geschichte ein das damals in Mode war. Der sog. Spiritismus war im 19. und frühen 20. Jahrhundert nicht spezifisch das Terrain einer Untergrund-Szene, sondern eher ein Interessengebiet der gehobenen Mittelklasse. Renommierte Leute wie Arthur Conan Doyle nahmen Vorführungen von vermeintlich telepathischen Phänomenen ernst, versuchten sie wissenschaftlich zu erklären. Ähnlich in Deutschland, wo jemand wie Thomas Mann Anfang der 20er Jahre Séancenbesuchte und geneigt war, sie für echt zu halten. In England gab seit 1882 die Society for Psychical Research, eine Gesellschaft die sich zwar skeptisch aber nicht von vornherein ablehnend mit Parapsychologie auseinandersetzte.

Major Burnaby zog seine Gummistiefel an, schlug den Pelzkragen hoch, nahm eine Windlaterne und öffnete die Vordertür seines kleinen Hauses, um hinauszuspähen. In ganz England war während der letzten vier Tage Schnee gefallen, doch hier, am Rand von Dartmoor, hatte er eine Höhe von über einem Meter erreicht. Hier oben in dem kleinen Dorf Sittaford, war man schon unter normalen Bedingungen weltabgeschieden, jetzt aber fast vollkommen abgeschnitten von der Zivilisation. Er schnaufte zweimal und stapfte dann entschlossen hinaus in das Schneegestöber. Sein Ziel lag nicht sehr weit entfernt. Ein paar Schritte auf einem sich schlängelnden Pfad, dann durch ein Tor, und schon war er auf der Einfahrt zu einem geräumigen, aus Granitsteinen erbauten Haus. Ein Hausmädchen öffnete ihm die Tür und half ihm, sich seiner winterlichen Bekleidung zu entledigen. Eine Minute später trat er über die Schwelle eines behaglichen Raumes, dessen Fenstervorhänge zugezogen waren und in dessen Kamin ein Feuer prasselte. Zwei Frauen in geschmackvollen Nachmittagskleidern erhoben sich, um den alten Kämpen zu begrüßen. ‘Prachtvoll von Ihnen, dass Sie sich herausgetraut haben, Major Burnaby’, sagte die ältere. (Gekürzte Romanpassage)

Found a nice 1960s Pan paperback edition. The design and the detail of these old covers is hard to beat. It is a pity that they did not mention the name of the artist back then

Wer an diese Dinge glaubt, wird entäuscht sein, zu hören dass so gut wie alle Telepathen als, freundlich gesagt, Veranstalter von Zaubervorführungen oder, unfreundlicher ausgedrückt, als Trickbetrüger entlarvt wurden. Wobei vorstellbar wäre dass manche dieser Leute einfach einen riesigen Bedarf vorfanden und bedienten, vielleicht meinten, Menschen einen Gefallen damit zu tun wenn sie ihnen Nachrichten von verstorbenen Verwandten vorgaukelten. Bei der Séance in Sittaford erfahren die Teilnehmer dass der Hausbesitzer Captain Trevelyan gerade ermordet wurde. Er hat Sittaford House vermietet und wohnt jetzt kilometerweit entfernt allein in einem kleineren, ebenfalls völlig eingeschneiten Haus. Steckt ein Teilnehmer der spiritistischen Runde dahinter? Obwohl dies ein Fall für Inspektor Narracott ist, wird in diesem Whodunit die meiste Detektivarbeit von der jungen Dame Emily Trefusis unternommen. Sie versucht mit Hilfe des Journalisten Charles Enderby die Unschuld ihres Verlobten zu beweisen. Agatha Christie benutzt mitunter ihre persönlichen Kenntnisse von Dartmoor in Devon, der Grafschaft in der sie geboren wurde und wo sie auch später viel Zeit verbrachte. Sie verleiht der Geschichte Details wie Princetown Prison, dem berüchtigten 200 Jahre alten Gefängnis in Dartmoor. Bei der Flucht eines Sträflings wurden dort damals die Glocken geläutet und schallten übers Moor um die umliegenden Dörfer zu warnen. Die Glocken klingen auch in diesem Krimi. Hat der Flüchtling etwas mit dem Mord zu tun? Das verraten wir natürlich nicht. Links im Bild unsere alte Cassetten-Ausgabe, Die Hörspiele gibts natürlich schon lange als CD-Sets. Oder jetzt eine Woche lang kostenlos zum Anhören im Netz. Wir wünschen spannende Unterhaltung.

 

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Agatha Christie: Das Geheimnis von Sittaford als Hörspiel online Das BBC-Hörspiel The Sittaford Mystery. Mit Geoffrey Whitehead (als Inspector Narracott), Barbara Atkinson (Mrs Curtis), Norman Bird (Major Burnaby), Susan Westerby (Mrs Willett), Victoria Carling (Violet Willett), John Moffatt (Mr Rycroft), Michael Graham Cox (Mr Duke), Nigel Greaves (als Ronnie Garfield), Vincent Brimble (Sgt Pollock), Michael Kilgarriff (Dr Warren), Donald Gee (Evans), Stephen Garlick (als Jim Pearson), David King (Mr Dacres), Alice Arnold (Beatrice) , Anna Cropper (Mrs Gardner), Charles Simpson (als Brian Pearson), Melinda Walker (als Emily Trefusis), Stephen Tompkinson (als Charles Enderby), Margaret Courtenay (als Miss Percehouse). Bearbeitung & Regie: Michael Bakewell. Produktion von 1990

Foto  Ich habe das Hörspiel als 2-Cassetten-Set aufgegabelt, funktioniert bestens. Gibt es auch auf CD. Schön für längere Autofahrten. Das Taschenbuch ist eine 1966 Ausgabe von Pan Books. Für Sammler!

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