Becky und ihre Schwestern von Louisa May Alcott. Originaltitel: Little Women

Heute am 29. November ist der Geburtstag von Louisa May Alcott (1832 – 1888) und es ist schön dass ihr Klassiker  Betty und ihre Schwestern (1868) auch in Deutschland eine beträchtliche Fan-Gemeinde hat. Jedenfalls anhand der enthusiastischen Rezensionen bei Amazon. Die Geschichte der March-Schwestern Meg, Jo, Beth und Amy die zu Zeiten des amerikanischen Bürgerkriegs mit wenig Geld und viel Kreativität um die Runden kommen, beruht weitgehend auf eigenen Erfahrungen der Autorin. In mancher Hinsicht war das echte Leben von Louisa M. Allcott fast noch ereignisreicher als ihre Bücher. Durch ihren Vater kam Louisa schon als Kind in Kontakt mit einflussreichen Philosophen und Schriftstellern wie Henry David Thoreau und Ralph Waldo Emerson. Wobei die junge Autorin die Erfahrung machte dass deren spannende aber teils utopische Ideen bewirkten dass ihr Vater Bronson Alcott wirtschaftlich nie auf einen grünen Zweig kam. Mondäne Konzepte wie Geldverdienen überliess Papa Alcott der Familie. Und tatsächlich: Lousia, die schon als Teenager angefangen hatte Geschichten zu schreiben, war durch den Erfolg von Betty und ihre Schwestern im Alter von 36 Jahren auf einmal schwer reich. Louisa hatte vom Verlag Roberts Brothers vor der Veröffentlichung des Romans Tantiemen, also einen Prozentsatz vom Verkauf, anstatt der damals üblichen, einmaligen Zahlung von ein paar hundert Dollar angeboten bekommen. Niemand hatte eine Vorstellung was für ein gigantischer Verkaufsschlager Little Women, so der Originaltitel, werden würde. Um den kulturellen Stellenwert des Romans zu verdeutlichen: Im Jahr 1927, also fast 60 Jahre nach der Veröffentlichung, wurde Betty und ihre Schwestern in einer Umfrage unter amerikanischen Hochschülern als das Einflussreichste Buch ihres Lebens genannt. Auf Platz 2 kam die Bibel. Alcott war größer als die Beatles! Und sie liegt immer noch gut im Rennen. Der Film Betty und ihre Schwestern (1994) war ein kommerzieller und kritischer Erfolg. Wobei manche die frühe S/W-Fassung Vier Schwestern mit Katharine Hepburn als Jo March, also die Figur in der Louisa M. Alcott sich spiegelt, immer noch für die beste halten. Das Buch war für damalige Verhältnisse sehr modern und liest sich selbst heute noch sehr gut. Kinder und Jugendliche sprechen im Roman wie eigenständige Personen, nicht wie Schablonen für didaktische Reden von einem Erwachsenen. Wir haben mehrere Ausgaben, aber von der Gestaltung her gefällt uns die von Puffin Classics mit Illustrationen von Shirley Hughes am besten, siehe unser Foto oben.

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Info  Wer auf den Spuren der Autorin wandeln möchte, kann das Orchard House in Concord, Massachusetts besuchen. In diesem alten Holzhaus, unweit anderer literarischer Pilgerstätten wie Walden Pond, lebte Louisa May Alcott mit ihrer Familie und schrieb den Weltklassiker Betty und ihre Schwestern.

Avenita Kulturmagazin